XVI

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Am Morgen wecken Kura grelle Sonnenstrahlen, die durch die Fenster ihres Quartiers fallen. Müde reibt sie sich die Augen, setzt sich auf und spürt sofort: Ihr Körper fühlt sich deutlich besser an als gestern. Der Schmerz in ihrem Arm ist fast verschwunden, nur ein dumpfer Druck erinnert noch an die Auseinandersetzung.
Sie beschließt, in die Kantine zu gehen. Auf den Gängen begegnet sie vereinzelt Jedi, denen sie mit einem knappen Nicken den gebotenen Respekt erweist. Manche erwidern den Gruß, andere ignorieren sie. Kura lässt sich davon nicht beeindrucken.
In der Kantine herrscht gedämpftes Stimmengewirr. Überall sitzen Klone – verteilt, manche in kleinen Gruppen, andere allein. Ihr Blick schweift durch den Raum, bis sie eine vertraute Bewegung sieht: Fixer winkt ihr zu und deutet auf einen freien Platz neben sich.
Ohne Zögern steuert Kura den Tisch an. Als sie näherkommt, rücken die anderen Klone unauffällig zusammen, machen Platz. Boss hebt respektvoll den Blick. "Commander - es ist... ungewöhnlich, dass Sie hier sind. Nicht viele Jedi essen in der Kantine." Kura zuckt mit den Schultern, während sie sich hinsetzt und beginnt, ihr Tablett auszupacken.
"Vielleicht sollten es mehr tun." Fixer deutet auf zwei Klone auf der anderen Seite des Tisches. „Das sind Captain Rex und Hardcase. Von der 501." Kura sieht auf. Ihre Augen bleiben an dem Helm vor Rex hängen – nicht ganz fertig bemalt, aber bereits mit orangenen Linien verziert. "Kura Tennar. Freut mich." Sie nickt beiden zu, ehe sie sich einen Bissen ihres Essens in den Mund schiebt. Dann, mit leichtem Schmunzeln. "501 also. Beeindruckend. Ist das nicht General Skywalkers Einheit?" Rex nickt. "Jawohl, Commander." 
Kuras Blick wandert erneut zu dem Helm. "Was stellt das Muster dar?" Captain Rex hebt ihn behutsam an, als würde er etwas Wertvolles halten. „Unsere frühere Kommandantin kehrt bald zurück. Wir... verzieren unsere Helme in Erinnerung an sie. Sozusagen ein Willkommensgruß." Ein kurzer Moment des Respekts liegt in der Luft. Kura nickt anerkennend. Das ist schön. Ich bin sicher, sie wird sich geehrt fühlen."
Boss lehnt sich etwas vor. „Kura – der General sah gestern nicht gerade... erfreut aus. Ist etwas passiert?"
Kura seufzt, stellt ihr Besteck beiseite. „Dann ist es dir also aufgefallen. Es war... eine Meinungsverschiedenheit." Fixer hebt eine Braue. „Sah eher nach einem Sturm aus." Kura lächelt schief. „Ich habe seine Autorität in Frage gestellt. Wegen euch." Boss nickt langsam. „Du hast dich für uns eingesetzt. Das ehrt dich. Aber du solltest wissen – Meister Tiin sorgt sich um dein Wohlergehen. Auf seine eigene Art."
„Ich weiß."
Kura sieht ihn ernst an. „Aber es überrascht dich nicht, oder? Dass er euch als strategisches Mittel sieht – nicht als Menschen." Kura sieht ihn ernst an.
Boss zuckt mit den Schultern. Es ist keine Gleichgültigkeit – eher Resignation. „Wir sind es gewöhnt. Die meisten Jedi... sehen uns so. Aber Meister Tiin ist nicht grausam. Er ist effizient. Und ein guter Stratege." Kura senkt den Blick für einen Moment. Dann sieht sie Boss wieder an, ein weicher Ausdruck in ihren Augen.
„Bleib am Leben, Boss. Sonst muss ich mit Meister Tiin alleine in den Kampf – und das hält keiner von uns beiden aus."
Ein Moment Stille. Dann ein kollektives Lachen am Tisch – erst leise, dann lauter. Selbst Rex kann sich ein Grinsen nicht verkneifen. Kura lächelt. Ehrlich. Zum ersten Mal seit Tagen fühlt sie sich... zugehörig.

Nachdem sie aufgegessen hat, steht Kura auf, nickt den anderen am Tisch zum Abschied zu und verlässt die Kantine. Eigentlich hatte sie vor, in die Gärten zu gehen, um die freie Zeit zur Meditation zu nutzen. Doch kaum betritt sie den Flur, stellt sich ihr ein Klon in den Weg und salutiert stramm. "Commander! Meister Yoda wünscht, Euch zu sehen." 
Kura nickt knapp. "Zeigt mir den Weg." Wenig später betritt sie einen abgedunkelten Raum, in dessen Mitte Meister Yoda auf einem Meditationskissen sitzt. Seine Augen sind geschlossen, sein Atem ruhig, seine Präsenz so tief wie das Universum selbst.
"Padawan, entsannen dich ich werde." Kura blinzelt überrascht. "Wohin?" Langsam öffnet Yoda die Augen. "Nach Zeffo, deine Reise geht. Alte Artefakte du finden wirst. Hüten sie jemand will – der Dunkelheit nahe." Kura senkt respektvoll das Haupt. "Verstanden, Meister. Ich breche umgehend auf. Der Omega Squad wird sich freu-" 
"Nein." Yodas Stimme ist ruhig, aber fest. "Allein du gehen wirst. Das keine militärische Mission ist. Du sie nicht brauchen wirst."
 Kura zögert einen Moment, dann verneigt sie sich leicht. „Natürlich, Meister."
Sie verlässt den Raum, zielstrebig. In ihrem Quartier packt sie zügig die nötigsten Dinge – Rationen, Ersatzkleidung, Holomap, ihr Datapad, ihr neues Lichtschwert. Sie schnallt sich den Rucksack auf den Rücken und macht sich wieder auf den Weg.
Bevor sie zum Hangar geht, beschließt sie, Boss aufzusuchen. Ihr Komlink ist im letzten Gefecht zerstört worden und sie hat sich noch immer kein Ersatz besorgt– und sie will ihren Meister nicht einfach kommentarlos verlassen. Nicht im Streit.
In den Klonunterkünften des Delta-Squads herrscht gedämpfte Betriebsamkeit. Die meisten Mitglieder des Trupps sind anwesend. Als Kura eintritt, stocken die Gespräche für einen Moment. Sie lächelt entschuldigend in die Runde.
"Boss, könntest du kurz mit mir sprechen?" Er steht auf, legt seinen halbfertig polierten Helm zur Seite und folgt ihr auf den Flur.
„Was gibt's, Commander?" Kura sieht ihn ernst an. „Ich wollte wissen, wo sich Meister Tiin aufhält. Ich wurde auf eine Mission geschickt und... ich will nicht im Streit gehen."
Boss senkt leicht den Blick, sein Ausdruck wird weich – fast bedauernd. „Es tut mir leid, Kura. Er ist schon aufgebrochen. Wenn ich's richtig mitbekommen habe, ist er zum Kanzler unterwegs – eine geheime Mission, wie es heißt." Kura nickt langsam. Etwas in ihr zieht sich zusammen, aber sie lässt es sich nicht anmerken.
„Danke, Boss. Dann spreche ich mit ihm, wenn ich zurück bin. Und du stirbst so lange nicht."
Ein breites Grinsen huscht über Boss' Gesicht, gefolgt von einem kurzen Lachen. „Ich gebe mein Bestes, Commander. Versprochen."
Kura erwidert sein Lächeln – ehrlich, wenn auch mit einem Hauch Wehmut – und wendet sich zum Gehen.

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