XXXIV

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Blau trifft auf Blau.
Ein surrendes Echo hallt durch die steinerne Halle, als sich Kuras Klingen mit der von Luke kreuzen. Ein Schlag. Ein Widerstand. Dann lösen sie sich voneinander. Mit kreisenden Bewegungen tritt Kura zur Seite, ihre Lichtschwerter in einem fließenden Bogen um sich schwingend. Luke spiegelt ihre Bewegung – konzentriert, die blaue Klinge mit beiden Händen vor seinem Körper erhoben. Kura stößt sich vom Boden ab. Ihr rechter Fuß kracht auf den Stein, katapultiert sie in einer blitzschnellen Drehung in die Luft.
Ein scharfer Schnitt –
Zisch. 
Die erste Klinge trifft Lukes Schwert. 
Pariert. 
Die zweite folgt unmittelbar –
Wieder pariert.
Doch Luke gerät ins Wanken, weicht einen Schritt zurück.
Kura landet mit einem kontrollierten Aufprall, ohne einen Moment zu zögern. Ihre Haltung wechselt – fließend, tödlich. Sie greift um, ihre Lichtschwerter kreisen in ihren Händen, dann stößt sie nach vorne. 
Zwei Klingen. Ein Ziel. 
Die Wucht ihrer Attacke bringt Luke aus dem Gleichgewicht. Seine Waffe wird ihm aus der Hand gerissen – sie fliegt im hohen Bogen zu Boden, verlischt mit einem letzten Zischen. Ein Moment lang herrscht nur Stille. Dann senkt Kura leicht ihre Klingen.
„Du kämpfst gut." Ihre Stimme ist ruhig. Fast sanft. Sie hebt Lukes Lichtschwert auf, hält es ihm mit dem Griff voran hin. Er nimmt es mit seiner metallenen Hand entgegen, sein Blick respektvoll. „Es ist schön hier...", sagt sie leise. „...aber ich denke, ich sollte nun gehen. Ich suche nach Tarja und Ahsoka." Noch bevor Luke etwas erwidern kann, stürmen die Jünglinge, die am Rand des Raumes zugesehen haben, auf Kura zu. „Nein! Geh noch nicht!" ruft die kleine Mikkian, ihre großen Augen glänzen. „Du musst uns das beibringen!"
Kura lächelt sanft und beugt sich zu ihr hinab.
„Nicht heute. Vielleicht... ein anderes Mal."
Ein letzter Blick zu Luke. Ein Nicken, kurz und bedeutungsvoll. Dann wendet sich Kura ab und verlässt die Halle durch den gleichen Gang, durch den sie gekommen ist. 

Auf der ersten Empore erkennt sie bereits eine vertraute Gestalt – Tarja. Die blaue Chiss lehnt an einer Säule, Arme verschränkt, wartend. In wenigen Minuten überwindet Kura die drei Ebenen und tritt an ihre Seite. „Und, was hab ich verpasst?"
Tarja stößt sich ab und beginnt, mit ihr durch die Gänge zu gehen.
„Wir haben uns einen Überblick verschafft. Wo Hilfe gebraucht wird. Welche Gruppen potenzielle Verbündete oder Gefahren darstellen. Und welche man besser ignoriert."
Gemeinsam betreten sie das Herzstück der Rebellenbasis. Abgedunkelte Räume voller Bewegung: Hologramme flackern, Piloten hasten vorbei, Offiziere diskutieren mit angespannten Mienen. „Lass uns bei der Versammlung vorbeischauen." Tarja öffnet eine Tür, und sie drängen sich durch die überfüllte Kommandozentrale. Kura bleibt in einer der vordersten Reihen stehen. Ihr Blick schweift durch den Raum Dann bleibt er an einer Frau hängen. Braunes Haar, feste Schultern, eine Aura von Autorität – und etwas anderes. Ein Hauch von Macht. Kura spürt ihn deutlich. Langsam lehnt sie sich zurück und flüstert Tarja zu. „Wer ist das?"
„Das ist Prinzessin Leia." 

"Unsere Blockade ist geschwächt. Wenn wir Erfolg haben wollen, müssen wir jetzt einen Gegenschlag wagen." „Ja, ich stimme zu. Warten spielt nur unseren Feinden in die Hände."
„Es wäre Leichtsinn. Wir müssen unsere Kräfte erst sammeln."
Kura lauscht aufmerksam, während die Admiräle über den Holotisch gebeugt diskutieren. Ihre Stimmen sind angespannt, aber klar. Der Name der Ersten Ordnung fällt mehrfach. Sie ist gefährlich nah.
„Die Erste Ordnung kommt unserem Versteck immer näher", sagt jemand.
„Wir müssen verhindern, dass sie uns finden."
Zustimmendes Murmeln geht durch den Raum. Dann erhebt sich eine Stimme – fest, durchdringend, von innerer Kraft getragen.
Leia.
„Dann sind wir uns einig: Wir müssen handeln. Ein Gegenschlag ist nötig."
Ein deutliches, kraftvolles Raunen als Antwort.
„Tython scheint mir geeignet."
„Ja. Die Erste Ordnung hat den Planeten versklavt. Und derzeit befinden sich dort mehrere hochrangige Offiziere – und Anhänger der Dunklen Seite."
Leia dreht sich zu einem Mon Calamari-Offizier.
„Captain, treffen Sie alle notwendigen Vorkehrungen."
„Natürlich, Madam. Wir werden mit den Vorbereitungen beginnen."
Langsam beginnt sich der Saal zu leeren. Piloten, Offiziere und Techniker verlassen das Besprechungszentrum durch mehrere Türen. Die Admiräle aber bleiben – ihr Blick auf Tython gerichtet, der nun als Hologramm über dem Tisch schwebt.
Kura tritt näher, ihre Augen auf den blauen Planeten gerichtet. Ein Mon Calamari hebt den Blick. "Weiß wie Schnee... Dann müssen Sie Kura Tennar sein."
„Das stimmt. Und Sie sind?"
„Meena Tills."
Kura nickt ihm zu und beginnt, langsam um den Holotisch zu gehen. Das Bild zoomt auf den Planeten heran – Strukturen, Städte, Orbitstationen.
„Wie viele Kreuzer stehen uns zur Verfügung?" Ein weiterer Offizier betritt ihr Sichtfeld – älter, erfahren, mit einer würdevollen Haltung.
„Admiral Gial Ackbar."
„Kura Tennar."
Ackbar betätigt einige Schaltflächen. Das Hologramm verändert sich – riesige Sternenkreuzer erscheinen.
„Zwei Mon Calamari-Sternenkreuzer. Zusätzlich ein schwerer MC80A und ein MC85."
Er deutet auf den größten Kreuzer. Gerade will er fortfahren, doch Kura kommt ihm zuvor.
„Und dort – ein MC95. Sehr schön. Ich sehe eine Nebulon-C-Eskortenfregatte, einige MG-100-Sternenfestung-Bomber..." Ackbar lächelt anerkennend. „Sie kennen sich aus. Unsere Hauptkreuzer werden von T-65-X-Flüglern und RZ-1-A-Flügeln eskortiert." Kura nickt knapp. Ihre Aufmerksamkeit liegt nun bei der Projektion einer taktischen Raumformation. Ein junger General räuspert sich vorsichtig. Ähm... Meisterin Tennar? Werden Sie an Bord sein?" Er wirkt nervös, fast so, als würde er seine eigene Frage bereuen. Doch Kura zögert keine Sekunde.
„Nicht zu kämpfen ist keine Option."
Stille.
Dann nicken die Admiräle. Entschlossen. Respektvoll.
Kura blickt wieder auf Tython. Und irgendwo in der Ferne, tief in der Galaxis – regt sich bereits der Sturm.

Kura tritt mit Tarja hinaus in das Sonnenlicht. Die warmen Strahlen legen sich wie eine sanfte Umarmung auf ihre Haut, und für einen flüchtigen Moment erlaubt sie sich, einfach nur zu genießen. Neben ihr blinzelt Tarja in die Helligkeit und entdeckt sie zuerst. „Hey, Katooni."
Kura blickt von Katooni zu dem kleinen Zabrak-Jungen, den sie schon zuvor im alten Jedi-Tempel gesehen hat. Sein Gang ist aufrecht, sein Blick wach und selbstbewusst. Er trägt sich mit einer überraschenden Autorität, die Kura neugierig macht. Dann treffen sich Katoonis und ihr Blick – und Katoonis Augen leuchteten in klarem Blau.
„Ich habe dir jemanden mitgebracht, der dich gesucht hat." Sie deutet auf den Zabrak-Jungen, der das Kinn leicht hebt, als will er sagen: Ich bin bereit.
Kura zieht ein leichtes Lächeln über die Lippen.
„Was führt mich zu dieser Ehre?" Es scheint, als hat er genau auf diese Frage gewartet.
„Ich möchte gegen dich kämpfen." Kuras Braue hebt sich kaum merklich – aber Tarja bemerkt es sofort und kann sich ein amüsiertes Lächeln nicht verkneifen. Der Junge hingegen wirkt kurz verunsichert, als wägt er seine Worte nochmals ab.
„Wie ist dein Name?"
„Kitster."
„Dann komm, Kitster. Lass uns ein Stück gehen."
Ohne auf eine Antwort zu warten, dreht sich Kura um und folgt dem Pfad aus Holzplanken, der zu einer Treppe hinunterführt. Kitster holt rasch auf und geht an ihrer Seite. Mit hinter dem Rücken verschränkten Händen nickt Kura höflich den wenigen Passanten zu, die ihnen begegnen. 
"Woher kommst du?"
Kitster zögert nicht lange. „Ich weiß nicht viel über meinen Heimatplaneten. Meister Skywalker hat mich gefunden, als ich noch sehr klein war. Meine Eltern... sind früh gestorben."
„Das tut mir leid."
Kitster zuckt mit den Schultern. „Muss es nicht. Ich erinnere mich kaum an sie. Und ehrlich gesagt... es war vielleicht das Beste, was mir passieren konnte. Jetzt werde ich zum Jedi ausgebildet." Kura lacht leise, nicht spöttisch, sondern mit einem Funken Wiedererkennen. „Ja... das kann schon sein."
Sie gehen weiter – zwei Gestalten im Licht, getrennt durch Jahre, verbunden durch das Schicksal.

"Du bist die erste Jedi, die ich seit Meister Skywalker kennenlerne." „Es gibt kaum noch Jedi." Kitster nickt eifrig.
„Ja, ich weiß. Die Erste Ordnung hat sie fast alle vernichtet."
Kura tritt hinaus auf eine Lichtung. Das Gras ist weich und sattgrün, leuchtet im Sonnenlicht beinahe wie ein smaragdener Teppich. Kein Laut ist zu hören, keine Bewegung, außer dem leichten Rascheln der Blätter am Waldrand. Sie geht langsam weiter, entfernt sich von den Felsen und kommt dem Wald näher. Dann hält sie inne, nimmt eines ihrer Lichtschwerter vom Gürtel – und dreht sich zu Kitster um. Der Zabrak-Junge starrt erst auf die metallene Waffe in ihrer Hand, dann in ihr Gesicht.
„Kämpfst du also doch gegen mich?" Kura antwortet ruhig.
„Zeig mir, was du gelernt hast."
Wie auf ein Startsignal zieht Kitster sein eigenes Lichtschwert und aktiviert es. Die blaue Klinge zischt auf. Mit beiden Händen umklammert er den Griff und nimmt entschlossen Haltung an.
Nach einem kurzen Zögern stürmt er los. Der erste Schlag kommt weit ausgeholt von links.
Kuras Lichtschwert zündet mit einem beruhigenden Summen und mühelos blockt sie den Angriff ab. Kitster schlägt erneut zu. Auch diesen Hieb pariert sie – sanft, ohne Druck. Dann tritt sie zur Seite, zieht ihr Lichtschwert nach rechts und zwingt ihn damit, aus dem Gleichgewicht zu geraten. Kitster stolpert einige Schritte zurück.
Kura beginnt, ihn zu umkreisen. Ihre Haltung ist aufrecht, anmutig. Die linke Hand verschränkt sie hinter dem Rücken, und ihre Bewegungen erinnern an eine Raubkatze, die ihre Beute prüft.
Dann – ein Satz nach vorn.
Pariert.
Kura mustert seine Haltung.
„Rechtes Bein vor. Schultern durchdrücken. Die Arme etwas mehr anwinkeln." Kitster passt sich an. Kura greift erneut an. Der Junge weicht zurück, rollt sich geschickt am Boden vorbei an ihrer Klinge und versucht einen schnellen Stoß. Sie pariert mühelos. Ein Wechselspiel entsteht– Klinge gegen Klinge, Parieren, Ausweichen, Reagieren.
Kitster ist kein Meister, doch für sein Alter beeindruckend weit. Schließlich tritt Kura einen Schritt zurück, deaktiviert ihr Lichtschwert und verneigt sich leicht. Kitster keucht, seine Stirn ist schweißnass.
Ihr Blick wandert nach oben – Katooni steht auf der Balustrade und beobachtet sie. Doch Kitsters Stimme zieht sie wieder zu sich.
„Wow... du bist gut. Werde ich auch einmal so gut kämpfen können wie du?" Kura lächelt leicht, macht eine einladende Geste.
„Da bin ich mir sicher. Ich spüre großes Potenzial in dir."
Sie sieht, wie sich Kitsters Brust leicht hebt – vor Stolz. Sein Kinn wandert ein kleines Stück weiter nach oben. Als er davoneilte, blickt Kura zu Katooni, die sie aus dem ersten Stock beobachtet.
„Er ist gut. Aus ihm könnte etwas Großes werden."
Katooni sieht sie mit nachdenklichem Blick an.
„Du könntest ihn zu deinem Padawan machen." Kuras Augen verfolgen stumm den Pfad, den Kitster genommen hat.
„Warum nimmst du keinen Padawan?" Katooni wendet den Blick ab. „Du weißt, warum."
Ein stilles Schweigen legt sich über sie, als würde die untergehende Sonne selbst ihre Stimmen verschlucken. Kura sieht hinaus – auf das flammende Meer aus Licht, das sich über den Horizont ergießt.




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