Kura findet, dass ihr Meister schon viel zu lange weg ist. Sie unterbricht das Gespräch und weist Fixer an Kontakt mit Meister Tiin aufzubauen.
"Commander, sind sie da?", fragt Fixer über Funk.
Nach einem kurzen Rauschen, ertönt die gehetzte Stimme von ihrem Meister.
"Fixer! Gut, dass du dich meldest. Wir haben hier alle Hände voll zu tun. Der Kopfgeldjäger flieht in den äußeren Bezirk - nicht weit von euch entfernt. Ich übermittle euch die Koordinaten. Versucht ihm den Weg abzuschneiden!" Ein kurzer Blickwechsel zwischen den dreien reicht, dann greifen Boss und Fixer nach ihren Helmen und Blastern, die sie während der Wartezeit ans Kanonenboot gelehnt haben. Gemeinsam rennen sie los. Der sandige Boden weicht langsam festem Untergrund, als sie den äußeren Bezirk der Stadt erreichen. "Boss an General -wir sind jetzt am äußersten Bezirk angekommen."
Es knirscht in der Leitung. "Es sind Freunde von ihm aufgetaucht. Neue Koordinaten folgen."
Boss übernimmt die Führung. Er lotst sie durch ein Labyrinth aus engen Gassen, vorbei an zwielichtigen Gestalten, deren Blicke sie misstrauisch verfolgen. Doch niemand wagt sich näher. Kura ist trotzdem erleichtert, als sie schließlich ihren Meister und die restlichen Clone entdecken. Sie sind in schlichten, schmutzig braunen Mänteln gekleidet, die sie beinahe mit der Stadt verschmelzen lassen und sowohl Rüstung als auch Jedi-Robe verbergen.
„Ah, da seid ihr ja." Meister Tiin tritt beiseite und lässt sie in den kleinen Kreis treten, den er und die anderen Clone gebildet haben. In seiner Hand schwebt ein Hologramm – der Grundriss eines Gebäudes, das eindeutig dem Hotel entspricht, vor dem sie nun stehen.
„Der Kopfgeldjäger und drei seiner Komplizen haben sich dort verschanzt", erklärt der Soldat zu Tiins Rechten. „Sie haben alle Eingänge mit Sprengsätzen vermint."
Als Kura aufblickt, begegnet sie dem stechenden Blick ihres Meisters, der sie von oben bis unten mustert. Ihr Magen zieht sich zusammen. Wie er sie anschaut, verspricht nichts gutes.
"Wohl wahr, kein Weg hinein.", sagt er ruhig. Sein Blick auf ihr ruhend. "Aber vielleicht ein anderer.", er deutet auf eine kleine Seitengasse neben dem Hotel. Kura folgt seinem ausgestreckten Finger. Ihre Stirn gerunzelt. Doch so sehr Kura auch versucht herauszufinden, was ihr Meister meint, sie findet es nicht. Ihr Blick streift die achtlos weggeschmissenen Kisten, die verstreuten Müllsacke und dann einen Müllschacht , der direkt über einemüberquellenden Müllcontainer endet.
Kura blickt zurück zu den Kisten, als... Warte! Ihr Blick schnellt zurück zum Müllschacht. Ihre Augen werden groß.
"Auf keinen Fall!", ruft sie sofort und schüttelt vehement den Kopf.
"Du willst doch deinen Fehler doch wieder gut machen, oder nicht?"
"Natürlich - aber nicht, indem ich durch einen verdammten Müllschacht klettere."
"Du bist die Einzige, die schmal genug ist. Es ist der einzige Zugang, den wir nutzen können." Meister Tiins Stimme ist ruhig, aber klar. Unnachgiebig. Kura starrt noch eine Minute auf das Übel vor ihr. Gestattet sich noch ein wenig länger sich davor zu drücken – dann seufzte sie ergeben. Ihre Schultern sacken nach unten. Langsam – in der leisen Hoffnung, jemand würde sie doch noch aufhalten – nähert sie sich dem Container.
Der Gestank ist überwältigend. Tränen treten ihr in die Augen, noch bevor sie oben ist. Als sie hinaufklettert, gluckst Fixer bereits vor unterdrücktem Lachen, Boss prustet offen los. Selbst die anderen Clone haben, vor lauter unterdrückter Lacher, schon Tränen in den Augen. Nur ihr Meister bleibt ernst. Natürlich.
Vergammelte Lebensmittel und andere verschimmelte Sachen stapeln sich höher als sie schauen kann. Ihr Magen rebelliert, doch sie atmet scharf durch den Mund, um das schlimmste abzuwenden. Seitlich stellt sie sich auf den Container, um auch ja nichts von den undefinierbaren Abfällen zu berühren. Dann öffnet sie die Klappe des Müllschachts über ihr.
Ein dicker Tropfen schleimiger Substanz fällt ihr mittig ins Gesicht. Die modrig, warme Luft im Inneren entweicht nach außen und trifft sie mit voller Wucht. Es raubt ihr fast den Atem.
Sie beißt ihre Zähne mit solch einer Wucht zusammen, dass ihr Kiefer laut protestiert. Das Gegacker der Clone hinter ihr macht es nicht besser.
Dann wischt sie sich den Schleim aus dem Gesicht und ergibt sich ihrem Schicksal. Sie klettert in die Dunkelheit.
Die Klappe fällt hinter ihr zu. Kura ist nun blind, die Finsternis schluckt alles. Mit Händen und Füßen stemmt sie sich gegen die glitschigen Wände, während feuchte Substanzen ihre Kleidung durchnässen. Wenigstens nimmt sie den Gestank jetzt nur noch als schwere Unternote war, der ihr dumpfen Begleiter, auf dem Weg nach oben, bleibt.
Schneller als gedacht erreicht sie das Ende. Sie hebt vorsichtig die rostige Abdeckung – und spähte hinaus. Ein leerer Flur. Vergilbte Wände, bröckelnder Putz. Doch es ist niemand zu sehen und so zieht sie sich in den Gang. Am Ende des Ganges kann sie einen alten Fahrstuhl entdecken. Daneben eine Treppe.
Sie verzieht das Gesicht.
Sie ist gerade durch einen Abfallschacht geklettert. Da würde sie nun nicht auch noch die Treppe laufen.
Mit trotzigem Griff drückt sie den Knopf. Die Türen gleiten quietschend auf.
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Storm of Shadow
FanfictionKura kennt nur eines: Überleben. Aufgewachsen in den Schatten der dunklen Seite, ist Kampf für sie eine Frage von Leben und Tod - bis ein neuer Meister sie aufnimmt und ihr einen anderen Weg zeigt: den Weg der Jedi. Doch in der strahlenden Ordnung s...
