III

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"Es ist so weit. Bist du bereit?"
Sicher ist Kura sich ganz und gar nicht, doch der Blick von Jawa, ihre Angst und ihre Hoffnung, treiben sie an. Sie zwingt ihren Kopf hoch erhoben zu halten, den Blick fest und entschlossen. Die Tür öffnete sich erneut mit einem zischenden Geräusch, und Kura tritt in das Innere. Ihre Schritte hallen, in dem kleinen Raum und ihr Herz pumpt wie verrückt Blut durch ihren Körper. Sie bleibt in der Mitte des Raumes stehen und blickt zu Meister Yoda. 
"Eine Entscheidung gefallen ist.", erklärt er ihr, seine Stimme rau. Kura nickt. Ihr Innerstes ist bis zum zerreißen gespannt.  "Ich bin bereit.", sagt sie. 
"Wir haben entschieden,", Kura wendet sich von Meister Yoda ab, um sich dem Jedi-Meister neben ihm zuzuwenden. Der Raum vibriert, als er spricht. "dass wir dichin der hellen Seite der Macht lehren werden." 
Kuras Mundwinkel zucken zu einem kaum wahrnehmbaren Lächeln. Doch dann, fast unmittelbar, fügt der Meister eine Bedingung hinzu, die sie eines besseren belehrt. Ihr Gesicht wird wieder starr und ausdruckslos. "Aber du wirst den Jeditempel fürs erste nicht verlassen. Solltest du uns hintergehen, wirst du sofort dem Kriegsgericht unterstellt. Hast du das verstanden?"
"Natürlich Meister. Ich danke euch.", antwortet Kura, mit ernster Stimme.
"Da du schon in einem fortgeschrittenen Alter bist und eine Ausbildung hinter dir hast, wirst du einem Jedi Meister zugeteilt. Der Stand als Padawan wird dir aber nicht anerkannt. Solange bis wir dir Vertrauen könne." Kura quittiert die Maßnahme mit einem Nicken. Es ist mehr als sie erwarten kann.
Ein Iktotchi mit harten, kantigen Gesichtszügen erhebt sich aus seinem Sessel. Er strahlt eine ungewöhnliche Härte und Kälte aus, welcher ihr einen Schauer über den Rücken laufen lässt.
"Das ist Meister Saesee Tiin. Überzeugt du ihn, überzeugt du uns.", mehr Worte gibt es für sie nicht. Kura ist sich bewusst, dass ihr neuer Meister nun ihr Schicksal in ihren Händen hält. Ohne ein weiteres Wort verlässt er den Raum, und Stass Allie wirft Kura ein letztes, ermutigendes Lächeln zu, das sie dazu antreibt, ihrem neuen Meister zu folgen.

Als Kura die wenigen Schritte zu ihm aufholt, beobachtet er sie abschätzend aus den Augenwinkel. Kura fühlt sich von seinem Blick durchbohrt, als würde er ihre Seele ausmessen. "Ich stelle jetzt eine Sache klar. Ich wollte dich nicht als Padawan: Aber die Umstände lassen es nicht anders zu. " Die Worte sind scharf, doch Kura zuckt nicht vor ihnen zurück.
"Ich kann eurer Misstrauen verstehen, aber ich versichere euch ich werde mir euer Vertrauen verdienen.", sagt sie mit fester Stimme. "Wenn du uns nicht vorher verrätst.< kommentiert er ihre Aussage abfällig. Seine Worte hängen wie ein dunkler Schatten über ihnen und ein unangenehmes Schweigen breitet sich zwischen ihnen aus, während sie die breiten Flure entlang gehen. 

Doch während sie sich anstrengt, Schritt zu halten, bietet der Gang durch den Tempel einen unerwarteten Trost. Der Jedi-Tempel ist wahrlich beeindruckend – größer, imposanter und schöner als alles, was Kura je zuvor gesehen hat. Die gewaltigen Steinsäulen ragen in die Höhe, die mannshohen Fenster lassen das Licht in einem unaufhörlichen Strom durch den Raum strömen. Der Tempel wirkt endlos, als würde er sich immer weiter ausdehnen, je weiter sie gehen. Kura saugt das Bild in sich auf, fasziniert von der Schönheit des Ortes. 

"Ein Tempelritter wird vor deiner Tür Wache gehalten und dich überallhin begleiten. Manche Bereiche des Tempels sind dir bis auf Weiteres gesperrt. Welche das sind, wird er dir dann schon klar machen."  Die Stimme ihres neuen Meister, durschneidet die Stille. 
"Okay", erwidert sie schlicht. Eine weitere Vorsichtsmaßnahme, vielleicht hat sie sich in ein weiters Gefägnis begeben. Sie schüttelt den Gedanken ab. Sie kann es ihnen nicht verdenken, auch wenn es ihr leichter fallen würde, wenn ihr Meister nicht so ein riesen Arsch sein würde. 
Plötzlich bleiben sie vor einer unscheinbaren Tür stehen. Ihr Meister bestätigt einen in der Wand eingelassenen Knopf. Die Tür öffnet sich automatisch. Wortlos drückt er einen eingelassenen Knopf in der Wand. Mit einem leisen Zischen gleitet die Tür auf. Was auch immer Kura erwartet hat– das ist es nicht. Sie blinzelt in den kleinen, dämmrigen Raum. Das Licht der Sonne ist von einem schweren Sichtschutz fast vollständig ausgesperrt. Unter dem Fenster steht ein schmales Bett, daneben ein schlichter Schrank. Auf der gegenüberliegenden Seite entdeckt sie eine weitere Tür – vermutlich ein kleines Badezimmer.
Die Ernüchterung liegt wie Blei auf ihrem Brustkorb.
"Das Training beginnt jetzt." Verwirrt wendet sie sich an ihren Meister. Sie hat erwartet, dass sie nun zu einer Trainingshalle gehen– nicht in diese karge Zelle von einem Zimmer. Doch bevor sie etwas sagen kann, tritt Meister Tiin einfach ein, lässt sich mitten im Zimmer auf den Boden nieder und verschränkte die Beine. "Ich dachte wir gehen trainieren?" Ihr Meister schüttelt den Kopf. Langsam. Enttäuscht. "Das tun wir. Genau hier."  
Kura tritt den fehlenden Schritt in den Raum, sodass sich die Tür automatisch hinter ihr schließt. Aber sie bleibt stehen, obwohl ihr Meister eine auffordernde Bewegung neben sich gemacht hat. Ihr Instinkt, jahrelang geschärft, schrie Alarm. Sollte sie sich wirklich einfach so neben ihn setzen? Sie ist misstrauisch. Was hatte er vor, wollte er sie mit einem Angriff überraschen, dann wenn sie es am wenigstens erwartete? Ein leises, genervtes Stöhnen verlässt Meister Tiins Lippen. "Setzt dich hin!", wiederholt er scharf "Du wurdest dein Leben lang in der dunklen Seite der Macht unterrichtest. Deine Instinkte sind vergiftet. Du musst das Licht erst noch finden. Also ein letztes Mal setzt dich hin!" 'Kuras Herz schlägt wie wild, doch sie lässt sich neben ihn auf den Boden sinken - etwas zu hastig. Doch sie sitzt und sie spürt nur noch deutlicher, dass sie die Nerven von Meister Tiin schon jetzt  bis ans äußerste gespannt hat.
Eine unangenehme Stille legt sich zwischen sie. Sie spürt die Ungeduld ihres Meisters beinahe körperlich, als würde sie die Luft zwischen ihnen verdichten. Es ist, als ob jede ihrer Bewegungen von ihm bewertet wird, jede Geste, jeder Atemzug.

Storm of ShadowGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt