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Ihr wurde heiß und kalt zugleich. Sie hatte mit dem Rücken an eine Wand gelehnt dagestanden, doch nun war ihr Körper voller Anspannung. Hinter ihrem Rücken hatte sie den Zauberstab fest umklammert.

"Du hättest vorher mit mir reden müssen" erwiderte sie weniger zittrig, als sie sich fühlte.

"Ich muss gar nichts" meinte er schroff und trat einen Schritt auf sie zu.
Sein Blick wanderte über ihren Körper wieder direkt in ihre Augen "Wie kannst du es nur wagen mich, deinen Verlobten, dermaßen schlecht dastehen zu lassen?!" Fauchte er sie plötzlich an.

Das Adrenalin, das sie durchströmte, gab ihr Mut.

"Es ist nicht, als würde ich dich als meinen Verlobten wollen, Malfoy. Auch wenn du denkst, du seist mir zu nichts verpflichtet, so erwarte ich, dass du Dinge solcher Wichtigkeit mit mir besprichst." Erwiderte sie beinahe neutral und kühl.

Seine Augen loderten ein erneutes Mal wütend auf.

"Du hast kein Recht so, mit mir zu sprechen." Spuckte er ihr entgegen.

Langsam schüttelte die Black den Kopf.
"Es ist traurig, dass du so denkst. Immerhin bin ich in manchen Fächern nicht nur gleich gut, sondern besser als du, Malfoy. Heißt es nicht Wissen ist Macht?!" Provozierte sie ihn.

Wenige Sekunden später hatte er seinen Stab auf sie gerichtet und meinte zwischen zusammengebissenen Zähnen "ein Wort mehr und ich verliere endgültig die Beherrschung. Glaub mir das willst du nicht."

Sie ließ sich davon nicht beirren und richtete ihren Stab ebenfalls auf ihn.
„Das ist mir egal. Jetzt ist es mal an mir, die Meinung zu sagen." setzte sie seinen Worten entgegen.

Er war mehr als wütend. Sie hatte seinen Stolz verletzt und selbst ihr war bewusst, dass ein Malfoy empfindlich auf eben dies reagierte. Erst das Bloßstellen vor all den möglichen Zuschauern im Speisesaal und jetzt die Provokationen, die sie ihm entgegenwarf.

Dann fiel schon der erste lautlose Fluch seinerseits.

„Protego!" Rief sie gerade rechtzeitig.

„Wie kannst du dich trauen deinen Stab gegen mich zu erheben?!" zischte er eiskalt.

Er erneut fiel ein Fluch. Ganz konnte sie ihn nicht  ab puffern, aber es genügte, dass der Stupor von Malfoy kaum Wirkung zeigte.

Nun nahm sie all ihren Mut zusammen und feuerte einen Petrificus Totalus auf den Blonden.

Als dieser den Fluch erkannte und ohne Mühe abwehrte, sah sie wie er noch wütender wurde.

Im nächsten Moment ertönte ein wütendes „Crucio!" In Schock musste sie schnell handeln.

Auch sie spürte die Wut in sich hochkochen und so kam auch von ihr nach einem kraftzehrendem „Protego" ein deutliches „ Crucio"

Sie nutzte den unverzeihlichen Fluch selten. Genau genommen hatte sie es erst einmal getan. Doch ihr Fluch war stark. Sie hatte all ihre Mut und den eigenen Schmerz hinein gelegt.

Auch Abraxas musste spüren, wie mächtig ihr Fluch war. Er wirkte kurz überrascht, aber wehrte auch diesen Fluch, wenn auch mit etwas Mühe, ab.

Der unverzeihliche Fluch hatte sie müde und langsamer gemacht und so war es ihm ein leichtes sie zu entwaffnen. Ihr Zauberstab fiel direkt in seine freie Hand und mit geweiteten Augen starrte sie den Blonden an.

Lucretia begann zu zittern. Jetzt hatte sie verloren. Seine Augen funkelten gefährlich.
Seine Stimme klang ruhig als er sagte „So so jetzt will eine Frau, nein meine zukünftige Frau, mich schon schmerzen leiden sehen..." die Gelassenheit, welche er ausstrahlte, brachte die Gefahr mit sich.

Im nächsten Moment sackte sie auf dem Boden zusammen. Ein brennendes Gefühl durchflutete ihre Venen. Sie wand sich und schrie laut auf vor Schmerzen, doch das alles nützte nichts. Niemand würde sie hier hören. Dazu waren sie weit genug vom Geschehen entfernt. Die Schmerzen schienen endlos. Viel länger als das letzte Mal. Es war, als würde sie ersticken und gleichzeitig, als würden ihre Lungen platzen. Sie kratzte sich über die Unterarme um die Schmerzen irgendwie zu mildern und auf einen anderen Punkt zu konzentrieren, aber sie fühlte sich wie unter Strom gesetzt. Als würde sie lebendig verbrennen. Ihr war unglaublich schlecht.

„Abraxas mein Freund, es ist genug. Vergiss dich nicht" nahm sie unklar eine Stimme wahr.

Eine andere brüllte aufgebracht „Hör sofort auf damit, Malfoy!"

Plötzlich war der Schmerz verschwunden. Sie atmete schwer und unregelmäßig und es flimmerte vor ihren Augen. Sie blinzelte ein paar Mal ehe sie zu dem Blonden aufsehen konnte, der diesen Schmerz verursacht hatte.

Abraxas hatte den Stab sinken lassen und sah kalt auf sie hinab. Auf seiner Schulter lag die Hand des Schulsprechers, Riddle. Ihr Bruder stand entfernt von ihnen, den Stab auf Malfoy gerichtet.

„Lasst mich mit ihr allein" verlangte der Blonde Slytherin.

„Den Teufel werde ich tun, Malfoy. Du wirst auf der Stelle gehen und ihr nie wieder zu Nahe kommen" fauchte ihr Zwilling.

Orion musste ihren Schmerz gespürt haben im Herzen. Deshalb hatte er sie wahrscheinlich gefunden. Wer wusste, was ansonsten geschehen wäre. Sie zitterte noch immer am gesamten Körper.

„Falls du es vergessen hast, ist sie meine Verlobte. Besiegelt mit einem unbrechbaren Schwur. Also geh jetzt, Orion" verlangte Abraxas.

Ihr Bruder wollte etwas antworten, aber Tom schritt ein.

„Lass ihn machen. Du wirst sie nicht ihr ganzes Leben im Auge behalten und schützen können. Sie muss lernen mit Konsequenzen zu leben. Außerdem bin ich sicher, Abraxas wird nichts unvernünftiges tun, was ihr weitreichend Schaden würde. Er braucht sie ja immerhin noch" überredete Riddle ihren Bruder.

Dieser wagte es nicht zu widersprechen und sagte mit zusammengepresstem Kiefer „Ja, Mylord" dann ging er zögernd mit Riddle davon, wobei er Malfoy noch einen tödlichen Blick schenkte.

Abraxas murmelte nur ein „Danke, Mylord" an Riddle gerichtet und wandte sich wieder ihr zu.

„Hast du jetzt verstanden, wie du dich mir gegenüber zu benehmen hast?!" fragte er mit eisiger Stimme.

Sie zögerte, aber nickte, als er auf sie zukam. Erneut begann ihr Körper zu zittern. Das schweißnasse Haar klebte an ihrer Stirn und als er erneut den Stab auf sie richtete, befürchtete sie schon das schlimmste. Stattdessen brachte er lediglich ihr Make Up und ihre Frisur in Ordnung.

„Steh auf" befahl er und sah auf sie hinab.

Zittrig erhob sie sich und stand ihm direkt gegenüber. Sie sah in seine Augen.

Einen kurzen Moment später presste er hart seine Lippen auf ihre. Es erinnerte sie an ihren ersten Kuss. Sie traute sich nicht ihn wegzustoßen, aber er löste sich selbst schnell und sagte „wir gehen jetzt zurück in den Saal und du wirst den ganzen Abend vorgeben, mich zu lieben. Wir verkünden unsere Verlobung und du wirst glücklich darüber sein. Niemand soll wissen, wie ich eigentlich zu dir stehe. Hast du mich verstanden?!"

Sie zuckte zusammen. Sie kannte diese Worte und die Antwort darauf, die er hören wollte. Schon als er sie zu gewissen Intimitäten gedrängt hatte, hatte er so mit ihr gesprochen.

Noch zu schwach, um zu widersprechen, erwiderte sie nur leise „Ja, verstanden..."

Ein kaltes, zufriedenes Lächeln huschte über sein Gesicht. Dann ließ er sie bei sich einhaken und ging mit ihr zurück.

Hidden Secrets// Harry Potter FFWo Geschichten leben. Entdecke jetzt