Dangerous (5)

547 31 3
                                    




Magnus

„Sie haben recht, Versöhnungssex ist der beste.", lächelt Alec atemlos, während er mich in seine Arme zieht. „Besonders, wenn dieser auf dem Wasser ist.", hänge ich an und kuschele mich noch weiter zu ihm. „Aber wie geht es jetzt weiter?", flüstere ich, auch wenn mir seine Antwort etwas Angst macht. Er wollte Cat kennenlernen, aber vielleicht will er trotzdem, dass ich wieder gehe oder sonstiges.
„Hauptsache, du bist bei mir. Bleib bei mir, Magnus. Bleib hier.", bittet er mich leise. Überrascht sehe ich ihn an. „Ja. Ja, natürlich bleibe ich bei dir. Ich liebe dich, Alexander." Ich nehme sein Gesicht in meine Hände und lehne meine Stirn an seine. „Seit wann bin ich eigentlich Alexander?", schmunzelt er, während sich meine Wangen rosa färben. „Ich weiß nicht. Weil ich dich ebenfalls mit deinem Namen provozieren wollte und jetzt gefällt es mir so besser. Dann bin ich etwas Besonderes, weil nur ich dich so nenne.", beichte ich stolz, was ihn lachen lässt. „Oh, Magnus. Du bist auch ohne mich so zu nennen etwas Besonderes. Du bist das wichtigste.", flüstert Alec, als wir plötzlich die Stimme meiner besten Freundin hören.
„Magnus? Bist du hier?", ruft sie verwirrt, weshalb ich geschockt aufspringe und mir schnell meine Boxershorts und eines der Shirts greife, die am Boden liegen. Gerade als ich im Wohnzimmer ankomme – vermutlich sehe ich komplett durch den Wind aus mit meinen wirren Haaren, ohne Hose und Alecs Shirt, doch ich denke, Cat hat mich schon schlimmer gesehen – sitzt bereits Walter neben ihr und sie unterhalten sich. „Schön Sie wieder zu sehen, Magnus.", meldet sich Mr. Starkweather als erstes, woraufhin ich freundlich lächelnd erwidere.
„Du hast mein T-Shirt gestohlen, Magnus." Ich spüre, wie Alec seine Arme von hinten um mich schlingt und ich spüre, dass er Oberkörperfrei ist. Sofort drehe ich mich um und lege meine Arme so um ihn, dass niemand seine freie Haut sehen kann. Es ist lächerlich, doch trotzdem will ich nicht, dass ihn jemand anderes außer mir so sieht. Und vor allem will ich nicht, dass sie sehen, wie viele rote Flecken seinen Körper zieren.

„Geh derweil Duschen, Liebling. Ich kümmere mich um unseren Gast." Alec drückt mir einen Kuss auf die Haare und schiebt mich wieder in Richtung seines Zimmers. Schnell schnappe ich mir etwas aus seinem Kleiderschrank und steige unter den warmen Strahl des Duschkopfs. Davor noch sehe ich mich in den Spiegel. Ich sehe ganz anders aus, als wie ich mich heute Morgen in den Spiegel gesehen habe. So glücklich. Mein Gesicht ist nicht mehr so dunkel und verzweifelt, meine Augen nicht mehr matt. Sie glänzen und so fühle ich mich auch. Auch wenn ich daran denken muss, noch mit Andrew zu sprechen.
Ich beeile mich unter der Dusche und ziehe mir schnell die Jogginghose und das Shirt an, das ich mir von Alec geholt habe, bevor ich wieder in das Wohnzimmer eile, in dem Cat, Alec und Walter gemeinsam auf der Couch sitzen und sich unterhalten. Als Alec mich entdeckt, vergrößern sich seine Pupillen und er streckt seine Hand nach mir aus. „Das steht dir.", raunt er mir zu, als er mich auf seinen Schoß zieht. Entschuldigend lächelnd drehe ich meinen Kopf zu meiner besten Freundin. „Du bist also sozusagen mit Batman zusammen? Erklär mir bitte, wie das passieren konnte.", seufzt sie, was mich lachen lässt. Ich bin froh, dass sie nicht sauer ist, sondern einfach mein verrücktes Leben akzeptiert. Und meine verrückte Liebe.
„Mit Batman also? Gibt es da noch etwas, das du mir sagen wolltest?", schmunzele ich und drücke Alec einen Kuss an die Wange. „Das waren ihre Worte.", verteidigt er sich und verstärkt den Griff um meine Taille.
„Was hast du ihr bereits erzählt?", frage ich leise nach, während seine Hand unter mein – sein – Shirt wandert. „Nur, dass ich unsterblich in dich verliebt bin.", flüstert er, bevor er nach meinen Lippen schnappt und sie mit seinen verbindet. Ich lasse mich auf den Kuss ein und meine Hand in seine Haare gleiten, die jetzt so schön wirr sind.

„Ich freue mich ja für euch, aber könntet ihr euch vielleicht auseinandersetzen, um mir das rational zu erklären? Ich brauche Erklärungen.", stellt Cat klar, weshalb ich mich widerwillig von Alec trenne. „Ich erkläre es dir, bleibe aber genau hier sitzen.", grinse ich und lege einen Arm um meinen Freund. „Ich war bei der Schießerei, wie ich dir bereits erzählt habe. Alec hat mich von dort gerettet und mit zu sich genommen. Er hat mir verraten, wer er ist und deswegen musste ich bei ihm bleiben. Am selben Tag noch haben wir miteinander geschlafen. Wir-"
„Du hast noch an dem Tag mit ihm geschlafen, an dem er dich entführt hat?", unterbricht mich Cat ungläubig, was Alec den Kopf schütteln lässt. „Ich habe ihn nicht entführt."
„Jedenfalls haben wir den nächsten Tag gesprochen und er hat mir gesagt, dass ich nicht mehr nach Hause darf. Irgendwann habe ich es akzeptiert und eine Woche später waren wir unzertrennlich. Ich war sehr glücklich mit ihm, auch wenn ich noch Heimweh hatte. Er hat mir Trost gespendet und nach dieser Woche wollte er ein weiteres Mal mit mir schlafen. Konnte ich wissen, dass es Abschlusssex werden sollte? Ich hätte ihn sicher nicht gehen lassen.", flüstere ich den letzten Satz und sehe traurig zu Alec. „Den nächsten Morgen war ich zuerst Glück pur. Ich habe die mir hinterlassene Nachricht gelesen und alles war perfekt, bis Walter ins Zimmer gekommen ist und mir die Zeitung vor die Nase gelegt hat. Berühmt berüchtigter Alec Lightwood tot aufgefunden.", murmele ich und merke, wie Alecs Griff um mich wieder stärker wird. Während ich das alles erzähle, merke ich, wie all die Gefühle wieder hochkommen. Dieser Morgen war der schlimmste, den ich je erleben musste.

„Aber ich bin noch hier.", lächelt Alec aufmunternd und drückt mich an seine Brust, doch weiterhin bleibe ich still und nach innen gekehrt. „Man muss erwähnen, dass wir nach dieser Woche wieder umgekehrt sind. Ich hatte erzählt, dass ich etwas vergessen habe, doch das entsprach nicht ganz der Wahrheit. Ich wollte, dass Magnus wieder glücklich ist und deswegen habe ich mir bereits die ganze letzte Woche überlegt, wie ich dich nach Hause lassen kann. Ich war mir sicher, du würdest mich nicht mehr verraten. Du hattest mein Vertrauen gewonnen. Aber vielleicht hättest du nach mir gesucht oder gewartet bis ich zurückkomme und deswegen musstest du denken, dass ich ... nicht mehr lebe. Es tut mir so leid, Magnus." Er vergräbt sein Gesicht in meiner Halsbeuge, während ich zu Cat sehe, die uns mit glasigen Augen betrachtet. „Anfangs hatte ich ja so meine Zweifel. Ich meine mit Alec Lightwood ist man nicht täglich zusammen, doch ich sehe, er liebt dich wirklich und du scheinbar ihn.", lächelt sie liebevoll. „Und jetzt kann ich auch verstehen, warum du, nachdem du zu uns zurückgekommen bist, nie wieder gestrahlt hast ... bis jetzt."
Alec sieht mich überrascht an. „Ich wusste nicht, dass du danach so unglücklich warst.", flüstert er, was mich die Augen verdrehen lässt.
„Natürlich wusstest du das nicht." Ich will aufstehen, doch er hält mich fest. „Erzähl mir davon und bleib bei mir."
„Naja, stell dir vor, du hast die Liebe deines Lebens gefunden und alles läuft perfekt zwischen euch und dann ist er plötzlich weg und du denkst er ist tot. Aber du darfst mit deinen besten Freundinnen nicht darüber sprechen, weil seine Identität geheimbleiben muss, aber deine Freundinnen sprechen über den Tod und raten, wer er sein könnte, während du dich einfach nur noch in deinem Bett vergraben willst." Einen schnippischen Ton in meiner Stimme kann ich nicht vermeiden, aber übel kann man es mir nicht nehmen. Tag für Tag wochenlang konnte ich mir anhören, wie alle geschockt über seinen 'Tod' sind und rätseln, wie er wohl aussehen mag und wie das passieren konnte. Es hat mir das Herz zerrissen.

„Die Liebe deines Lebens?", ist das einzige, das Alec zu sagen hat, weswegen ich wieder versuche aufzustehen, doch er hält mich erneut fest und natürlich ist er stärker als ich. „Ja.", seufze ich genervt und kann mir dann ein Lächeln nicht verkneifen. „Wehe du machst so etwas noch einmal, dann war's das."
„Da hänge ich mich an. Solltest du Magnus noch einmal auch nur ein Haar krümmen, kriegst du's mit mir zu schaffen und dann ist mir scheiß egal, wie stark du bist oder wie viel trainiert du hast." Cat sieht ihn drohend an, während ich lachen muss. „Aber ich mag es, wenn er meine Haare zerstört. Und ich liebe es, seine Haare zu zerstören."
„Bitte keine Bettgeschichten.", stöhnt meine beste Freundin. „Der Bereich ist ausgenommen."
„Und wie geht's jetzt weiter bei euch? Warum ist es plötzlich ok für dich, dass mehrere Personen über deine Identität Bescheid wissen?"
„Magnus ist mir wichtiger. Es ist ok für mich, wenn seine Familie und Freunde davon wissen.", erklärt Alec, weshalb er einen verwirrten Blick von meiner Freundin erntet. „Und wie wollt ihr euch treffen? Immer nur hier?"
„Niemand weiß, wer ich bin. Wir können ein normales Leben führen. Außerdem möchte ich, dass du zu mir ziehst, Magnus. Ich will dich ständig um mich haben, nicht nur wochenends."
„Ok.", flüstere ich verzaubert.
Nach wenigen Wochen ziehe ich zu ihm, meine restlichen besten Freunde lernen ihn kennen und wir gewöhnen uns schnell wieder zusammen. Ab und zu fahren wir quer durch das Meer und genießen die kühle Meeresbriese. Ich bin glücklich, nach so langer Zeit bin ich wieder glücklich.

———-

Tut mir leid, dass der letzte Teil jetzt so lange auf sich warten hat lassen, aber ich hoffe, die kleine Geschichte hat euch trotzdem gefallen! :)

Malec Oneshots & Short storys (german)Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt