"Sehr gut, Miss Matthews. Ihre Blutwerte sind hervorragend, die inneren Blutungen kann man Ihnen kaum noch ansehen. Nur noch ein paar Blutergüsse. Keine Schäden durch die Operationen, Sie haben sich gut davon erholt. Ich werde Sie heute Mittag entlassen können.", erklärt mein Arzt und lächelt mich aufmunternd an.
"Na dann. Das Essen hier ist schrecklich."
Er lacht leise. "Ja, das stimmt wohl. Ich werde Sie jetzt alleine lassen, damit Sie duschen können. Ihre Sachen sind im Bad. Ich sorge dafür, dass der Papierkram erledigt wird und lasse jemanden anrufen, der Sie abholt. Sie sind noch nicht bei vollen Kräften und sollten erstmal nicht alleine draußen herumlaufen."
Mit diesen Worten verschwindet er und ich gehe, noch ein wenig wacklig auf den Beinen, ins Bad und zwenge mich aus der ekelhaften Krankenhauskleidung und stelle mich unter die Dusche. Das warme Wasser prasselt auf meine Haut.
Das einzige, was in der Tasche war, die Max mir vorbeigebracht hatte, war Unterwäsche, eine schwarze Strech - Hose, ein weißes T-Shirt und ein hellblauer Hoodie, schwarze Chucks.
Meine Haare föhne ich kurz, damit sie nicht klatschnass sind, dann binde ich sie zu einem Zopf zusammen. Max wartet schon auf mich.
"Endlich draußen, huh?" Er nimmt mich in den Arm.
"Das klingt, als wäre ich im Gefängnis gewesen.", gebe ich zurück und er nimmt mir die Tasche ab, in die ich alle meine Sachen gepackt habe, die mit der Zeit in meinem Zimmer gelandet sind. "Danke."
Er führt mich nach draußen. Eine Krankenschwester hält mir ein Klemmbrett hin. "Ich brauche nur noch eine Unterschrift, dann können Sie gehen." Schnell kritzle ich meinen Namen auf die grade Linie und lächle ihr freundlich zu, sie war immer sehr nett zu mir.
"Ich hoffe wir sehen uns in nächster Zeit nicht wieder.", meint sie, leicht mitleidiger Blick. "Ich bezweifle es. Die Polizei hat die Jungs schon festgenommen. Ich glaube nicht, dass sie mich so schnell noch mal anfassen."
Wir verlassen das Krankenhaus, dann laufen wir ein Stück und kommen an einem Auto an. Es ist Caleb. Das letzte Mal, als ich mit ihm geredet habe, bin ich vor ihm und Niall weggelaufen.
Als ich ihn sehe, muss ich lächeln. Ich laufe auf ihn zu. "Cal.", grinse ich und umarme ihn. "Caro. Was machst du nur immer.", lacht er kopfschüttelnd.
"Scheiße baun', wie immer. Es tut mir übringens Leid. Dass ich dich geschlagen habe und dann gegangen bin, ohne noch etwas zu sagen."
Er winkt ab. "Kein Problem. Ich hätte dich nicht küssen sollen. Aber ich habe diesen blonden Typen gesehen, der dich beobachtet hat, als wäre er besessen oder so. Ich wollte dich eigentlich nur beschützen. Ehm... ich hätte dich vermutlich darüber informieren sollen."
Ich steige in den Wagen ein, dann drehe ich mich zu ihm nach hinten um. "Kein Problem. Ich hätte nicht so überreagieren sollen. Alte Angewohnheiten. Wir sind damit durch?"
"Wir sind damit durch."
*** *** *** *** *** *** ***
In der Wohnung wartet Eric bereits auf mich. Er scheint erleichtert mich zu sehen, obwohl er mich natürlich mehrmals besucht hat.
"Es war so schrecklich leer hier ohne dich. Ich hoffe du hast Niall endlich abgeschossen."
Ich lache abwertend. "Habe ich. Und ich werde nicht mehr zu ihm zurückkriechen. Ich habe aus meinen Fehlern gelernt. Und so schnell werde ich nicht mehr auf schöne blaue Augen reinfallen."
Er streckt seinen Daumen in die Höhe. "Ich hab Gnocchi Sorentina bestellt."
"Ich habe die neue Staffel von American Horror Story gekauft.", grinst Max
"Und dein Tee steht schon bereit.", meint Caleb und setzt mich aufs Sofa.
"Wisst ihr was?", frage ich, ein wenig außer Atem von dem Treppensteigen. Synchron schütteln sie den Kopf.
"Ich bin echt froh, dass ich euch habe. Ich weiß nicht, was ich ohne euch machen würde."
Sie stehen vor mir, lachen, ich kenne den einen länger, als den anderen. Sie sind immer für mich da. "Vermutlich wärst immer noch Jungfrau, weil du dich auf niemanden einlassen würdest." Typisch Caleb.
"Und dein eigener Bruder hätte dich gefeuert, weil du einfach immer zu spät gewesen wärst." Vielen Dank, Max.
"Und du wärst vermutlich nicht zur Uni gegangen, wenn dich dein toller Mitbewohner nicht jeden Morgen aus dem Bett gezogen hätte, damit du deinen Arsch hoch bekommst." Eric der Charmeur.
"Ey, das war nur das erste Semester.", versuche ich mich zu verteidigen. "Und Josh hätte mich nicht gefeuert!", wende ich mich an Max. "Und ich hätte meine Jungfreulichkeit schon verloren. Mary hätte das sicher gestellt."
Sie ziehen die Augenbrauen hoch, einer nach dem anderen. "Okay, okay, okay. Ich versuche ja nur meine Würde zu bewahren. Aber ihr habt Recht. Wann kann der Spaß beginnen."
Sofort legen sie die erste DVD ein und bringen mir meinen Tee, dann kommen sie zu mir. "Ich hoffe, dass ihr auch für euch was zu essen bestellt habt."
Es klingelt an der Tür. "Aber natürlich."
Sie nehmen zwei Pizzakartons und zwei Aluminiumschalen entgegen. Alles landet auf dem Tisch. Zusammen reden wir mehr, als, dass wir unsere Aufmerksamkeit der Serie widmen.
Max, Caleb und ich gehen schon seit der Middleschool alle zusammen in die gleiche Stufe. Seitdem wir zusammen waren, hangen wir oft miteinander ab. Auch Eric scheint sich gut mit ihm zu verstehen.
Ich war nie der Mensch, der viele Freunde hatte, doch mit diesen hier und Mary war ich überaus zufrieden. Mit ihnen an meiner Seite, brauchte ich erst mal keinen Freund. Und erst Recht keinen, der mir das Gefühl gibt etwas Wichtiges zu sein und mich dann hinter meinem Rücken mit einer Nutte betrügt.
Und es dann nicht einmal schafft es mir zu sagen, wenn ich von seinen Freunden zusammengeschlagen in einem Krankenhaus liege und so offensichtlich sauer auf ihn bin.
Es ist traurig. Sehr sogar.
Aber jetzt weiß ich, wie viel ich ihm wirklich wert bin. Und es ist gut zu wissen, dass er mir nicht mehr weh tun kann. Denn mir ist klar, dass es nicht viele Leute gibt, die mich vor so etwas beschützen werden. Doch immerhin sind es diese vier. Und ich könnte mich kaum glücklicher schätzen.
Sorry, dass ich länger gebraucht habe, aber mein W-lan hat nicht funktioniert. 4 Tage lang. Ich bin fast gestorben! Scheiß Unitymedia :|
DU LIEST GERADE
30 Minutes | Niall Horan
FanfictionNiall ist anders. Er hat geschafft, dass ich ihn liebe. Er hat 30 Minuten gebraucht, um mein Herz zu erobern und mir den Boden unter den Füßen weggerissen, als seine Freunde kamen und er zum Gegenteil dessen wurde, was ich an ihm wertschätzte. Es tu...
