Als sie am Morgen erwachte blinzelte sie ein paar Mal. Es war noch dunkel draußen und nur im Mondlicht erkannte sie den schlafenden Abraxas, neben sich.
Langsam erhob sich Lucretia und zog einen Morgenmantel über. Sie nahm eines ihrer Bücher blind aus dem Regal und griff nach ihren Zauberstab.
Als sie aus dem Zimmer in den Korridor trat murmelte sie ein leises „Lumos!"
Sie schlich hinunter in das geräumige Wohnzimmer. Dort ließ sie sich auf dem Sofa nieder und schlug ihr Buch auf.
Sie versank in den Dunklen Künsten und konzentrierte sich ganz auf ihre Lektüre. Plötzlich vernahm sie eine amüsierte Stimme „Hat Abraxas Sie etwa hinausgeworfen, Miss Black?"
Als sie erschrocken aufsah, blickte sie direkt in die Augen von Lestrange. Der dunkelhaarige Junge grinste frech und hielt eine Tasse in dee Hand. Wahrscheinlich war es Tee.
„Was tun Sie um solch eine Uhrzeit hier, Mister Lestrange?" wollte sie wissen.
Der Junge lachte leise „Nun ja ich konnte nicht mehr schlafen."
Lucretia nickte gedankenverloren. Das hatte sie ganz verdrängt. Ein paar ihrer Gäste würden bleiben, bis sie in zwei Tagen nach Hogwarts zu reisen. Darunter waren alle von Riddles Anhängern, sowie auch Mony.
„Nun sagen Sie schon, was geschehen ist. Sie wirkten Gestern bei der Verkündung schon so blass." drängte Lestrange sie.
Seufzend meinte sie „Das hat Sie nicht zu interessieren." sie legte ihr Buch beiseite.
Rufus jedoch gab es nicht auf.
„Ich bin nicht dumm, Lucretia. Ich kenne deinen Bruder ziemlich gut und er sieht aus, als hätte er Nächte nicht geschlafen. Zudem wirkst du erschöpft und schwach. Ich könnte Wetten, dass es mit der Verlobung zutun hat." meinte er nur und lehnte sich an der Kommode hinter sich an.
Die Black erhob sich abrupt und richtete den Zauberstab auf den dunkelhaarigen.
„Wag es niemals wieder mich, als schwach zu bezeichnen!" zischte sie und ihre Augen funkelten.
Belustigt hob der Slytherin abwehrend die Hände „Ist ja gut. Ich denke du weißt schon was ich meine."
„Das ist nicht von Belang, für dich" gab sie scharf zurück und drehte sich um, um zu gehen.
„Warte! Wenn wir schon beide wach sind, lass uns doch wenigstens einen Tee trinken. Ich verspreche nicht weiter über dieses Thema zu sprechen." bot er an.
Die Black zögerte einen Moment, aber nickte dann.
„Na gut." stimmte sie ein.
Sie rief einen Hauselfen und befahl ihm Tee für Lestrange und sie zu bringen. Dieser stand auch schon wenige Sekunden später auf dem kleinen Tisch, neben dem Sofa.
Langsam setzte sich Lucretia wieder und machte eine auffordernde Geste an den jungen Mann, sich ebenfalls zu setzen. Dieser kam ihrer Einladung nach und ließ sich ihr gegenüber auf einem Sessel nieder. Er schenkte ihnen Tee ein und lehnte sich zurück.
"Ich hatte wirklich gedacht, ich würde einmal an der Stelle stehen, an welcher nun Abraxas steht." Meinte der dunkelhaarige gedankenverloren.
Verwirrt blickte sie ihn an und fragte vorsichtig "Wie meinst du das?"
Er schmunzelte leicht "Naja wusstest du nicht, dass unsere Eltern darüber nachgedacht haben, uns zu verloben? Weshalb bin ich denn sonst Anfang des Jahres in der Bibliothek zu dir gekommen? Ich wollte dich wenigstens vorher kennenlernen. Selbst Orion schien nicht wirklich ein Problem damit zu haben, als ich es ihm erzählt habe."
Perplex sah sie ihn an. Sie wusste nicht, ob sie nun glücklich sein sollte, dass sie diesem Schicksal entgangen war. Andererseits wirkte Lestrange im Gegensatz zu Malfoy, umgänglicher und höflicher, auch wenn er ab und an ein paar unanständige Kommentare machte.
"Nun ich gebe zu, davon wusste ich nichts...Es war sicher nicht Absicht meiner Familie, dich und deine Familie abzulehnen" meinte sie etwas steif und diplomatisch, wie man es sie gelehrt hatte.
Rufus lachte leise "Ach Unsinn! Ich bin froh, dass Abraxas glücklich ist. Außerdem glaube ich, dass du mit mir nicht glücklich geworden wärst."
Wenn sie doch nur mit Abraxas glücklich werden würde, schoss es ihr in den Kopf. In Gedanken nickte sie etwas. Sie überlegte, aber ergriff ihre Chance dann.
"Weißt du ich kenne Abraxas noch nicht so gut. So richtig erst seit ein paar Monaten. Du jedoch bist lange schon mit ihm befreundet, kannst du mir mehr über ihn erzählen?" Fragte sie zögernd.
Der Lestrange runzelte die Stirn "Nun ich denke das solltest du ihn selbst fragen...ich war der Ansicht ihr kennt euch bereits schon sehr gut, jedenfalls von dem was ich gehört habe." Er zwinkerte ihr schelmisch zu.
Kurz spürte sie ihre Wangen warm werden, doch zu ihren Glück errötete sie nicht.
"Du weißt so meine ich das nicht. Ich bin nur neugierig..." erwiderte sie leise.
"In Ordnung...lass mich nachdenken. Abraxas ist eigentlich im Umgang mit Frauen sehr charmant. Da ist er durchaus der Beste aus unserem Freundeskreis. Er ist auch sehr loyal, also uns gegenüber zumindest. So wirklich etwas festes hatte er glaube ich noch nicht..naja und was gibt es noch? Eigentlich nichts was nicht allgemein bekannt ist..." führte er aus.
Lucretia nickte leicht. Die charmante Seite hatte sie auch schon kurz einmal kennenlernen dürfen, aber vorrangig zeigte er ihr nur seine egoistische, kalte Seite.
„Danke für die Informationen..." sie nahm einen Schluck Tee.
Rufus musterte sie skeptisch.
„Tut mir leid das erneut zu sagen, aber du wirkst nicht glücklich über die Verlobung. Habe ich Recht?"
Sie wusste nicht wirklich was sie antworten sollte. Natürlich hatte er Recht. Sagen durfte sie es trotzdem nicht.
„Es ist einfach alles sehr plötzlich gekommen. Ich hätte gern mehr Zeit gehabt, um mich festzulegen. Immerhin ist das eine Entscheidung für die Ewigkeit und ich denke das bedarf mehr, als nur ein paar Monate Zeit um sich kennenzulernen" sie erzählte zumindest einen kleinen Teil der Wahrheit.
Lestrange nickte verständnisvoll.
„Das verstehe ich. Aber sieh es so. Die andere Option wäre ich, oder ein Zauberer gewesen, den du vielleicht gar nicht kennst. Da ist es doch gut, dass Abraxas, mit dem du ohnehin schon in einer Beziehung warst, gewählt wurde." versuchte er sie aufzumuntern.
Sie hätte Lestrange wohl kaum so viel Empathie zugetraut, wo er sonst immer so anzüglich auf alle weiblichen Wesen reagierte und kaum Respekt zeigte.
Sie nickte leicht auf seine Worte hin. Er hatte ja Recht, wenn die Beziehung so freiwillig gewesen wäre, wie er dachte, war es wohl wirklich eine gute Lösung. Doch Abraxas schien sie manchmal regelrecht zu hassen.
Sie seufzte leise und massierte sich die Schläfen.
„Du solltest nochmal schlafen gehen. Du wirkst erschöpft" riet der dunkelhaarige ihr.
Sie nickte langsam und erhob sich von dem weichen, Samtsofa.
„Gute Nacht" sagte sie leise.
-„Gute Nacht" kam es zurück.
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Hidden Secrets// Harry Potter FF
Fanfiction„Wie lange soll es noch so weiter gehen?" - „Solange wie ich sage, dass es weiter geht" 1945 Das letzte Schuljahr von Lucretia Black und ihrem Bruder Orion. Als stolze Slytherin will sie sich voll und ganz auf die Schule konzentrieren, doch passier...
