Jimin saß den Großteil der Zeit auf der Couch neben seinen besten Freunden und schauten diesen zu, wie sie immer abwechselnd verlierten. Auch er hatte sein Glück zwei Mal probiert, es dann jedoch sein lassen, da er weder Erfolg noch wirklich Spaß hatte. Er verstand selbst nicht wieso, denn er verbrachte seine Freizeit mit ganz ähnlichen Spielen und müsste er sich die Konsole nicht mit seinem Bruder teilen, hätte er seine Spiele schon mehrmals durchgespielt. Nur heute konnte er es nicht wirklich genießen. Vielleicht lag es daran, dass seine Gedanken mit etwas anderem beschäftigt waren als dem Spiel auf dem Bildschirm.
Sein Blick wanderte wieder zu dem Jüngsten der Gruppe, der gerade die Fernbedienung an Taehyung weitergab. Dabei fiel dem Freund mit pfirsich-farbenem Haar wieder einmal auf, wie glücklich die anderen beiden waren und das ganz ohne, dass Jimin sich irgendwie an der Situation beteiligte. Sie waren ohne den Ältesten glücklich, zumindest wirkte es so auf ihn. Plötzlich verspürte Jimin eine unbeschreibliche Kälte, die eher seine Emotionen als seinen Körper betraf, trotzdem zitterte er kurz. Und obwohl der Junge es nie in einem anderem Haus als in seinem eigenen machen wollte, schon gar nicht in der Wohnung seines besten Freundes, fragte er jetzt nach dem Bad. Er wusste zwar, wo es sich befand, doch wahrscheinlich hatte er die Hoffnung, dass die zwei Jüngeren nachfragten wieso und ihn von seinem Vorhaben abhielten. Nichts davon geschah. Nein, sie schienen nicht einmal zu erkennen, wie trotz der sehr monotonen Stimmlange ein Zittern, das vermutlich von Trauer oder Verbitterung ausgelöst wurde darin war. Stattdessen erklärte Taehyung ihn nochmal kurz den Weg, bevor Jimin dessen Beschreibung folgte und ein wenig später die Badezimmertür hinter sich schloss.
Er hatte nicht viel Zeit, denn seine Freunde sollten keinen Verdacht schöpfen und deswegen legte er dieses Mal nicht seine Oberschenkel frei, sondern zog nur den Ärmel seines Sweatshirts hinauf. Für ein paar Sekunden verweilte sein Blick auf seinem noch unversehrten Unterarm, bevor er mit einem traurigem Schulterzucken die silberne Klinge ansetzte. Es war eh noch viel zu kalt für kurze Ärmel, also müsste er nichts wirklich verstecken und bis es endlich warm genug wäre, wären sie schon verheilt. Er zog das dünne Metallstück mehrmals durch die zarte Haut seines Unterarmes, wobei Jimin auffiel, wie einfach sich die Haut hier zerschneiden ließ. Am Oberschenkel musste er schon ein wenig fester aufdrücken.
Während der Junge sich im Badezimmer befand, hatte dieser jegliches Zeitgefühl verloren und er schaute fasziniert zu, wie sich Blutbläschen bei den neuen Schnitten bildeten als er unterbrochen wurde. Und zwar von einem vorsichtigen Klopfen an der weißen Holztür und einer noch vorsichtiger klingenden Stimme: „Jimin? Bist du da drinnen?" Es war die von Taehyung.
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Feeling guilty || YOONMIN
Fanfiction"Ich fühl mich schuldig." "Wieso denn?" "Weil ich leide." --- boyxboy Diese Geschichte beschäftigt sich unter anderem mit psychischen Erkrankungen, wie z.B. Depressionen und themmatisiert Selbstverletzendes Verhalten und andere schwerwiegende Proble...
