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Woche für Woche verging und nichts schien sich zu ändern. Abraxas schien die Situation immer mehr zu genießen.
So hatte er sie auch offiziell beim Abendessen vor einer Woche zum Weihnachtsball gefragt. Selbstverständlich hatte sie zugestimmt. Sie hatte immerhin keine Lust auf einen wütenden und genervten Malfoy gehabt. Sie arrangierte sich mit ihm. Noch immer mochte sie ihn nicht und sie mochte nicht, dass er immer einfach über sie bestimmte, aber sie gewöhnte sich an ihn und wusste besser mit ihm umzugehen.

Ihr Lichtblick waren die Ferien. Zwei Wochen lang würde kein Malfoy weit und Breit zu sehen sein. Sie konnte die Weihnachtstage mit ihrer Familie genießen und müsste sich mal keine Sorgen um alles machen.

In der Sache mit Riddle war sie immer noch nicht weiter. Abraxas erzählte ihr kein Wort und auch ihr Bruder schwieg still. Beinahe wollte sie den Schülersprecher einmal selbst fragen gehen, doch das hatte nur zu einer Drohung Abraxas' geführt, der schon seinen Zauberstab gezückt hatte.

Am Abend des Weihnachtsballes machte sie sich gemeinsam mit Antimony und Endira fertig. Teilweise waren sie skeptisch, was ihre Beziehung betraf, aber sie fragten nicht weiter und ließen sie machen. Auch wenn ihnen auffiel wie oft sie Nachts nicht in ihrem Bett schlief, äußerten sie sich nicht abwertend. Stattdessen hatten sie die ersten Male noch aufgeregt gefragt, wie es gewesen sei.

Typisch Slytherin, hatte Lucretia sich für ein dunkelgrünes Ballkleid entschieden, welches sanft an ihren Hüften hinab fiel und an der Taille eng zulief. Ihre Freundinnen hatten im Gegensatz zu ihr grellere Farben gewählt. So trug Mony ein schönes Fliederlila, dass das blonde Haar zur Geltung brachte, und Endira trug ein Pastell Blau, passend zu ihrer männlichen Begleitung aus Ravenclaw.

Gerade als Lucretia sich geschminkt und frisiert hatte, klopfte es an ihrer Zimmertür.

„Gehst du?" fragte Endira sie und sie antwortete mit einem Nicken.

So lief sie zur Tür und öffnete diese. Ein kleines Päckchen lag davor. Sie hob es langsam auf. Es war mit ihrem Namen versehen.

‚Von A.M'

Standen Malfoys Initialen unter ihrem Namenskärtchen.

Sie schloss die Tür wieder und Mony sprang auf.

"Ohh ein Geschenk! Öffne es Lu!" Rief sie begeistert.

Vorsichtig öffnete sie also die Schachtel und hätte sie am liebsten sofort wieder weggeworfen. Eine silberne Kette lag darin. Der Anhänger war eine Art Ring und mit grünen kleinen Smaragden bestückt.

Neben ihr sog Mony scharf die Luft ein.

"Wow!" meinte auch Endira ehrfürchtig.

"Von wem ist die?" Wollte die Vertrauensschülerin wissen.

"Abraxas" erwiderte sie knapp.

Warum wusste sie nicht, aber ihre Freundinnen waren begeistert und begannen zu schwärmen, wie romantisch er doch wäre.

"Bind sie um!" Meinte Mony aufgeregt, aber Sie schüttelte den Kopf nur.

"Nein nein Heute nicht."

Als Endira protestieren wollte, warf sie ihr einen Blick zu, der klarmachte, dass sie die Meinung nicht änderte.

So ließ sie ihre Freundinnen vorgehen. Sie selbst brauchte noch etwas Ruhe.

Als sie schließlich etwas später ebenfalls den Ballsaal betrat, stand Abraxas schon am Fuß der Treppe und wartete auf sie. Er war ganz in Schwarz gekleidet. Nur sein Schmuck passte zu ihrer Kette und die Krawatte war farblich auf ihr Kleid abgestimmt.

Er reichte ihr die Hand, welche sie annahm, und gab ihr einen Kuss zur Begrüßung. Es machte ihr fast nichts mehr aus, wie sie feststellen musste.

"Wie gefällt dir mein Geschenk?" Wollte Malfoy wissen.

Seufzend zog sie die Kette aus der Handtasche und reichte sie ihm.

"Ich kann und will sie nicht annehmen. Wir beide wissen, dass diese Beziehung nur eine Farce ist." Erwiderte sie.

Der Blonde lachte leise amüsiert.

"Aber aber. Das Geschenk ist trotzdem deins." Er nahm die Kette und legte sie ihr um, ohne dass sie protestieren konnte.

Kurz fühlte es sich mehr nach Fessel, als Kette an, aber sie legte diesen Gedanken schnell wieder ab.

Stattdessen ging sie gemeinsam mit Abraxas auf die Tanzfläche und begann langsam Walzer zu tanzen.

Er konnte gut tanzen, das musste sie ihm lassen, aber sein selbstsicheres Grinsen gefiel ihr ganz und gar nicht.

"Ich muss dir noch etwas sagen, Liebes" begann er dann, aber wurde sogleich von Orion unterbrochen.

"Schwesterherz du siehst wunderschön aus!"
Machte er ihr ein Kompliment.

Sie lächelte und beendete den Tanz.

"Vielen Dank, Bruderherz" gab sie zur Antwort und musterte ihn.

"Mit wem bist du denn hier?" Wollte sie neugierig wissen.

"Er ist mit Lucinda Parkinson hier" meinte Malfoy nur etwas angewidert.

Orion lachte leise "Ja wirklich nicht die Beste Wahl, aber wenigstens ist sie hübsch, auch wenn sie vielleicht etwas anstrengend und dümmlich sein kann"

Abraxas lachte leise „gibs doch zu! Du versteckst dich vor ihr, Black!"

Ihr Zwilling grinste amüsiert „kann schon sein, aber es ist ja nur diese Nacht zum Glück!"

Lucretia schüttelte den Kopf leicht.

Ihr Bruder war noch nie gut mit Frauen gewesen. Bei dem Freundeskreis wunderte es sie aber auch nicht.

Sie trank etwas Kürbissaft und lauschte dem Gespräch der Jungs.

Schließlich meinte Orion zu Malfoy

„Hast du es ihr schon gesagt?"

„Was gesagt?" wollte Lucretia neugierig wissen und stellte ihr Glas ab.

„Ich wollte gerade anfangen, als du kamst" meinte Abraxas und ignorierte ihre Frage.
„Aber jetzt kannst du das ja tun" fügte er an Orion gewandt hinzu.

„Also es ist so.." setzte ihr Bruder an und blickte in ihre Augen. Sie sah Mitgefühl in den seinen schimmern und das machte ich Angst.

„Abraxas wird Weihnachten ein paar Tage bei uns verbringen" platzte er dann heraus.

Ihr wurde schlecht.

Die ganze Zeit schon rettete der Gedanke sie, schon am Morgigen Tag bei ihrer Familie zu sein und Malfoy nicht sehen zu müssen und jetzt kam er mit?

„Wieso?" wollte sie angespannt wissen.

„Weil ich mit meiner Freundin Weihnachten feiern will" fügte Abraxas nun selbst hinzu.

Das konnte nichts gutes bedeuten. Wieso musste immer ihr so etwas schreckliches passieren?

Der Ball hätte einfach gang normal sein können, aber stattdessen ruinierte man es wieder mit einer solchen Neuigkeit.

„Freust du dich nicht, Mein Herz?" fragte Abraxas und erntete einen leicht bösen Blick von ihrem Zwilling.

Auch er hatte gemerkt, dass ihre Beziehung nicht ganz so romantisch verlief, wie sie sollte, aber er unterstütze seine Schwester trotzdem.

„Natürlich tue ich das, Abraxas" erwiderte sie trocken, aber innerlich war ihr klar, dass etwas in der Luft lag.

Es gab einen Grund, warum Malfoy mit ihnen kam.

Hidden Secrets// Harry Potter FFWo Geschichten leben. Entdecke jetzt