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Kapitel numero F Ü N F. . .

Die nächsten Wochen laufen immer nach dem gleichen Schema ab. 

Morgens mache ich mich fertig und frühstücke in Ruhe und hänge mit Eric und Max ab. Dann fahre ich zur Universität und besuche meine Kurse, dann gehe ich nach Hause und lerne. Gegen halb neun fange ich an mich für den Job vorzubereiten, mehr oder weniger pünktlich gehe ich los zur Arbeit.

Freitags und manchmal auch Sonntags treffe ich mich mit Niall. Wir reden meistens. Er hat mich nicht noch einmal geküsst und wir haben auch nicht mehr darüber geredet. 

Sonntags kommt er dann auch in die Bar und wir unterhalten uns die üblichen 30 Minuten, bis seine Freunde kommen und er mir das Herz bricht. Jede Woche wieder. Jedes Mal aufs Neue. Die Zeit, die wir zusammen verbringen geht immer so schnell vorbei und ich sehe alles durch diesen rosaroten Schimmer.

Wenn er hinten ist, kommt es mir so vor, als würde die Zeit stehen bleiben. Ich versuche meine Arbeit zu erledigen und einfach Getränke auszuschütten, freundlich zu sein, um möglichst viel Trinkgeld zu bekommen. 

Doch eigentlich versuche ich nicht wieder in Tränen auszubrechen und umzukippen. Ich weiß, dass es ein Fehler ist Niall nicht abzuschreiben, doch es geht einfach nicht anders. Für mich ist es unmöglich die Person, die ich liebe einfach abzuschreiben, als wäre sie x - beliebig.

Die Schmerzen sind beinahe unerträglich. Es ist, als hätte er zwei Personen in sich. Er ist so freundlich und offen. Und dann ist er einfach nur widerlich. 

Als ich meine Schicht vor einem Monat einmal verlängert habe, habe ich ihn angetrunken erlebt. Er war nicht mal richtig voll, konnte geradeaus laufen. Doch er war genau das Gegenteil. 

Oft habe ich darüber nachgedacht, ob er möglicherweise Schizophren ist. Doch nachdem ich nun schon viel Zeit mit ihm verbracht habe glaube ich das nicht. Tagsüber ist er immer so. Da ist er immer Niall. Nur abends, Sonntag abends wird er zum ekelhaften Freier.

"Scheiße, ich bin schon wieder viel zu spät dran.", seufze ich und werfe mir schnell meine Tasche über die Schulter. "Soll ich dich fahren?", fragt Max grinsend und ich sehe ihn dankend an. "Das wäre wahnsinnig lieb, danke."

Zusammen verlassen wir die Wohnung im dritten Stock und setzten uns auf das Motorrad. In einem schnellen Tempo fahren wir durch die Straßen und kommen etwa zehn Minuten später, als ich eigentlich da sein sollte, an der Bar an.

"Ich komme mit. Ich hab sowieso nichts besseres zu tun.", meint er, nachdem ich fragend angesehen habe, als er seinen Helm ausgezogen hat.

"Okay.", lächle ich und er begleitet mich zur Tür im Innenhof. Josh wartet in der Tür seines Büros. "Wow. Fast eine viertel Stunde.", lacht er und nickt Max grüßend zu. "Tut mir Leid ich hatte noch so viel zu lernen.", erkläre ich entschuldigend.

"Bist ja die letzten Wochen meistens pünktlich gewesen.", winkt er ab und deutet mir mich umzuziehen. Während ich mich entsprechend kleide unterhalten sich die beiden ein wenig.

"Und? Was führt dich hierher?", fragt mein Bruder. "Caro geht es immer schlechter. Ich wollte ihr einfach Gesellschaft leisten."

"Ihr geht es immer schlechter? Sie scheint immer gut drauf zu sein."

Genervt versuche ich sie zu ignorieren, doch flüstern ist nicht so ganz ihr Ding. "Tagsüber ja. Wenn sie nach Hause kommt nein. Sie weint oft. Ich mache mir wirklich große Sorgen. Was ist wenn sie wieder anfängt, du weißt schon?"

Augenverdrehend gehe ich wieder in den Flur und ziehe Max mit mir mit. "Du musst nicht den Seelenklempter spielen, Max. Ich komme schon klar.", seufze ich und platziere mich hinter der Bar, er setzt sich auf einen Stuhl vor mir.

30 Minutes | Niall HoranGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt