Alternate Universe: Post-Endgame

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Tony

Ein paar wenige Jahre waren seit dem Endspiel vergangen und die Normalität war in das Leben meiner kleinen Familie eingekehrt. Soweit eben mein Leben normal sein kann. Pepper und Morgan bedeuteten die Welt für mich und das einfache Leben in unserer kleinen aber gemütlichen Hütte im Wald in der Nähe des Sees war der verdiente Ruhestand, den ich mir schon immer gewünscht hatte, aber niemals glaubte, ihn haben zu können. Peter besuchte nun das College und war nun selbstständiger. Er brauchte meine Hilfe nicht mehr, aber ich ertappte mich manchmal dabei wie ich mir neue "Features" für einen von Peters Anzügen ausdachte. Aber mein Junge war erwachsen geworden. Er musste selbstklarkommen.

Aber ich denke, ich weiß, was euch alle interessiert: Wie konnte ich meinen Schnipser überleben? Nachdem ich meinen richtig krassen One-Liner "Ich bin Iron Man" rausgehaut habe, habe ich mit allen Infinity Steinen geschnipst. (Und übrigens so das ganze Universum gerettet.)

Das, was danach geschah, verfolgt mich noch immer in meinen Träumen.

Ich stand auf einmal auf einer orangenen Ebene, bei der Horizont und Himmel beinahe miteinander verschmolzen. Fassungslos starrte ich auf meine rechte Hand. Die Infinity Steine waren weg. Wo waren sie? Wo war ich? Der Boden schien mit einer Art Wasserschicht (oder war es Blut?) überzogen zu sein, weil sich immer breiter werdende Ringe von meinen Fußschritten ausbreiteten und die Oberfläche mein eigenes entsetztes Spiegelbild verzerrt zeigte. Da bemerkte ich eine Art Tor, davor stand eine Person.

Mit rotem Haar, welches zu den Spitzen hin blond wurde. Sie wandte mir den Rücken zu.

"Natasha!", rief ich freudig, aber auch verwirrt. Natasha war... tot. War ich das nun auch? Da dämmerte es mir langsam:

Clint hatte erzählt, er habe den Seelenstein für Natashas Leben erhalten. War Natashas Seele in dem Seelenstein gefangen? War ich das nun auch? War das hier die Seelenwelt?

Natasha drehte sich um. Sie erkannte mich, lächelte und sah mich sowohl traurig als auch glücklich an.

"Ihr habt es also geschafft, ja?", fragte sie und Tränen schimmerten in ihren Augen. "Ich bin so dankbar, dass mein Leben nicht umsonst war. Danke" Mir blieb die Sprache weg. Es gab so viel, was ich sagen wollte, doch ich fand einfach keine Worte dafür. Obwohl ich wusste, dass ich Natasha vermutlich nie wieder sehen würde, sagte ich nur Folgendes: "Wir vermissen dich. Wir alle." Natasha kam auf mich zu, legte eine Hand an meine Wange und strich mir meine Tränen weg. Ich hatte gar nicht bekommen, dass ich weinte. "Bitte trauert nicht zu lange. Und sag Clint, er soll sich keine Vorwürfe machen, okay? Machst du das für mich?" Auch ihr liefen nun Tränen die Wangen hinunter. Ich konnte mich immer noch nicht rühren, also nickte ich nur. Natasha lächelte. "Danke", war das Letzte, was sie sagte, ehe sie rückwärts von mir wegging. "Für alles", hauchte sie.

Die Welt fing an sich zu drehen.

Ich verließ die Seelenwelt, ohne Natasha je gesagt zu haben, wie viel sie uns allen bedeutete.

Ich war nahe dran am sterben, bins aber nicht. Obwohl die Steine Bruce schon ziemlich hergerichtet hatten und sogar er beinahe gestorben wäre, ist es ein Wunder, dass ich noch lebe. Mein rechter Arm war nicht mehr zu retten und meine rechte Gesichtshälfte ist vernarbt und wirkt verbrannt. Aber ich lebe, wofür ich mehr als unendlich dankbar bin.

Ich entwickelte eine für mich angepasste Prothese. Auf meinen eigenen Wunsch hin wurde mir mein rechter Arm amputiert. Die Prothese war ebenfalls aus Nano-Tech und ich musste mich erst einmal daran gewöhnen. Auch für Bruce hatten wir eine Prothese versucht, aber sein Hulk Körper war viel zu widerstandfähig als das man eine Amputation hätte durchführen geschweige denn den Arm durch eine Prothese ersetzen können. Wie gesagt war es eine gewaltige Umstellung auf ein Leben mit Porthese, aber meine Familie gab mir Kraft.

Ich versuchte gerade den Wassertest beim Abspülen des Geschirrs, da hörte ich Schritte, die zur Tür hineineilten. "Daddy!", rief Morgan und kam auf ihren kurzen Beinen herangetippelt und klammerte sich an mein Bein. "Was ist denn, Süße?", fragte ich und trocknete meine Hände ab. Sie blickte mit ihren Knopfaugen zu mir hoch und zog einen Schmollmund. "Da ist eine Spinne in meinem Zelt!", rief die Kleine entrüstet. "Na komm, Daddy wird dich beschützen." Ich hob sie hoch und nahm nie auf den Arm. Wohlgemerkt auf meinen menschlichen. Noch hatte ich Angst, dass ich sie wegen einer Fehlfunktion fallen lassen würde. "Und? Wie sieht sie aus?", fragte ich, während ich mit Morgan auf dem Arm Richtung Tür ging. "Sie ist riesig und hat braune Haare", quengelte Morgan. Auf dem Weg bemerkte uns Pepper auf der Couch. "Was ist los?", fragte sie, als sie von ihrem Buch aufblickte. "Eine Spinne ist in Morgans Zelt. Ich werd' mich drum kümmern", seufzte ich. "Warte ich komm gleich mit", sagte Pepper.

Mit Morgan auf dem Arm ging nach draußen und angekommen vor ihrem Zelt, setzte ich sie sanft auf dem Boden ab. "Dann kümmern wir uns mal um das kleine Krabbelvieh", murmelte ich in mich hinein, kniete mich auf dem Boden und steckte meinen Kopf ins Zelt. Doch anstatt ein achtbeinigen Krabbeltiers zusehen, erblickte ich... Peter!

"Überraschung!", rief dieser und warf sich mir um den Hals. Vollkommen perplex erwiderte ich die Umarmung nur zögerlich. "Peter, ich hab gedacht, du wärst im College", brachte ich heraus. Peter löste sich von mir und sah mich an. "Tja, ich habe Ferien und dann hab ich gedacht, ich besuch euch mal", erklärte Peter. Da kam Pepper aus dem Haus und fragte: "Tony, mit wem redest du denn da?" Sie kam auf uns zu und ich machte Platz, damit Peter herauskrabbeln konnte. "Peter!", rief sie überrascht. "Ihr habt doch sicherlich noch einen Schlafplatz für 'ne kleine Spinne, oder?" Ich umarmte Peter erneut, Pepper und Morgan schlossen sich an. Einen Moment verharrten wir so und ich schloss die Augen.

Das Leben war perfekt. Wie hätte es denn auch anders kommen sollen?


Diesen Oneshot hab ich noch irgendwo rumgammeln gefunden. Hab ihn vor knapp einem Jahr geschrieben, lol.
Ich möchte unbedingt schreiben, aber ich hatte die letzten paar Tage höllische Schmerzen in den Handgelenken und möchte die schonen.
Ihr könnt aber gerne mal bei meiner anderen FanFiction vorbeischauen, in der die Avengers nach Hogwarts gehen. (Da kommen bald die letzten Kapitel) :D #EigenWerbung
Hoffe es geht euch gut und habt einen schönen Tag! <3

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