Ein heftiges Hämmern an der Tür reißt Kura aus ihrem leichten Schlaf. Noch halb in den Träumen gefangen, reibt sie sich die Müdigkeit aus den Augen und öffnet die Tür – nur um in das gewohnt ernste Gesicht ihres Meisters zu blicken. "Wir gehen trainieren.", verkündet er knapp. Kura unterdrückt ein Gähnen – zumindest fast – und beobachtet, wie sich ihr Meister bereits wortlos umdreht und losläuft.
Einen Moment steht sie einfach nur da, überrumpelt vom plötzlichen Morgenüberfall. Dann seufzt sie, zieht mithilfe der Macht ihr Lichtschwert zu sich und eilt ihm hinterher. Nach einem kurzen Sprint hat sie ihn eingeholt. In schnellem Tempo durchqueren sie die Korridore des Tempels. Schweigend, wie immer.
„Du kämpfst wie eine Sith. Das werden wir ändern", sagt er schließlich, ohne sie anzusehen. „Aber du bist aufmerksam. Nicht arrogant. Damit kann man arbeiten." Kura blinzelt überrascht. So negativ die Worte auch klingen– zwischen den Zeilen glaubt sie ein Lob zu erkennen.
Aufmerksam, nicht arrogant – das ist wohl das Freundlichste, was sie je von ihm gehört hat. Sie erreichen einen weitläufigen Trainingsraum. Matten bedecken den Boden, warmes Licht fällt durch hohe Fenster. Meister Tiin legt seine Robe ab und deutet ihr, sich ihm gegenüber aufzustellen.
"Ich werde dir grundlegende Abwehrtechniken zeigen.", beginnt er ruhig. Kura runzelt die Stirn. Abwehr? Das ist nicht das, was sie erwartet hat. „Abwehr? Wäre es nicht effektiver, meinen Angriff auszubauen?"
„Nicht, wenn du nicht angreifen wirst", lautet seine einfache, aber unmissverständliche Antwort. Kura schweigt. Sie hat gelernt: Widerworte führen selten zu etwas Gutem.
Also beginnt die Stunde. Ihr Meister zeigt ihr eine Übung nach der anderen, und sie tut ihr Bestes, sie exakt nachzuahmen. Mit kleinen Korrekturen – einem verschobenen Fuß, einem gedrehten Handgelenk – bringt er ihr bei, wie sie standfester wird, wie sie Angriffe sicher abblocken kann. Es sind Feinheiten. Keine aufreibenden Duelle, sondern präzise Bewegungen – fast schon meditativ. Und überraschend angenehm.
„Ich denke, Shui Cho ist der richtige Stil für dich", sagt Meister Tiin schließlich. „Er balanciert deine Entschlossenheit mit deinem Hang zur Bewegung und Täuschung." „Shui Cho? Davon hab ich noch nie gehört", gibt Kura ehrlich zu. „Ein schwieriger, aber sehr effektiver Stil. Er passt zu dir. Enttäusch mich nicht." Noch bevor Kura antworten kann, zerreißt ein lauter Knall die Stille. Reflexartig zuckt sie zusammen. Meister Tiin wirbelt herum und rennt los. Ohne zu zögern folgt sie ihm, durch die Gänge, die sich bald mit alarmierten Klonkriegern und medizinischen Droiden füllen.
Sie biegen mehrmals ab, rennen an verstörten Jedi vorbei. Kura spürt es, noch bevor sie es sieht– eine Welle aus Schmerz und Verlust durchzieht sie, kalt und schwer wie ein Schleier. Als sie schließlich um die letzte Ecke biegt, bleibt sie abrupt stehen. Entsetzen schnürt ihr die Kehle zu.
Das Bild vor ihr ist erschütternd: Drei Klone liegen leblos auf dem Boden. Ihre Rüstungen sind aufgerissen, geschwärzt von Ruß, an manchen Stellen fehlen ganze Teile. Es ist offensichtlich – diese Wunden stammen von einer Explosion. Kuras Blick wandert zum klaffenden Loch, wo einst die Tür zur Klonbaracke gewesen war. Die Trümmer, der Rauch, der Geruch verbrannter Elektronik – alles bestätigt ihre Vermutung. Eine Bombe. Neben einem der Gefallenen kniet Meisterin Shaak Ti. Ihr Gesicht ist ruhig, doch von tiefer Sorge gezeichnet.
Als Kura sich zur Ecke umdrehte, aus der sie gekommen waren, tritt ein ihr unbekannter Jedi um die Ecke. Hektisch sucht er in der Menge nach jemandem, dann entdeckt er Meister Tiin. Er kommt zu ihnen herüber geeilt.
„Meister Saesee Tiin, gut, dass ich euch finde. Eine Bombe ist explodiert. Der Angreifer hat sich unerkannt Zutritt verschafft und ist nach dem Anschlag geflohen. Wir konnten ihn bis zum Hangar verfolgen – er hat ein Schiff gestohlen. Der Rat bittet euch, die Verfolgung aufzunehmen." Tiin verzieht keine Miene, doch seine Haltung wird noch angespannter. „Ich komme sofort." Dann dreht er sich zu Kura. „Kommst du?" Sie blinzelt überrascht. „Ihr... wollt, dass ich mitkomme?" Sie hatte nicht erwartet, dass er ihr so weit vertrauen würde – nicht nach dem, was geschehen ist. „Weißt du noch, was ich über Taten gesagt habe?" Ohne eine weitere Erklärung geht er los, und Kura folgt. „Wohin gehen wir?", fragt sie, während sie versucht, mit seinem Tempo mitzuhalten. „Zum Hangar. Wir müssen den Kopfgeldjäger finden – und zur Rede stellen." Er tippt auf sein Komlink. „Delta Squad, kommen."
„Hier ist Boss. Was liegt an, Commander?"
„Sammelt das Team. Startet die Schiffe. Wir fliegen nach Nar Shaddaa. Treffpunkt: Deck 3, 0600."
„Verstanden, Commander."
Kurz darauf betreten sie den Hangar. Delta Squad steht bereits bereit, perfekt formiert. Als sie Meister Tiin sehen, salutierten sie im Gleichschritt. „Rührt euch", befielt er. „Ihr kennt das Ziel. Die Auswertung der Überwachung läuft, bald wissen wir, mit wem wir es zu tun haben." Er dreht sich zu Kura und zeigt auf sie. „Das ist meine Schülerin, Kura Tavor. Ihr Rang als Commander ist noch nicht bestätigt – das heißt: Ihr hört nur auf meine Befehle." Kura spürt die Blicke auf sich brennen. Und nicht nur das – durch die Macht ist es, als tropfen Misstrauen und Abneigung wie Öl aus jeder Pore der Klone. Sie schließt die Augen einen Moment, versuchte die Welle aus Argwohn zu ignorieren, doch sie war erdrückend. „Soweit klar? Dann los!" Die Einheit eilt zum bereitstehenden Kanonenboot. Kura steigt als Letzte ein, greift nach einem Haltegurt, der von der Decke baumelt und stellte sich mit dem Rücken zur Tür. Draußen wird Coruscant unter ihnen immer kleiner.
Sie weiß, dass die Klone sie mustern – immer wieder, doch sie ignoriert sie.
Das Boot dockt am Hangar eines Sternenkreuzers an. Noch während sie im Hanger landen, springt ihr Schiff auch schon in den Hyperraum. Weniger als ein paar Minuten, verstreichen nicht, da endet der Sprung auch schon. Sie haben Glück das der Flüchtige nicht weit gekommen ist. Das Kanonenboot verlassen sie dabei nicht und sie heben schon wieder ab, um in die Atmosphäre des Mondes einzutreten.
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Storm of Shadow
FanfictionKura kennt nur eines: Überleben. Aufgewachsen in den Schatten der dunklen Seite, ist Kampf für sie eine Frage von Leben und Tod - bis ein neuer Meister sie aufnimmt und ihr einen anderen Weg zeigt: den Weg der Jedi. Doch in der strahlenden Ordnung s...
