Schon seit einigen Wochen hatte die Schule wieder begonnen. Alles war ganz so wie immer. Zaubertränke war nach wie vor Lucretias Lieblingsfach und Slughorn lobte sie, sowie Riddle mehr als nur oft. Gerade saß die junge Hexe in der Bibliothek und arbeitete an einer Hausarbeit für Geschichte der Zauberei. Es war wirklich ein trockenes Fach, doch irgendwie machte es ihr trotzdem Spaß. Es gab wohl kein Fach, außer Pflege magischer Geschöpfe, welches sie nicht mochte. Vertieft in ihre Arbeit wurde sie aus den Gedanken gerissen.
„Die wunderschöne Miss Black versteckt sich also in der Bibliothek" meinte eine liebliche Stimme, die zu Rufus Lestrange gehörte. Lucretia sah zu dem jungen Zauberer auf.
„Ich verstecke mich nicht, Mister Lestrange, ich arbeite lediglich an meiner Hausarbeit um die UTZs möglichst gut abzulegen" führte sie aus und legte die Feder beiseite. Lestrange setzte sich und grinste sie an „ich verstehe, dass Ihr Bruder versucht Sie von uns fernzuhalten." Lucretia verdrehte innerlich die Augen.
„Nun laut ihm sind Sie nicht der beste Umgang für mich und ich muss zugeben, in diesem Punkt vertraue ich ihm ganz und gar" Sie schüttelte den Kopf leicht. Der junge Mann lachte lediglich „Sie sind zu Ihrer Schönheit also noch mutig? Interessant." Er wollte noch etwas hinzufügen als ein Papierschnipsel sich vor ihm materialisierte. Schnell griff der Zauberer danach und las es rasch ohne ihr eine Chance zu geben, ebenfalls die Botschaft zu lesen. Das Grinsen war seinem Gesicht entwichen und er Blickte eher ernst drein als noch zuvor so amüsiert und selbstbewusst.
„Nun es war eine Ehre mit Ihnen gesprochen zu haben, Miss Black. Ich hoffe doch sie begleiten mich mal auf einen Spaziergang?" fragte er wobei er schon aufstand. Lucretia nickte zustimmend nur. Irgendetwas stimmte nicht. Etwas wichtiges hatte in dem Brief gestanden und sie hoffte fast, dass es mit ihm und seinen Freunden zusammenhing. Als Lestrange rasch verschwunden war, erhob sich Lucretia ebenfalls. Sie hastete zum Ausgang der Bibliothek, wobei sie sich trotzdem Mühe gab nicht zu hektisch zu wirken.
Sie sah Lestrange gerade um eine Ecke biegen und lief schnell leise hinterher. Vorsichtig folgte sie ihm hinunter zu den Kerkern des Schlosses. Sie bemerkte dass der junge Zauberer sich immer wieder nach möglichen Folgenden umsah, also musste sie vorsichtig sein. Er lief immer tiefer in das Schloss hinein und hielt plötzlich vor einer alten verstaubten Tür. Er öffnete diese einen Spalt und ging hinein. Nun musste sie überlegen. Sollte sie ihm folgen? Oder lieber hier warten? Kurzentschlossen öffnete sie die Tür einen Spalt und spähte hinein. Der Raum war groß. Schon fast eine richtige Halle. Zu ihren Glück erkannte sie Säulen an den Wänden. Sie öffnete die Tür etwas weiter und sah die Jungen alle gesammelt vor Riddle stehen. Sie huschte hinein als niemand hinsah. Ihr Herz raste doch das hielt sie nicht von ihrer Tat ab. Sie versteckte sich an der hintersten Säule und drückte sich gegen die Wand um ihnen zu lauschen.
„Ihr wisst wieso ihr hergekommen seid?" fragte Riddle in die Runde und beinahe wie im Chor kam als Antwort „Ja, Mylord."
Wieso nannten seine Freunde ihn ‚Lord'? Sie verstand nicht ganz was sie als nächstes sagten also lehnte sie sich etwas hinter der Säule hervor. Riddle rief einen Fünftklässler Jungen nach vorn. Sie kannte den Jungen nicht, nur vom sehen, da er auch ein Slytherin war.
„Wir werden Vincent Zabini heute in unseren engeren Kreis aufnehmen." verkündigte Riddle laut.
Dann zückte er seinen Zauberstab. Er schob den Ärmel des Jungen hoch, wie sie es aus der Ferne erkannte. Sie sah ihn keinen Spruch murmeln, kein Wort glitt über die Lippen des Schülersprechers, doch Zabini verzog schmerzerregt das Gesicht. Fast wäre sie hingelaufen und hätte ihm geholfen, doch das ging nicht. Es dauerte eine Weile bis Riddle von ihm abließ.
„Zieh deinen Zauberstab" befahl er kalt. Der Junge gehorchte und ging vor Tom auf die Knie. Wie ein blonder, wahrscheinlich Malfoy, ihm bedeutete.
„Und jetzt sprich mir nach!" kam erneut ein Befehl. Die nächsten Worte blendete sie aus. Nur wenige Sekunden später war an der Decke ein Symbol mit einem Totenkopf und einer Schlange die aus ihm hervorkam. Die anderen Zauberer riefen etwas im Einklang und dann zogen auch sie ihre Zauberstäbe, entblößten ihre Unterarme und taten es Zabini gleich. Der Raum wurde in grünes schummriges Licht getaucht und ihr Herz schlug schwer gegen ihre Brust. Sie hatte Angst. Sie wusste nicht was das sollte, doch ihr Zwilling war darin involviert und es sah nicht nach etwas Gutem aus. Natürlich wusste sie, dass die Jungen schon öfter entgegen der Regeln gehandelt hatten. Es war keine Überraschung für sie, dass sie ab und an ein paar freche Gryffindor mit dem Cruciatus ruhigstellten. Auch Lucretia hatte schon den Cruciatus gesprochen, so war es kaum besonders. Doch was hier vor sich ging, war mehr als nur ein einziger unverzeihlicher Fluch. Das hatte sie im Gefühl. Sie sah wie das Zusammentreffen beendet wurde. Alle verneigten sich vor Riddle und verließen dann den Raum. Sie drückte sich wieder fest gegen die Wand.
„Willst du nicht auch gehen, Abraxas?" schallte Riddles Stimme ruhig durch den Raum.
„Nein ich wollte noch etwas nachsehen" meinte Malfoy daraufhin.
„Nungut bis später" klang es von Riddle ehe sie auch schon seine Schritte im Gang verhallen hörte. Die Tür Schloss sich und sie hielt den Atem an. Nun war sie hier. Allein mit Abraxas Malfoy, der was auch immer hier tun wollte. Sie hörte dichter kommende Schritte und presste sich eng an die Säule in der Hoffnung einfach unsichtbar zu werden. Den Zauberstab hielt sie fest in der linken Hand, welche leicht zitterte.
„Es gehört sich nicht Andere zu belauschen" hauchte es kalt in ihr Ohr. Sie bekam Gänsehaut und drehte den Kopf zur Seite um ihn ansehen zu können.
„Ich..bin durch Zufall hier" meinte sie flach und umfasste den Zauberstab unbemerkt noch fester. Irgendwie sagte ihr Gefühl ihr, dass sie ihm nicht trauen durfte.
Malfoy lachte kalt „Aber sicher doch....Lüg mich nicht an, Lucretia. Ich weiß warum du hier bist und wie du uns gefunden hast."
Es erschreckte sie wahrhaftig. Es fühlte sich nicht an, als würde er bluffen, also musste er es wirklich wissen, doch wie?
„Hör mir gut zu" sagte er wieder ernster und kam ihr Näher. Er kesselte sie nahezu ein, beide Hände an der Wand neben ihrem Kopf abgestützt „Du wirst vergessen, was du hier gehört und gesehen hast und du wirst nie wieder versuchen und nachzuspionieren. Verstanden?!" Er kam ihr unangenehm nah. Und sah direkt in ihre Augen. Das kalte blau zog sie ganz in seinen Bann und ließ sie erschaudern. Wenn er so war, konnte er wirklich furchteinflößend sein.
„Ich habe gefragt, Verstanden?!" sagte er deutlicher und kniff die Augen zusammen. Sie brachte nicht mehr hervor als ein Nicken. Wieso war sie genau jetzt so eingeschüchtert, wo sie sich sonst nie etwas sagen ließ?
Abraxas ließ nicht wie erwartet von ihr ab, stattdessen kam er noch näher. Er drückte seinen Körper an ihren. Im Gegensatz zu ihm war sie klein, fast schon zierlich. Er war gut gebaut und groß und konnte so auf sie hinab sehen. Ehe sie sich versah drückte er auch schon grob seine weichen Lippen auf die ihren. Gerade als sie den Zauberstab zücken wollte war sie auch schon, mit einem wortlosen Expelliamus seinerseits, entwaffnet. Sie versuchte ihn mit den Händen von sich zu drücken doch gelang es nicht. Er biss ihr daraufhin leicht in die Lippe, doch die Hexe gab nicht auf und presste die Hände weiter gegen seine Brust. Er löste sich grinsend wieder. Fassungslos sah sie in seine Augen, doch dann hatte er sich auch schon umgedreht und war verschwunden.
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Hidden Secrets// Harry Potter FF
Fanfiction„Wie lange soll es noch so weiter gehen?" - „Solange wie ich sage, dass es weiter geht" 1945 Das letzte Schuljahr von Lucretia Black und ihrem Bruder Orion. Als stolze Slytherin will sie sich voll und ganz auf die Schule konzentrieren, doch passier...
