Nachdem Jimin realisiert hatte, was er gesagt hatte, schaute er geschockt auf. Direkt in die Augen seines Gegenübers, der ihn verwirrt anschaute und schon die nächste Frage stellte: „Wen?" Doch auf diese erhielt er keine Antwort, stattdessen sprang der Jüngere auf und rannte beinahe vom Spielplatz, nachdem er sich entschuldigt hatte. Wofür wusste Yoongi allerdings nicht.
Schon während des Heimwegs, machten sich die Monster in Jimins Kopf bemerkbar. Sie schrien ihn aus den verschiedensten Gründen an. Sein Hass auf sich selbst, wuchs mit jeder Sekunde. Er war schuld daran, dass seine beiden besten Freunde zum Ende hin so nachdenklich gestimmt waren. Er war schuld daran, dass Yoongi nun verwirrt und verletzt war. Aber noch ein Gedanke quälte Jimin, auch wenn es sich bei diesem um keinen neuen handelte. Er hatte schon wieder zu viel verraten und er hatte es einer fremden Person verraten. Auch wenn er schon mehrmals mit Yoongi gesprochen hatte, im Vergleich zu Tae und Kooks war er ein Wildfremder. Und dennoch wusste dieser jetzt schon so viel mehr als seine besten Freunde. Hatte er überhaupt noch das Recht sie als solche zu bezeichnen? Offensichtlich vertraute er ihnen nicht genug, dabei kannte er sie so lange. Und heute hatten sie es bemerkt und nachgefragt. Das machte Jimin zu einem Lügner, denn nun konnte er nicht nur schweigen, er hatte behauptet, es ginge ihm gut. Sobald er die Tür zu seinem Zimmer schloss, krümmte er sich auf seinem Teppichboden zusammen. Der Selbsthass und die Schuldgefühle schlugen auf ihn ein, während die Dunkelheit und das graue Gefühl jubelnd zuschauten. Er machte sich nicht einmal die Mühe das Licht anzumachen, denn er hatte es verdient. Da jeder in diesem Haus schon schlief, war Jimin für sich allein. Mehr oder weniger, denn die Gedanken waren immer noch so laut wie eh und je. Schließlich schlief Jimin erschöpft ein.
Er hatte vermutlich nicht einmal zwei Stunden geschlafen, als seine Mutter hereinkam, um ihn zu wecken. Irritiert musste sie feststellen, dass ihr Sohn anscheinend beschlossen hatte am Boden zu schlafen. Erst wollte sie es mit einem Schulterzucken abtun, immerhin war der Teppich flauschiger als jedes Bett in diesem Haus und teils vielleicht auch bequemer. Aber die enormen Augenringe deuteten auf andere Gründe hin und die zusätzliche Blässe in Jimins Gesicht ließ vermuten, dass er krank war. Dadurch musste Jimin nicht einmal versuchen seine Mutter zu überreden, dass er daheimbleiben dürfe. Denn er sollte es sowieso. Jungkook und Taehyung wollte er erstmal nicht begegnen, die Angst und Schuldgefühle saßen noch zu fest. Vielleicht konnten sie durch ihre Zeit zu zweit ja wieder ihre Fröhlichkeit zurück gewinnen, das versuchte der Junge mit dem pfirsichfarbenem Haar sich zumindest einzureden.
Da seine Mutter sich schlecht jedes Mal, wenn eines ihrer Kinder krank war frei nehmen konnte und Min-Jae auch nicht in der Schule fehlen durfte, um seinen Bruder gesund zu pflegen – Dieses großzügige Angebot kam natürlich von ihm selbst und hatte selbstverständlich nichts mit der heute anstehenden Geographie-Arbeit zu tun – war Jimin heute alleine Zuhause. Die ersten drei Stunden genoss er es, das Haus für sich zu haben, doch das änderte sich bald. Schnell war klar, dass über Tags nur totaler Blödsinn im Fernsehen lief und die Videospiele sich nicht durch Magie veränderten, nachdem er sie bereits durchgespielt hatte. Er hatte das Gefühl an Langeweile zu sterben und wenn er das nicht würde, dann an den Gedanken, die sich gemeinsam mit dieser bemerkbar machten. Kurzerhand beschloss Jimin duschen zu gehen und dann einen Spaziergang zu machen, da seine Mutter bis 18 Uhr arbeitete und sein Bruder heute Nachmittagsunterricht hatte, würde niemand bemerken, wenn Jimin für ein paar Stunden weg war. Nach einer halben Stunde stand er fertig angezogen und mit noch leicht nassen Haaren vor der Tür und machte sich auf den Weg. Obwohl Jimin ihn diesmal gar nicht beabsichtigt ansteuerte, erreichte er schon bald den Spielplatz. Er war schon dabei umzudrehen, da er ja eigentlich vorhatte spazieren zu gehen und nicht nur in der Kälte herumzusitzen. Doch ein leuchtend rosa Farbfleck in der eigentlich grauen Gegend hielt ihn auf. Er musterte den bunten Tupfer genauer und erkannte schnell, dass es sich um eine Jacke handelte. Und diese Jacke gehörte niemand anderen als Jimin, Yoongis kleiner Schwester. Der Schüler entschied sich also doch dazu noch ein bisschen auf dem Spielplatz zu verweilen und wollte dem Mädchen ein wenig Gesellschaft leisten. Als er auf die Sandkiste zuging, bemerkte sie ihn ebenfalls, aber statt ihm nur freudig zu winken, wie es Jimin tat, stürmte sie auf ihren Namenzwilling zu und umarmte ihn. Als sie sich wieder von den Oberschenkeln des Größeren löste, zog sie diesen sofort zur Sandkiste. Er setzte sich brav an den Rand, um dem Mädchen zuzuschauen, doch das schien ihr nicht zu reichen. Nur einen Moment später drückte sie dem Jungen eine grüne Schaufel in die Hand und deutete ihm damit, dass er mitspielen sollte. Und Jimin tat es tatsächlich. Bald wurde klar, dass Jimin sich wieder in ihrer Zuckerbäckerei befand und so half Jimin dabei alle Zutaten zusammen zu mischen und sie kreierten die schönsten Sandtorten.
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Hey Zuckerherzen!
Ich hoffe es hat euch gefallen ^^ schreibt mir euer Feedback ruhig in die Kommentare<3
Wo kauft ihr Konzertkarten?^^'
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Feeling guilty || YOONMIN
Fanfiction"Ich fühl mich schuldig." "Wieso denn?" "Weil ich leide." --- boyxboy Diese Geschichte beschäftigt sich unter anderem mit psychischen Erkrankungen, wie z.B. Depressionen und themmatisiert Selbstverletzendes Verhalten und andere schwerwiegende Proble...
