We meet again ³

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Chapter Three:
We meet again

Nachdem seine Eltern ihm einen Privatlehrer versprochen hatten, beruhigte sich Taehyung langsam wieder.
Tatsächlich meldeten sie Taehyung am selben Tag noch von der Schule ab, welche dieser jahrelang wie die Hölle empfunden hatte.

Damit sich der Junge ausruhen konnte, entschieden sich seine Eltern dazu, dass Taehyung den Rest der Woche erst einmal zu Hause bleiben sollte um sich vom Schock zu erholen.

"Taehyung Schätzchen, aufwachen. Dein neuer Lehrer ist hier."

Leise aufweinend wälzte sich Taehyung in seinem Bett.
Er wünschte sich diese paar Tage wären länger gewesen und er hätte sich ein wenig länger ausruhen können.

"Will nicht", nuschelte er müde und vergrub seinen Kopf tiefer in sein federweiches Kissen, wobei einzig seine dunklen Haarsträhnen zu sehen waren.

Schon bald fühlte er eine Hand, die sanft und liebevoll durch sein seidenweiches Haar strich.

"Taehyungie, Liebling.", sagte sie erneut und endlich drehte sich Taehyung kn seinem Bett um und blickte verschlafen in das Gesicht seiner Mutter.

"Ist schon gut, Mommy. Ich bin schon wach.", murrte er leise und rieb sich mit der Faust über seine Augen.
"Wir wollen deinen Lehrer doch nicht am ersten Tag warten lassen."

Damit sprang Taehyung hastig auf und blickte wild umher, seine dunklen Augen plötzlich riesig und gänzlich wach, von der Müdigkeit nichts mehr übrig.

"Aiiiii, wieso sagst du das nicht früher, ich-ich habe nicht mal gefrühstückt." Er wuschelte sich durch seine sowieso schon zerstrubelten Haare und schob seine Unterlippe hervor, ein beleidigter aber viel zu niedlicher Gesichtsausdruck auf seinem Gesicht.

Seine Mutter lachte kurz auf und umrahmte das Gesicht ihres Sohnes mit ihren Händen.
"Das habe ich Schätzchen. Keine Sorge heute wollen wir ihn heute bloß kennenlernen."

Taehyung wollte bereits protestieren, doch da schnitt seine Mutter ihm bereits das Wort ab.
"Dein Vater und ich wollen wissen, wem wir unser ein und alles anvertrauen. Deswegen ein Kennenlernens-Frühstück."

Taehyung rollte bloß mit seinen Augen und ließ sich rücklings auf sein Bett fallen, streckte seine Gliedmaßen mit einem kleinen Gähnen.

"Ohne mich", murmelte er und rollte sich zurück in seine Decke, die seine Mutter ihm hastig entzog.
"In fünf Minuten bist du unten junger Mann, oder ich zeige ihm deine Kindheitsfotos."

Taehyung protestierte laut, doch seine Mutter verließ das Zimmer, mit ihr konnte man einfach nicht diskutieren.
Deshalb gab sich Taehyung nach wenigen Sekunden auch schon geschlagen und lief in sein Badezimmer, um sich frisch zu machen.
Da er keine Zeit mehr hatte, zog er sich nicht mehr um und lief einfach mit seinem Pyjama heraus, welches aus einem Sett von schwarz-weiß-karrierter Hose und passendes Oberteil bestand.

Hüpfend lief der Junge die Wendeltreppe hinunter, ein kleines Lächeln auf seinen Lippen da er sich bereits auf das leckere Frühstück seiner Mutter freute. An solchen gemeinsamen Frühstückstagen zauberte sie immer Kunstwerke hervor.

Da die riesige Wendeltreppe direkt in das Gebiet des sogenannten Esszimmers hinunter führte, konnte Taehyung bereits drei lachende Gestallten an dem großen Esstisch ausmachen.

Unbekümmert lief er näher heran, setzte sein Lächeln auf und wollte seinen neuen Lehrer grüßen. Doch als er den Blick erhob, blieb ihm die Luft zum Atmen weg.

Dies war unmöglich.

Die fast rabenschwarzen Haare, die ihm in sein Gesicht fielen und einen Kontrast zu seiner hellen, blassen Haut bildeten. Sie waren noch immer gleich gestylt, obwohl sie einen Ticken länger waren als Taehyung sie in Erinnerung hatten.
Sein charmanter Gesichtsausdruck, sein charmantes Lächeln welches er in dem Moment Taehyungs Mutter schenkte und sie damit gänzlich entzückte.

Die dünnen, aber dennoch vollen rosanen Lippen, deren Geschmack Taehyung besser als alles andere kannte und mehr als alles andere, was er bisher probiert hatte, liebte. Diese Lippen, die Taehyung mehr als jede Droge auf der Welt in Abgängigkeit gezogen hatten.

Doch Gott... seine Augen. Es waren die Augen, in denen Taehyung zum ersten Mal Liebe gesehen hatte. Sie hatten jedes Mal dieses spezielle Flickern in sich gehabt, als sie Taehyung anblickte. Diese Augen hatten ihm die Welt von einem anderen Winkel gezeigt.

Doch gleichzeitig hatten diese Augen ihm auch die Hölle gezeigt. Er hatte Hass und Missachtung in ihnen gesehen. Es hat gedonnert und geblitzt, Feuer geregnet.
Der letzte Blick dieser Augen hatte Taehyung in die Hölle auf Erden befördert.

Es war nicht möglich, dass Taehyung diese Augen verwechselte.
Er würde sie niemals vergessen
können.

Er würde ihn niemals vergessen können.

Jeon Jungkook.

Seine dunklen, Augen blickten nach oben, verfingen sich mit den hellbraunen, geweiteten Pupillen des Jüngeren. Sein Blick veränderte sich, wurde dunkler, schockiert, hasserfüllt.

Taehyung schnappte nach Luft, taumelte bei dem harschen Blickkontakt einige Schritte nach hinten. Dabei dachte er nicht daran, dass sich dort die Treppe befand.
Sein Fuß verfing somit an der Stufe und er wurde zu Boden gerissen.

Bei dem Knall bemerkten nun seine Eltern sein kommen, doch Taehyung reagierte nicht. Er sah zu Jeongguk, seine Vision fing an sich zu drehen, das Gesicht des Älteren verschwamm.

Erinnerungen blitzten auf.
Jungkook und er wie sie sich umarmten, küssten und die besten Momente ihres Lebens miteinander verbrachten.

Jungkook und er wie sie sich stritten. Wie der Ältere ihn anschrie und erbarmungslos aus seiner Wohnung warf, dem Jüngeren nicht ein mal die Chance zum Reden gab.
Wie Jungkook ihn am Tag seiner Rückreise die Haustür nicht öffnete, von hinter der Tür dem Weinen und der Bitten des anderen lauschte.

Kim Taehyung schloss die Augen, das konnte nicht wahr sein. Das durfte nicht wahr sein.
Solche Zufälle waren unmöglich.

"Ich studiere Lehramt, beziehungsweise ich habe dieses Semester mein Studium abgeschlossen."

Nein, nein, nein. Jungkook war nicht zurück. Er bildete es sich ein. Er bildete sich das bloß ein.

Taehyung schrie erschrocken auf, als er eine Hand an seinem Arm spürte.
"Taehyung was ist los?"
Seine Eltern standen vor ihm, doch Taehyungs Augen klebten auf der Gestalt hinter ihm.

Er war ebenfalls von seinem Platz aufgestanden, stand allerdings an Ort und Stelle als hätte er Wurzeln geschlagen und sah zu Taehyung. In seinen Augen waren keine Emotionen ableitbar.

Taehyung wurde übel.
Sein Magen drehte sich und auf einmal spürte er förmlich wie er würgen musste.

Hastig stand der Junge auf und lief sie Treppen hoch zu seinem Zimmer und direkt in das daneben liegende Badezimmer.
Er fiel auf die Knie und übergab sich.

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