XXI

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Zwei Tage sind sie nun schon im Lager der Piraten. Das Lager der Piraten liegt träge unter der heißen Sonne des Planeten. In der Luft liegt Staub, Schweiß und das gedämpfte Lachen betrunkener Männer. Kura sitzt im Schatten ihres Zeltes, den Blick auf das Lager gerichtet, das sie inzwischen fast auswendig kennt. Ihre Gedanken schweifen immer wieder zu Tarja. Die junge Chiss ist seit Kuras Enthüllung wie vom Erdboden verschluckt – zumindest wenn es um sie geht. Kura hat sie mehrfach zu fassen versucht, aber Tarja hat sich wortlos entzogen. Und irgendwann... hat Kura es akzeptiert. Vielleicht braucht sie einfach Zeit.
Narvic hingegen ist völlig in seinem Element. Er lacht, trinkt, ringt mit den Piraten – so, als wäre er nie woanders gewesen. Cardoc hat lediglich gelächelt, als Kura ihm ihre Vergangenheit gestanden hat und gesagt: „War irgendwie klar. Alles andere hätte nicht zu dir gepasst." Doch trotz allem lastete etwas auf ihr. Ein Rest Schuld, ein Rest Zweifel.
Inzwischen hat sie auch ihr altes, zerschlissenes Outfit gegen einen schwarzen, eng anliegenden Kampfanzug getauscht. Der Kontrast zu ihrer hellen Haut wirkt beinahe bedrohlich. Sie überprüft noch einmal ihre Lichtschwerter, ehe sie den Vorhang ihres Zelts zurückschiebt – und abrupt innehält.
Tarja steht da. Regungslos, den Rücken gegen den Zeltpfeiler gelehnt. Ihre blauen Augen ruhen unbewegt auf Kura. Ihr Gesicht ist ausdruckslos, doch in ihrer Haltung liegt Spannung. „Netter Aufzug," sagt Tarja trocken und tritt ein paar Schritte näher, vorbei an dem Tisch, auf dem Kuras Lichtschwerter lagen. „Schwarz steht dir. Irgendwie... gefährlich."
Kura erwiderte ihren Blick ruhig. „Du gehst mir seit zwei Tagen aus dem Weg." 
"Ja das stimmt." Tarja tritt näher an den Tisch. Ihre Finger gleiten über da Metall eines Lichtschwerts. "Ein Jedi also. Hätt' ich früher wissen sollen. Du warst immer... zu kontrolliert." Kura verschränkte die Arme. "So kann man das auch sagen." 
Tarja blickt sie nicht an. Ihr Blick bleibt auf den Lichtschwertern. Kuras Blick wandert auch zu ihnen. Tarja blickt auf das schlichtere von beiden. Jenes welche sie vor so vielen Jahren von ihrem Meister bekommen hat. Das letzte Mal, wo sie ihn gesehen hat.
"Sie war auch eine oder?" 
Kura wird aus ihre Gedanken gerissen. Das Bild ihres Meisters verflüchtigt sich wieder. "Wer?"
'"Die Piratin." 
Kura nickt langsam. "Wir waren Padawane - aber das ist lange her." 
"Sie nicht mehr. Das stimmt." Tarja blickt sie an. "Aber du." 

"Zwischen uns ist alles gut. Aber wenn du mich nochmal belügst – ich hau dir eins rein." Kura lacht überrascht. „Abgemacht." Im nächsten Moment steckt Katooni den Kopf durchs Zelt. „Perfektes Timing. Wir haben Kontakt zu den Rebellen. Kommt mit." Wenig später stehen sie vor dem alten Holotisch. Die Projektion ist schwach, flackert – doch die Gestalt ist klar erkennbar. „Mein Name ist Bail Organa. Man sagte mir, ein Jedi sei unter euch?"
Kura tritt nach vorn. „Das stimmt. Wir möchten uns euch anschließen." „Eine mutige Entscheidung. Wir werden euch prüfen – wie jeden. Auf Mandalore wird euch ein Gesandter empfangen. Weitere Details folgen nach der Landung."
„Wir danken Euch. Wir sind in drei Rotationen dort." Das Hologramm erlischt . Kura wendet sich an die Gruppe. „Wir haben grünes Licht. Jetzt bleibt nur noch die Frage – wer kommt mit?"
Narvic hebt sofort abwehrend die Hände. „Ich bleib hier. Hab noch mit ein paar Piraten 'ne Trinkwette offen." Mit einem Grinsen dreht er sich um und verschwindet.
Cardoc nickt knapp. „Ich fliege mit. Vielleicht finde ich auf Mandalore Arbeit. Ein Neuanfang." Kura lächelt schwach. Dann wendet sie sich an Tarja.
„Und du?"
Tarjas Blick ist klar, fest. „Ich bin dabei. Ich habe nicht vergessen, warum ich hier bin." Kura nickt – dankbar. Als sie das Schiff beladen, treten sie an Katooni heran, die ihr beim Verstauen der Ausrüstung hilft.
„Du willst wirklich nicht mitkommen?" fragte Kura leise. „An meiner Seite wird immer Platz für dich sein." Katoni senkt den Blick. 
Kura seufzt - dann geht sie weiter. 

Wenige Standardstunden später ist das neue Schiff beladen: Lebensmittel, Waffen, Ausrüstung. Die Crew ist bereit. Kura wendet sich um, als sie eine vertraute Präsenz in der Macht spürte – Katooni tritt an sie heran, ein schelmisches Lächeln auf den Lippen.
„Bevor du dich zu früh freust – ich komme nur mit, um euch durch die imperialen Blockaden zu schmuggeln." Kura lächelt. „Es freut mich trotzdem." Das Schiff hebt ab. Drei Rotationen später landen sie auf Mandalore – frühzeitig, aber sicher. Katooni hat sie durch drei imperiale Kontrollen geschmuggelt. Ein Meisterwerk.
Kura tritt hinaus. Die Luft ist warm, sauber. Eine fremde Ruhe liegt über dem Grün vor ihr. Doch in ihr... tobt etwas. Der Anfang eines Krieges. Oder der Beginn von Hoffnung.

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