XIX

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Kur wird durch das Flüstern ihres Namens geweckt. 
"Kura..." Noch einmal. Lauter, dringlicher. Als sie die Augen aufschlägt, blickt Tarja sie bereits an. "Guten Morgen! Wir sind da." Kura richtet sich langsam auf, streckt sich und vertreibt die nächtliche Steifheit aus ihren Gliedern. 
"Lass uns keine Zeit verlieren,", sagt Tarja, während sie schon einmal vorausgeht. Kura holt zu ihr auf. "Ich habe auf Ryloth mitbekommen, dass es hier jemanden gibt, der uns helfen kann." Kura zieht eine Augenbraue hoch. "Geht es auch spezifischer?" 
"Nicht wirklich. Ich weiß nur dass es ein Zygerrianer ist. Mein Informant sagte, dass er immer im selben Lokal absteigt." Seite an Seite verlassen sie das Schiff.

Das Lokal ist eine Bar - laut, verraucht und grell beleuchtet.  Leicht bekleidete Tänzerinnen, fast ausschließlich Twi'leks, bewegen sich zwischen den Tischen oder sitzen auf den Schößen der Gäste. Kura tritt mit spürbarer Abneigung ein. Es ist nicht die Freizügigkeit, sondern die Erinnerung an alte Wunden, die sie hier stört – die Ausbeutung ihres Volkes.
Sie selber tragen schlichte, staubige Ponchos.
Kura blickt sich vorsichtig um, dann lehnt sie sich leicht zu Tarja. "Es sind zwei Zygerrianer hier. Wir müssen uns aufteilen." Tarja nickt knapp. Kura steuert auf den größeren der beiden zu – ein breit gebauter Zygerrianer mit goldenen Armreifen und einem selbstgefälligen Grinsen. Zwei Twi'lek-Mädchen schmiegen sich an ihn, doch sein Blick heftet sich sofort auf Kura, als sie sich ihm gegenüber setzt.  "Ich glaube wir kenne uns noch nicht. Ich bin Cadoc."Kura erwidert sein Lächeln. "Freut mich Cadoc. Ich bin Kura." 
Seine pelzige Hand umschließt ihre. Er mustert sie neugierig. Mit einer beiläufigen Geste schickt er die Mädchen fort, die ihm enttäuschte Blicke zuwerfen.
"Ich habe dich hier noch nie gesehen. Also Kura - was willst du von mir?" 
Kura wählt ihre Worte sorgfältig. 
"Ich brauche Informationen. Über den Widerstand." 
Keine Regung in seinem Gesicht. "Tut mir leid, dass du den ganzen weiten Weg gemacht hast. Ich kann dir nicht helfen." Kura lässt ihren Blick über ihn schweifen – bis ihr eine Kette um seinen Hals auffält. An ihr hängt eine kleine Metallplatte, unscheinbar, aber deutlich eingraviert: 5597.
Sie erkennt sie sofort. "Du hast die Clone gekannt." 
Codocs Gesicht verhärtet sich. Blitzschnell greift er nach der Kette, verdeckt sie mit seiner Hand. "Ich weiß nicht, wovon du redest." 
"Doch. Diese Nummer kenne ich. 5597. Er gehörte zur Fünfhunderter-Legion." Ein feiner Riss zieht sich durch seine Miene. 
"Nein... es war die 501." Dann hebt er den Blick, direkt in Kuras Augen. "Woher weißt du das? Wer bist du wirklich? Kein Außenstehender kann sowas wissen." 
Kura hält seinem Blick stand. "Also hatte ich recht. Du bist der, den ich gesucht habe." Cadoc setzt sich schwer zurück. Er verschränkt die Arme. "Ich kann dir trotzdem nicht helfen." 
"Warum nicht?" Kura spürt es durch die Macht – die Trauer, die Schuld, die Einsamkeit. "Wir haben schon verloren. Ich habe genug Probleme mit dem Imperium... Ich brauche keinen weiteren Ärger. Du hast keine Ahnung, was ich durchgemacht habe." 
Kuras Blick wird weich. 
"Du hast recht." Kuras Stimme ist fest. "Ich kenne deine Geschichte nicht. Aber ich kenne dieses Gefühl. Die Schuld, überlebt zu haben, wenn andere gefallen sind." Cadocs Blick bleibt auf ihr haften. Kein Widerwort, keine Bewegung – nur ein stummes Anerkennen. Seine gelben Katzenaugen verengen sich erst – dann verlieren sie ihren Glanz. Seine Schultern sinken. Der harte Ausdruck in seinem Gesicht bricht, als würde er endlich aufhören, dagegen anzukämpfen. Kura spürt es – das Echo seiner Erinnerungen, seine Schuld, seine Verluste. Er reibt sich übers Gesicht, sein Schweif zuckt unruhig. Dann, leise:
 "Ich kenne den aktuellen Standort der Rebellen nicht. Aber ich kann dir ihre letzte Basis nennen. Vielleicht findest du dort Hinweise." Kura schenkt ihm ein aufmunterndes Lächeln. Er schaut sich vorsichtig um, dann beugt er sich zu ihr vor.
"D'Qar." 
Kura lächelt schwach. Nicht aus Triumph, sondern aus Dankbarkeit. Sie legt behutsam ihre Hand auf seine – eine Geste, still und ehrlich. "Danke."
Sie richtet sich auf, will gehen. Doch sie zögert.
Sein Schmerz hängt in der Luft wie Rauch nach einem Brand.
"Du musst nicht hierbleiben, Cadoc."
„Du könntest mit uns kommen. Weg von diesem Ort. Weg von den Geistern." Cadoc sieht sie lange an. Für einen Moment scheint er etwas sagen zu wollen, doch stattdessen hebt er nur die Hand zum Gruß – ein schwaches, fast entschuldigendes Lächeln auf den Lippen – und verschwindet wortlos in einem Nebenraum. 
"Ah, endlich! Meine Katze war ein kompletter Reinfall. Ich hoffe, du hattest mehr Glück?" Doch Kura geht wortlos an ihr vorbei. Ihr Geist kreist um Vergangenes – um ihre alten Freunde, ihren toten Meister. "Hey! Was ist los? War er der Richtige?" Kura hält kurz inne, blickt über die Schulter.
"Wir müssen nach D'Qar."
Keine weitere Erklärung. Nur diese Worte. Tarja runzelt die Stirn, sieht ihr nach – dann folgt sie ihr hastig. 

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