Zeitspieler
Gewünscht von @Flummi12
Pov. Annissa
Ich stand auf, sah auf den Countdown auf meinem Handy und zog mir Jacke und Schuhe an.
Ich hatte nicht viel Zeit.
11 Minuten und dann wäre es vorbei mit ihm.
Es war grauenhaft und ich wollte nicht mehr. Ich rannte um mein Leben, dabei ging es nicht um meins, sonder um seins.
Ich lief an einer Straßengang vorbei, die mich aufhielt und zurück stößt. Ich wollte an ihnen vorbei, doch sie ließen mich nicht und fragten mich irgendetwas, aber es war mir egal und ich hörte ihnen nicht zu. Stattdessen rannte ich so schnell es ging um sie herum. Sie liefen mir glücklicherweise nicht hinterher.
Eine Frau mit einem Flyer war mein nächstes Hinderniss. Kurz musste ich anhalten, doch umrundete sie und lief weiter. Ich sah wieder auf den Countdown. Nur noch 5 Minuten. Meine Körper konnte nicht mehr, doch ich würde nicht aufgeben. Ich stolperte über den Bordstein und fiel hin. Schnell rappelte ich mich wieder auf und rannte weiter durch einen Haufen Menschen. Ich war fast da. Wieder warf ich einen Blick auf den Countdown. 30 Sekunden vor dem Crash.
Atemlos lief ich um die Ecke und war zu spät. Ein Auto raste in seins und ich blickte zur Seite. Ich war zu spät. Ich schloss die Augen und schüttelte den Kopf. Ich konnte das nicht länger mit ansehen, doch als ich meine Augen wieder öffnete war ich, wie auch schon die letzten Male, in meinem Bett.
Der Wecker klingelte und der Countdown wurde angezeigt.
11 Minuten.
Ich stand auf zog mir die Jacke und die Schuhe über und rannte aus dem Haus. Er durfte einfach nicht sterben. Wie sollte ich es je aufhalten können? Ich konnte nicht akzeptieren, dass er tot war. Ich musste es verhindern. Ich liebte ihn doch. Vor mir entdeckte ich schon die Straßengang, die mich erneut zurück drängte, diesmal war ich aber schneller und umrundete sie direkt und lief weiter. Die Frau mit dem Flyer kostete mich wieder ein paar Sekunden. Der Countdown zeigte 6 Minuten. Vielleicht könnte ich es diesen Mal schaffen.
Doch grade als ich wieder Hoffnung sah stolperte ich über diesen scheiß Bordstein. Mit letzter Kraft stellte ich mich auf und rannte weiter. Durch die Menschenmenge quetschte ich mich und entdeckte eine Seitengasse, die schneller zu durchqueren sein sollte.
Ich kam an der baldigen Unfallstelle an. Wie sollte ich das ganze verhindern? Doch da war es schon zu spät. Die Zeit war abgelaufen.
Schreiend lag ich erneut in meinem Bett. Schuhe und Jacke strif ich mir über. Und machte direkt einen großen Bogen um die Straßengang. Der Frau mit dem Flyer nahm ich direkt den Flyer aus der Hand, ohne viel Zeit zu verlieren. Ich stopfte den Zettel in einen Tasche. Dann rannte ich durch den Seitenweg und von dort einfach auf die befahren Straße. Die Autos hupten, doch ich beachtete die Gefahr nicht und entdeckte schon das Auto, dass Julien umfahren würde. Es rastet auf mich zu. Von der anderen Seite kam Ju.
Ich wusste nicht, was genau ich hier tat, doch als ich meine Augen öffnete lag ich wieder in meinem Bett. Ich seufzte und statt aufzustehen und zu rennen, blieb ich liegen. Nein, er war tot und so sollte es scheinbar auch sein.
Ich konnte nicht mehr. Ich wollte ihn nicht mehr sterben sehen. Die ganzen 11 Minuten lag ich in meinem Bett und betrachtete den Countdown. Ich konnte Julien nicht gehen lassen und doch tat ich es grade. Der Countdown war vorbei und fing wieder von vorne an.
Ich konnte es nicht mehr. Es tat so weh ihn immer auf's neue zu verlieren. Ich atmete durch, kurz bevor auch der nächste Countdown zu Ende war. Ich würde akzeptieren müssen. Er war tot.
Und als ich die Augen öffnete war der Countdown weg und ich konnte mein Handy wieder normal benutzen. Ich sah auf. Hieß das er war weg? Die Zeit lief weiter. Wie lange hatte ich jedes mal auf's neue versucht ihn aufzuhalten. Diese unzähligen Male. Ich hatte keine Zahl mehr im Kopf. Und der Schlüssel war aktzeptanz.
"Warum tut ihr mir das an?"schluchzte ich.
Diese Zeitspiele sollten ein Ende. Warum quälten sie mich so? War es nicht genug, dass sie mir meine Familie genommen hatten? Jetzt auch noch ihn. Julien. Die einziege Person, die ich sonst noch geliebt hatte. Jetzt hatte ich niemanden mehr. Ich hatte keine Freunde mehr, damit ich sie vor so einem Unheil bewahren konnte. Ich dachte ernsthaft, dass ich Ju beschützen hätte können, doch ich hab mich geirrt. Die Zeitspieler kamen mir immer in die Quere und doch würde ich sie nie aufhalten können. Schluchzend brach ich zusammen. Mir fehlte die Kraft für einen Willen. Nichts hatte mehr Wert ohne Menschen in meinem Leben. Ich würde für immer alleine sein und ich dachte wenigstens, dass Julien bei mir sein dürfte.
"Lasst mich in Ruhe."wimmerte ich in der Hoffnung, dass die Zeitspieler mich hörten, doch bekam ich bloß ein hämisches Lachen zurück. Es würde nie Ende.
_______
Gegen Ende ist es dann ausgeartet. Die Grundidee stammt übrigens von dem Lied '11 Minutes' von Halsey und Yungblud.
Ich weiß auch nicht woher jetzt das Ende kam, aber gut.
DU LIEST GERADE
Polaroid||YouTube Oneshots
Fanfiction~Polaroid~ Po·la·ro·id /...ˈrɔ͜yt/ Substantiv, Neutrum Start:22.04.19 Ende:19.03.21 Jede gute Geschichte hinterlässt Bilder
