Kura steht reglos am Rand des Hangars, während die Klone den Gefangenen aus der düsteren Rettungskapsel zerren. In dem gleißenden Licht offenbart sich seine Gestalt: ein kräftiger, zerrupfter Zygerrianer mit verschmierter Kleidung und wildem Blick. Er brüllt, tritt um sich, seine Fesseln klirren, als die Soldaten ihn mit Mühe in Richtung Zelle schleifen. Kura folgt ihnen schweigend, ihr Blick kühl und nachdenklich. Sie kann den Zorn des Zygerrianers beinahe greifen – und doch ist da auch Angst, tief darunter, sorgfältig hinter Wut verborgen. Vor der Zelle positionieren sich zwei Klone, Gewehre im Anschlag. Kura wartet, bis sich die Tür surrend öffnet, tritt ein und lässt sie hinter sich schließen. Der Zygerrianer sitzt gefesselt an einem Tisch, seine Haltung trotzig, die Muskeln angespannt. Als er Kura entdeckt, legt sich ein schmutziges Grinsen auf sein Gesicht.
"Oh, Hallo meine Schöne. Wen haben wir denn da? Ein Zuckerpüppchen, die sich Jedi nennt. Was für eine Verschwendung." Kura erwidert nichts. Ruhig stützt sie sich mit beiden Händen auf die Rückenlehne des gegenüberliegenden Stuhls, sieht auf ihn herab – regungslos, konzentriert.
"Warum habt ihr Thyerra angegriffen?" fragte sie. "Der Planet hat keinen strategischen Wert." Der Zygerrianer mustert gelangweilt seine krallenartigen Fingernägel. "Ach, wen interessiert das schon? Man sollte seine Zeit nicht mit solchen Fragen verschwenden."Kura lässt sich Zeit mit ihrer Antwort. Ihre Stimme ist ruhig, aber schneidend. "Mich interessiert es. Und also was haltet ihr davon, ihr verratet mir, was der Angriff bedeuten sollte und ich überstelle euch vor ein Gericht, anstatt euch den weiten des Alls zu überlassen."
Er lachte leise, spöttisch.
"Ihr seid ein Jedi. Wenn ihr jemanden droht, sollte ihr es auch ernst meinen."
Ein schmaler Zug huscht über ihre Lippen.
"Wer sagt das ich das nicht ernst meine?" Der Zygerrianer schüttelte nur belustigt den Kopf. "Deine Überzeugung. Die ist zu weich."
Kura fixiert ihn, ihr Blick wird schärfer.
"Wer saß in der zweiten Rettungskapsel?" Sein Blick wandert wieder zu seinen Fingernägeln, als sei sie nicht der Rede wert. "Wie schade, dass wir das nicht mehr raus finden werden."
"Wer ist dein Auftraggeber?"
"Der, der am meisten Geld zahlt."
"Und wer zahlt am meisten Geld."
"Wer wohl? Mein Auftraggeber."
Kura seufzt innerlich. Das hier führt zu nichts. Sie richtet sich auf, streckt die Hand aus – konzentriert sich. Ihre Stimme wird eindringlicher, durchdringt seine Gedanken mit der Macht. "Du wirst mir sagen, was ich wissen will." Doch der Zygerrianer verzieht nur spöttisch seine Lippen.
"Sparrt euch euren Atmen, Jedi. Eure Tricks wirken bei mir nicht. "
In diesem Moment reißt ein Klon die Tür auf. "Commander, wir haben etwas gefunden."Kura dreht sich um, verlässt die Zelle ohne ein weiteres Wort. Draußen hält ihr der Soldat ein Holopad entgegen. "Wir konnten den letzten Funkspruch wiederherstellen.", erklärt er. Er tippt auf das Pad, und ein flimmerndes Hologramm erscheint: Der Zygerrianer, flankiert von zwei weiteren Gestalten – ein hochgewachsener, bleicher Pau'aner und eine dunkelhaarige Menschen Frau mit schwarzen Tätowierungen im Gesicht.
Kura verengt die Augen, während eine tiefe, herrenlose Stimme den Raum erfüllt.
"Schon bald ist es so weit und ihr werdet aus dem Schatten hervortreten, meine Kinder. Bereitet alles vor. Scafax..." Der Zygerrianer tritt in dem Holo einen Schritt nach vorne. "Du weißt was du zu tun hast. Merke dir die Zielkoordinaten. Ich warne dich vor einem erneuten Versagen." Dann Stille. Die Übertragung endet abrupt.
Kura schließt für einen Moment die Augen. Die Namen, die Gesichter, die Stimmen – sie rufen alte Erinnerungen wach. Erinnerungen, die nach Antworten verlangen. Langsam öffnet sie wieder die Augen, streift sich gedankenverloren über ihre Lekku."Danke, Soldat.", sagt sie leise. "Ich kümmere mich drum."
Kura nimmt das Holopad mit beiden Händen, ihre Miene fest entschlossen. Dann aktiviert sie ihr Komlink. "Admiral, stellen Sie eine Verbindung zum Jedi-Rat her." Nur wenige Minuten später steht sie vor der holografischen Projektion des Rates. Die blauen Lichtgestalten der Meister sitzen wie aus Stein gemeißelt im Kreis. Ihre Blicke ruht auf ihr, aufmerksam, wartend.
"Wir haben von eurem Sieg gehört, Padawan, aber es scheint, als sei etwas vorgefallen." sagt Meister Windu, der wie so oft das Wort eröffnet. Kura verneigt sich leicht.
"Ja Meister. Wir konnten ein Hologramm aus einer der Rettungskapseln sicherstellen. Es enthält Informationen, die... beunruhigend sind."
Sie hebt das Holopad und spielt die Aufzeichnung ab. Die flimmernde Projektion der drei Gestalten erschien. Die Stimme des mysteriösen Anführers hallt durch den Raum.
Als die Projektion endet, ist es Meister Yoda, der das Schweigen bricht. "Beunruhigend, das ist. Eine dunkle Macht, die ich spüre." Kura nickt ernst.
"Ich kenne die beiden. Sie waren auf der Akademie. Inquisitoren. Sie gehören zu ihnen. Finden wir sie, können wir die Akademie finden. Und der Zygerrianer, Scafax - wir haben ihn lebend gefasst. Wenn ich die anderen finden will, ist er mein einziger Anhaltspunkt."
"Dann solltest du alles in Bewegung setzen, um sie zu ergreifen," sagt Kit Fisto bestimmt. Sein sonst so entspanntes Lächeln ist Besorgnis gewichen. "Ich habe versucht, ihn zu befragen," erklärt Kura weiter. "Doch er schweigt. Ich habe es mit einem schwachen Willensbruch versucht – ohne Erfolg. Seine Mauern sind stark und hoch." Ein Raunen geht durch den Rat. Dann spricht Meister Yoda, seine grünen Augen durchbohren sie. Er weiß es und seine Stimme ist schwerer als zuvor. "Bitten, du möchtest eine Methode zu nutzen, die du auf der dunklen Seite einst gelernt hast."
Sie blickt ihn unentwegt an. "Ja. Ich würde es nicht vorschlagen, wenn ich nicht überzeugt wäre, dass es notwendig ist."
"Nein!"
Die Stimme kommt so scharf, dass sie zusammenzuckt. Es ist Meister Tiin. Er steht in seinem Hologramm auf, sein Blick bohrt sich in sie – nicht aus Zorn, sondern aus tiefer Enttäuschung. Kura weicht seinem Blick nicht aus. Für einen Moment treffen sich ihre Augen, in stummem Widerstand. Dann senkt sie den Blick, nimmt Haltung an, wendet sich wieder an den Rat. "Ich werde dem Befehl meines Meisters nicht widersprechen," sagte sie ruhig. Ihr Blick starr auf Meister Yoda gerichtet. Sie traut sich fast nicht die nächsten Worte auszusprechen, doch sie muss. Sie muss es tun, weil sie es Jawa schuldig ist. Weil die Bedrohung von den beiden zu groß für sie alle ist. Und damit fährt sie fort.
"Es sei denn... ihr stellt euch über ihn." Schweigen. Der Rat tauscht Blicke aus, einige mit Stirnrunzeln, andere abwägend. Schließlich ist es Windu, der spricht.
"Wir billigen dein Vorhaben, Padawan. Aber bist du dir über die Konsequenzen im Klaren? Du setzt dich über deinen Meister hinweg."
Kuras schließt ihre Gefühle ein. Noch eine Lehre, die sie damals gelernt hat. Alle Gefühle, alle Empfindungen werden auf einen Schlag taub. Sie spürt nichts mehr und damit trifft sie ihre Entscheidung. "Unsere Handlungen bestimmen unser Vermächtnis."
Windu nickt langsam.
"Dann geh deinen Weg. Möge die Macht mit dir sein." Das Hologramm verblasst. Kura atmet einmal tief durch, ehe sie erneut ihr Komlink aktiviert. "Bringt den Gefangenen her." Kurze Zeit später öffnet sich die Tür. Die Chaos-Truppe betritt den Raum, den gefesselten Zygerrianer zwischen sich. Darman tritt vor, die Stirn gerunzelt. "Wozu die Umverlegung?", fragt er misstrauisch. "Ihr könnt gehen, Darman.", Kura blickt ihn nicht mehr an. Sie mustert den Gefangenen, ihre Gedanken bei den Lehren von damals. Doch Darman rückt nicht von ihm ab. "Wir bleiben. Der Gefangene steht unter meiner Aufsicht."
Kura sieht ihn an, ihre Gefühle tauen wieder auf. Er sollte nicht hier sein. Nicht sehen zu was sie fähig ist. Wie grausam sie sein kann. Doch sie betäubt die Schuld wieder. "Dann bleibt. Aber haltet euch zurück. Was jetzt geschieht, duldet keine Ablenkung"
Sie deutet auf den Boden vor sich. Die Klone zögern kurz, folgen dann wortlos ihrer Anweisung und positionieren Scafax, wie sie es verlangt. Kura tritt einen Schritt zurück, atmet tief ein – und spürt, wie eine andere Präsenz in ihr erwacht. Eine, die sie lange verdrängt hat.
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Storm of Shadow
FanfictionKura kennt nur eines: Überleben. Aufgewachsen in den Schatten der dunklen Seite, ist Kampf für sie eine Frage von Leben und Tod - bis ein neuer Meister sie aufnimmt und ihr einen anderen Weg zeigt: den Weg der Jedi. Doch in der strahlenden Ordnung s...
