XI

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Zurück auf Couresant betritt Kura einen der breiten, lichtdurchfluteten Gänge des Jedi-Tempels. Der marmorne Boden glänzt im Sonnenlicht, das durch hohe Fenster fällt. In der Ferne erkennt sie Meister Tiin, der sich mit zwei anderen Jedi unterhält. Neugierig und entschlossen tritt sie näher. Als sie sich nähert, unterbrechen alle drei ihr Gespräch und blicken ihr entgegen.
"Wie schön, dass du wieder zurück bist. Wie ich sehe - erfolgreich." Kura konnte sich einbilden sowas wie ein Funken Stolz in seinen Augen zu sehen. Kura glaubt, so etwas wie einen Funken Stolz in den Augen ihres Meisters zu erkennen.
"Ja Meister das war ich." Tiin wendet sich an die beiden anderen Jedi. "Meister Kenobi, Meister Skywalker - darf ich vorstellen: Kura, mein Padawan." Dann spricht er sie an. "Padawan, das sind Obi Wan Kenobi und Anakin Skywalker. Sie sind gerade von ihrer jüngsten Mission heimgekehrt." Kuras Blick ruht einen Moment auf Anakin Skywalker. Dann neigt sie respektvoll den Kopf. "Meister Jedi, es ist mir eine Ehre, euch kennenzulernen." Tiin ergänzt mit einem dezenten Schmunzeln. "Wie ihr wisst, wurde Kura in ihrer Kindheit auf der dunklen Seite der Macht ausgebildet. Offenbar habt ihr dort bleibenden Eindruck hinterlassen – insbesondere mit euren Flugkünsten." Skywalker hebt neugierig eine Braue und mustert die junge Twi'lek. "Wie darf ich dieses Kompliment verstehen?"
Kura lächelt leicht. "Meister Skywalker – auf der Akademie waren Sie eine Legende. Ihre Taktiken waren ebenso brillant wie unvorhersehbar. Wir verbrachten Tage damit, Ihre Manöver nachzustellen und zu analysieren... meist ohne Erfolg." Skywalker lacht auf und schlägt seinem alten Freund auf die Schulter. "Ihr steht in immer mehr Sachen hinter mir, Alter Mann." Obi-Wan schüttelt nur leicht den Kopf, ein amüsiertes Lächeln auf den Lippen. "Ich hoffe, du lässt dir davon nicht den Kopf verdrehen." Kura spürt das tiefe Band zwischen den beiden Jedi – es wirkt vertraut,brüderlich. Kurz darauf verabschieden sich Kenobi und Skywalker, um ihren Weg fortzusetzen. Kura bleibt mit Meister Tiin zurück – das Herz noch immer klopfend von der Begegnung mit zwei der berühmtesten Jedi-Meister der Galaxis.

Da wendet sich Meister Tiin an sie. "Wir brechen morgen auf eine Mission auf." 
"Schon morgen? Glaubt ihr wirklich, ich bin bereit dafür?"
"Erfahrung stärkt das Selbstvertrauen und hilft uns uns zu beweisen." Kura nickt. "In Ordnung. Ich werde pünktlich sein." Mit einem Nicken verabschiedet sich Kura und begibt sich in ihr Quartier. Die Nacht verläuft unruhig. Noch vor Sonnenaufgang springt sie ungeduldig aus dem Bett, schlüpft in ihre Robe und verlässt das Zimmer. Auf den unteren Decks herrscht bereits geschäftiges Treiben. Klontruppen marschieren diszipliniert in Sechserreihen durch die Gänge, der metallische Klang ihrer Schritte hallt von den Wänden wider. Kura bahnt sich den Weg zum Hangar. Meister Tiin ist nicht zu sehen, doch nicht weit entfernt entdeckt sie das Delta Squad.
Mit einem freundlichen Lächeln hebt sie die Hand. "Wisst ihr wo Meister Tiin steckt?" Die Klone grüßen sie zurück. "Der Commander ist noch nicht aufgetaucht, dürfte aber gleich da sein.", antwortet Boss. "Danke. Würdest du mir vielleicht auch verraten, wohin es überhaupt geht?" Boss runzelt leicht die Stirn. "Hat der General euch das nicht gesagt?", fragt er überrascht, fängt sich jedoch schnell wieder. "Unser Ziel ist Thyferra im Äußeren Rand. Die Separatisten haben den orbitalen Verteidigungsposten angegriffen. Wir sollen den Stützpunkt sichern – und damit den Planeten schützen." "Thyferra ... interessant. Was genau wollen die Separatisten dort?"  Doch Boss kommt nicht mehr dazu, zu antworten. In diesem Moment betritt Meister Tiin den Hangar und schreitet auf die Gruppe zu. Boss salutiert stramm. "Rührt euch, Soldat.", sagt Tiin ruhig, dann wendet er sich an ihn. "Ich nehme an, ihr habt meinem Padawan bereits unser Ziel mitgeteilt?"
"Ja, Sir."
"Sehr gut. Informieren Sie Ihre Männer – wir brechen auf." Kura folgt ihrem Meister zum Kanonenboot. Gemeinsam steigen sie zu den anderen Klonen. Kurz darauf hebt das Schiff ab und nimmt Kurs auf den Sternenzerstörer. Kura wirft dem gewaltigen Kriegsschiff einen ehrfürchtigen Blick zu und strafft unbewusst die Schultern. Sie ist bereit. Nach dem Andocken betreten sie die Brücke. Kura beobachtet neugierig das rege Treiben – Offiziere geben Befehle, Konsolen blinken, Strategiekarten flimmern im Hologramm. Die Tür hinter ihnen öffnet sich mit einem Zischen. Ein Offizier in makelloser Uniform betritt den Raum. Alle anwesenden Soldaten salutieren sofort. Der Mann schreitet mit durchgedrücktem Rücken an den Kontrollstationen vorbei und ruft seinen Leuten Anweisungen zu. "Tribwerke und Frontschilde hochfahren wir heben ab. Kurs auf den Jaso-Sektor. Koordinaten L-14." Vor Kura und Meister Tiin bleibt er stehen. "Ah General Tiin, schön euch wieder auf der Pionier begrüßen zu dürfen." 
"Die Freude ist ganz meinerseits - auch wenn ich die Umstände bedauere."
"Wie ich sehe habt ihr einen Padawan. Meinen Glückwunsch, aber ihr entschuldigt mich, ich habe noch viel zu tun." Mit diesen Worten kehrt der Admiral ihnen den Rücken und stolziert davon. Kura hebt eine Augenbraue und schaut ihm kopfschüttelnd hinterher. Doch da erschüttert ein Ruck das Schiff. Sie muss einen Schritt zur Seite machen, um nicht das Gleichgewicht zu verlieren. Als sie zum Fenster blickt, erkennt sie den vertrauten Anblick der Sterne, die sich zu langen Linien dehnen – der Sprung in den Hyperraum hat begonnen.
Wortlos stellt sie sich wieder gerade und bleibt an der Seite ihres Meisters stehen, während auf der Brücke weiterhin Befehle durchgegeben werden. Der Admiral schreitet mit verschränkten Armen über die schmale Galerie oberhalb der Mannschaft, sein Blick scharf, seine Stimme bestimmt. Kura beobachtet das Schauspiel einige Minuten lang, doch schließlich verspürt sie den Drang, mehr vom Schiff zu sehen. Sie verneigt sich kurz vor ihrem Meister und verlässt leise die Brücke.
Auf dem Gang schließt sich die Tür surrend hinter ihr. Ohne Eile geht sie weiter, folgt den vertrauten Wegen zurück in Richtung Hangar. Dort angekommen, muss sie einem unachtsamen Wartungsdroiden ausweichen, der ratternd eine Box durch den Gang schiebt. Kura lächelt schmal und schüttelt den Kopf.
Sie entdeckt Sev und Fixer vom Delta Squad, die auf einer Kiste sitzen und ihre Waffen reinigen. Mit einem kleinen Sprung schwingt sie sich auf einen höheren Stapel und lässt die Beine baumeln.
"Was los? Ihr schaut, als hätte die Schlacht schon begonnen." Fixer hebt den Blick. "Ich glaube, genau das ist das Problem."
"Die Schlacht?", fragt Kura und neigt leicht den Kopf. "Ich hätte euch für Klone gehalten, die genau dafür geschaffen wurden."
"Es liegt nicht an der Schlacht an sich,", antwortet Fixer. "Sondern an der Truppe, mit der wir hineingehen."  Sev stößt ihn mit dem Ellenbogen an. "Fixer - sie ist unser Commander." Kura hebt beschwichtigend die Hände. "Schon gut, Sev. Ich will lieber wissen, worauf ich mich einstellen muss." Fixer zögert kurz, spricht dann weiter. "Uns wurde eine berüchtigte Einheit zugeteilt. Eigenwillig, aggressiv, unberechenbar – und sie arbeiten nicht gut mit anderen zusammen. Wenn man sich nicht auf seine Brüder verlassen kann, ist das ein Problem." Kura nickt langsam. Sie versteht.
"Wo sind die anderen?"
"Bei den Neulingen." Fixer zeigt mit dem Daumen über seine Schulter. Kura folgt der Richtung seines Zeigefingers und entdeckt schließlich eine größere Truppe etwas abseits. Der Rest des Delta Squads steht bereits davor – Boss wirkt sichtlich frustriert. Seine Hände zeichnen ausschweifende Bewegungen in die Luft, während sein Gesicht pure Fassungslosigkeit zeigt. Kurz entschlossen springt Kura vom Container herunter und steuert auf die Gruppe zu. Schon aus der Ferne hört sie erhitzte Stimmen – eine hitzige Diskussion scheint gerade voll im Gange zu sein. Sie bleibt vor der fremden Einheit stehen, verschränkt die Arme und wirft der Truppe einen ruhigen, prüfenden Blick zu. Augenblicklich verstummen die Stimmen, alle Blicke richten sich auf sie. "Gibt es ein Problem?", durchbricht Kura als Erste die Stille.
"Nein."
"Ja", kommt es gleichzeitig von zwei Seiten.
Kura blickt prüfend zwischen ihnen hin und her. Dann wendet sie sich dem fremden Trupp zu. "Ich bin Kura Tennar." Sie schaut auffordernd den Klon an, der »Nein« gesagt hat. Er steht im Zentrum der Gruppe, direkt vor Boss, und lässt sich nicht beirren. "Fi. Mein Name ist Fi." 
"Also Fi - worum geht es hier?" Fi blickt ihr direkt in die Augen. Statt zu antworten, stellt er eine Gegenfrage. "Du bist die Überläuferin, über die alle reden?" Kura schweigt einen Moment, ihr Blick bleibt ruhig. Fi scheint seine Meinung bereits gefasst zu haben. Boss tritt vor.  "Nicht, Fi ..." Doch Fi hebt ruhig die Hand und unterbricht ihn. "Nein, Boss. Sie will es hören – also soll sie es auch hören." Er macht einen Schritt auf Kura zu. Diese steht unbewegt, die Arme verschränkt, keine Miene verziehend. "Wir sind ein Sondereinsatzkommando. Keine durchschnittlichen Piloten, keine Kadetten. Jeder Mann hier – selbst 99 – würde gegen einen Padawan oder Jedi-Ritter bestehen. Wir gehören hinter feindliche Linien, nicht auf einen Kreuzer mitten in einer Schlacht, die uns nichts angeht." Kuras Mundwinkel zucken spöttisch. "Okay. Dann beweise es. Kämpfe." Fi blinzelt, ungläubig. Dann bricht er in schallendes Gelächter aus. Doch Kura bleibt ernst. Ihre Haltung verrät: Das war kein Scherz. Noch immer grinsend geht Fi halbherzig in die Hocke, hebt die Hände. "Na schön. Dann los." Kura verliert keine Zeit. Ohne Vorwarnung tritt sie ihm gegen das Knie – präzise, hart. Fi sackt mit einem Ächzen nach unten. Im selben Moment springt Kura ab, dreht sich in der Luft und ihr Fuß trifft mit voller Wucht seine Wange. Fi wird nach hinten geschleudert und bleibt auf dem Rücken liegen. Ringsum breitet sich kicherndes Gelächter aus. Fi stöhnt, legt sich theatralisch eine Hand auf die Brust. "Besiegt von einem Mädchen. Was für eine Demütigung." Kura lacht leise und reicht ihm die Hand. Sie zieht in hoch. In diesem Moment piept ihr Komlink. "Padawan ich erwarte dich sofort im Besprechungsraum."
"Ich komme Meister.", antwortet sie ihm und macht sich auf den Weg. 

Ohne Umschweife begibt sich Kura zurück zur Brücke, an die direkt der Besprechungsraum angrenzt. Kaum angekommen, stellt sie sich neben ihren Meister vor den Holotisch. Zwei Offiziere sind bereits zugeschaltet. "Die Separatisten haben fast die Blockade durchbrochen," berichtet einer angespannt. "Ein Sternenzerstörer und zwei Flakschiffe nehmen uns unter Beschuss – das halten wir nicht lange durch." 
"Wir rotieren gleich in euer System. Wir haben den Überraschungseffekt auf unserer Seite – das verschafft uns einen entscheidenden Vorteil. Damit können wir sie überrennen." antwortet Tiin ruhig. Die Offiziere nicken nachdenklich. "Wir zählen auf euch, Meister Jedi." Die Übertragung wird beendet, und Kura folgt ihrem Meister zurück auf die Brücke – gerade rechtzeitig, um mit anzusehen, wie die Pionier den Hyperraum verlässt und direkt ins Gefecht springt. Kaum sind sie im Realraum, wird das Schiff entdeckt. Ein Flakschiff dreht sofort ein und eröffnet das Feuer. "Kura, du bleibst hier. Sollte es zu Komplikationen kommen, nimmst du Delta Squad und greifst ein." Kura nickt entschlossen. "Verstanden, Meister." Tiin verlässt die Brücke. Kura tritt ans Fenster und beobachtet, wie eine Staffel von Raumjägern gemeinsam mit ihrem Meister abhebt. Wenig später ertönt der Funk.
"Blaue Staffel bereit?"
"Blau eins bereit."
"Blau vier bereit."
"Blau zwei bereit."
"Blau fünf bereit."
"Blau drei bereit."
"Blau sechs bereit."

"Dann los."

Gespannt verfolgt Kura das Geschehen. Einer nach dem anderen wird der feindlichen Jäger ausgeschaltet – die Jäger arbeitet präzise. Sie verlässt die Brücke und betritt den Kommandoraum, wo der Admiral angespannt Befehle verteilt. Kura tritt an den Holotisch heran und beobachtet die Echtzeit-Analyse der Schlacht. Ihre Truppen leisten gute Arbeit. Die Gegner werden zunehmend zurückgedrängt. "Feuer auf 34 minus 42! Meister Tiin hat die Reflektorschilde ausgeschaltet – machen wir's kurz!" Ein grollender Knall erschüttert das Schiff leicht. Kura wirft einen Blick aus dem Sichtfenster: Das erste Flakschiff explodiert in einem gleißenden Feuerball. "Konzentriert das Feuer auf das zweite Flakschiff! Es ist eingekesselt. Nach meinen Berechnungen dürften die Schilde nicht mehr lange halten!"
Doch während sie das taktische Display beobachtet, runzelt Kura die Stirn. Etwas stimmt nicht. Im Chaos der Schlacht fällt ihr eine Bewegung auf – eine Formation von Jägern, die sich nicht wie die übrigen verhält. Ihr Flugmuster ist zu koordiniert, zu zielgerichtet. Kura neigt sich näher zum Holotisch. "Admiral, sehen Sie das? Da – bei Sektor G-7. Diese Staffel ... die fliegt nicht nach normalen Mustern. Sie führen etwas im Schilde." Der Admiral folgt ihrem Blick, seine Miene wird düster. "Das ist kein gewöhnlicher Angriff. Sie haben einen Plan B."

"Meister, seht ihr das auch? Beide feindlichen Schiffe stoßen Bomber ab - sie haben die Blockade durchbrochen."
"Du hast Recht, Padawan. Blau Staffel - wir kümmern uns darum." Gespannt wartet Kura auf den Bericht. Auf der Planetenoberfläche detonieren erste Einschläge. Die Verbindung zu ihrem Meister knistert. "Es gibt Komplikationen. Die Bomber greifen unsere Fabriken an. Ich muss eingreifen. Du übernimmst – das Mutterschiff muss zerstört werden!" Kura nickt. "Verstanden, Meister." Der Admiral wirft ihr einen zweifelnden Blick zu, doch Kura erwidert ihn ruhig. Gemeinsam mit hochrangigen Klonoffizieren versammelt sie sich vor dem Holotisch. "Status des Flackschiffs?"
"Die Schilde stehen noch vollständig. Wir könnten es ausschalten, aber das dauert – Zeit, die wir nicht haben. Das Mutterschiff steuert direkt auf die Fabriken zu. Sie wollen sie um jeden Preis vernichten." Kura überlegt kurz, dann hebt sie die Stimme. "Ich hätte einen Plan – aber er ist alles andere als einfach." "Von welchem Plan sprecht Ihr?"
"Wir zerstören das Schiff von innen heraus. Ich habe das Szenario oft durchgespielt. Wenn wir einem einzigen Jäger den Weg freihalten, kann er bis ins Herz des Schiffes vordringen." Ein Raunen geht durch die Runde. "Das ist Wahnsinn." "Ihr setzt viele Leben aufs Spiel für eine Idee, die kaum Aussicht auf Erfolg verspricht." "Wir sollten bei unserer Taktik bleiben – sie brechen früher oder später ein." Zustimmendes Nicken folgt. Die Offiziere beginnen sich abzuwenden. Kura schlägt mit der flachen Hand auf den Tisch. Die Bewegung lässt alle innehalten. "Zeit ist ein Luxus, den wir nicht haben, Soldat. Ich werde fliegen. Und ihr werdet mir Deckung geben." Ihre Worte hallen nach. Einen Moment lang ist es still. Dann mustert Kura jeden Einzelnen – fest, bestimmt, ohne Zögern. Der Widerstand schmilzt. Ohne ein weiteres Wort dreht sie sich um und verlässt den Kontrollraum. Ihre Schritte hallen auf dem Metallboden, als sie zum Hangar aufbricht.

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