SECHSUNDDREIßIG

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Ich ballte meine Hände zu Fäusten und ließ meiner Wut freien Lauf. Die Tropfen stoben durch die Luft und wurden immer Größer und Größer. Ich krümmte meine Finger und schrie. Aus dem Nichts ergoss sich Regen vom Himmel, der die Flammen erlöschen ließ und beinahe flutartig auf uns herabregnete. Und vermutlich wäre der Regen auch zu einer Flut geworden hätte Cas nicht seine Hand auf meine Schulter gelegt.

„Es reicht, Elisabeth" sagte er sanft und augenblicklich kehrte Ruhe in meinem Körper ein, so wie immer, wenn Cas in meiner Nähe war oder mich berührte.

„Ich .. kann es kaum abwarten, dem ganzen Ein Ende zu setzten. Seiner Grausamkeit und diese Spielchen. Ich hab es so satt, Cas. Ich will nichts lieber tun, als ihm meinen Dolch ins Herz zu rammen und es herauszureisen. Ich werde es in meiner Hand platzen lassen, wie einen Ballon"

„Bis dahin ist es noch ein steiniger Weg"

„Und wenn es mein ganzes Leben dauern würde" knurrte ich und schüttelte den Kopf.

„Ich weiß" Cas drückte meine Hand.

„Was zur Hölle war das?" fragte Nick und sah sich die verbrannte Erde an.

„Luzifers persönliche Einladung" sagte ich und straffte meine Schultern „Kommt, wir müssen weiter"

„Beth, eine Frage" Caleb lief neben mir „Warum teleportierst du uns da nicht einfach hin? Dann könnten wir uns diesen Weg sparen"

„Ich kann nicht Caleb. Ich habe keine Ahnung wo dieser Ort ist, er könnte überall sein und ich weiß auch nicht wie er aussieht, weil es keine Fotos gibt. Zeichnungen ja, aber die sehen alle anders aus. Ich kann uns nur dahin teleportieren, wenn ich den Ort auch kenne oder zumindest auf einem Foto sehe und weiß wo er ist"

Caleb nickte „Naja, dann eben zu Fuß"

„Oder Fliegen. Aber wir haben ja euch dabei" schnaubte Kylo und stolzierte voraus. Ich wollte etwas sagen, ihn zurecht weisen, aber ich sparte es mir, weil mir dazu die Nerven fehlte. Warum brachte ich ihn nicht einfach um? Das würde für uns Alle vermutlich das Beste sein. Aber er kannte den Weg, wenn man ihm vertrauen konnte und er könnte noch nützlich sein, wenn auch nur als .. Opfer.

Es fühlte sich an, als würden wir schon seit Tagen rund um die Uhr laufen. Caleb, Adrian und Becky sahen erschöpft aus, aber keiner schien sich beschweren zu wollen. Und das obwohl ich das verstanden hätte. Ich verlangte ihnen verdammt viel ab, auch wenn ich sie nie darum gebeten hatte mitzukommen. Keineswegs. Aber eine Familie hielt zusammen und das waren wir.

Der Himmel über uns wechselte so oft und so schnell die Farbe, dass wir absolut jegliches Zeitgefühl verloren hatten. Ging die Sonne auf oder unter.

Doch diesmal war es anders. So als hätte jemand das Licht ausgeknippst war es plötzlich stockdunkel. Man sah beinahe nicht die Hand vor Augen.

„Wartet" Becky, die hinter mir lief, hielt mich am Arm fest „Hörst du das?" fragte sie leise und auch die anderen waren stehen geblieben und wir horchten in die Finsternis.

Der Boden unter meinen Füßen begann zu beben.

„Ich glaube da bewegt sich etwas, unter der Erde" flüsterte Adrian und da konnte ich ihm nur zustimmen. Ich konnte hören und spüren, wie irgendetwas sich durch den Dreck unter uns wühlte. Meine Hand ruhte auf dem Knauf meines Schwertes, sofort bereit es zu ziehen.

Keiner rührte sich vom Fleck oder wagte es auch nur einen Mucks zu machen. Wir waren angespannt.

„Cas" wisperte ich leise und sah zu ihm „Was ist das?"

„Das hört sich an, wie ein Basilisk" hauchte er und Kylo neben ihm nickte „Hier gibt es jede Menge davon. Die Unterwelt ist voll, von solchen Wesen. Wir können von Glück reden, dass wir nicht schon mehr begegnet sind. Und wo ein Basilisk ist, sind mehr"

Burning SkyWo Geschichten leben. Entdecke jetzt