24 komm & hol mich

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Seine dunkelblauen Augen wandern über die Studenten in diesem kleinen Hörsaal, welche jeweils allein an einem Kessel stehen und einen Felix Felicis brauen. Er hat sich ein Beispiel an Slughorn genommen und will sie auf diese Weise anstacheln, denn der oder die Beste wird eine gefüllte Phiole von seinem Trank erhalten.
Langsam schreitet er durch die Reihen. Sein langer Umhang wischt über den Boden, doch lässt Severus genauso imposant wirken. Sein kurzes Haar fällt ihm in schwarzen Strähnen in die Stirn, schenkt ihm ein wenig seiner mysteriösen Seite, weil er hinter diesen Strähnen, welche wie ein Vorhang seine Augen bedecken, unbemerkt Personen beobachtet. "Professor?", Severus dreht sich in einer flinken Bewegung herum und schaut die grauhaarige Dame an der Türe fragend an, indem er eine Augenbraue hebt. "Es tut mir leid, dass ich Sie störe, doch Minerva McGonagall verlangt ihre Anwesenheit. Sie steht vorne und ich konnte sie kaum davon abhalten die Universität zu stürmen.", redet sie unsicher darauf los. "Was möchte sie?", Severus rollt mit den Augen, spürt die Blicke seiner Studenten auf sich, welche der Unterhaltung interessiert folgen.

"Ihre Frau.", meint die Sekretärin lediglich und sofort leuten jegliche Alarmglocken. Mit einem Zauberstab schlenker sind alle Kessel verschwunden und Severus ohne weitere Worte aus dem Hörsaal gestürmt. Die Sekretärin versucht ihm hinter her zu kommen, doch Severus ist viel zu schnell. "Was ist mit ihr? Wo ist sie? Geht es ihr gut?", die Fragen verlassen seine Lippen, noch bevor er bei der herumtigernden Minerva angekommen ist. "Sie ist verschwunden. Einige der Lernenden berichten, dass sie in den ersten zwei Stunden Hin und Wieder abwesend war. Nach ihrer Freistunde ist sie nicht mehr zurück gekehrt.", erstattet Minerva bericht und schaut ihn entschuldigend an. "Habt ihr sie gesucht?", er blickt sie streng an, mit besorgtem Gesichtsausdruck und gerunzelter Stirn, während sein Herz zu Rasen beginnt. Irgendwas stimmt hier nicht, denkt er für sich. "Wir haben das halbe Schloss abgesucht... keiner hat sie gefunden. Ein Aufspürzauber funktioniert nicht.", antwortet Minerva bedrückt. "Das heißt sie will nicht gefunden werden oder... sie soll nicht gefunden werden.", murmelt er bedrückt.

"Wo denkst du ist sie, Alan?", fragt Minerva verunsichert. "Ich weiß nicht, ich werde erstmal selbst Hogwarts absuchen.", erwidert er knapp und appariert augenblicklich nach Hogwarts. Auch hier beginnt er zu rennen, stürmt in die Kerker und damit direkt in seine Gemächer, die er vollkommen auf Kopf stellt. Er sucht nach jedem kleinsten Detail, bevor er seine Haare raufend im Raum stehen bleibt und die Augen schließt.

Sie haben es trainiert!

Sollte sie entführt werden, ruft sie ihn durch die Verbindung des Todesser Mals, doch was ist, wenn sie es in diesem Moment nicht nutzen kann? Soll er sich auf die Couch setzen und seine Sorge unterdrücken? Das kann er nicht! Er kann nicht so tun, als wäre sie nicht in Gefahr. Sein Zauberstab fliegt in einem hohen Tempo aus seiner Tasche und in seine Hand, während der Suchzauber seine Lippen mehrmals verlässt, doch es führt kein Zweifel daran vorbei: sie soll nicht gefunden werden.
Frustriert lässt er sich auf die Couch fallen und vergräbt sein Gesicht in seinen Händen. "Es wird alles gut.", spricht er sich Mut zu und erinnert sich an den erwähnten Zeitungsartikel. "Wir besiegen die Todesser!", von neuer Motivation gepackt, richtet er sich schwungvoll auf, sodass ihm seine Haare ins Gesicht fallen.
Seine Sorgen sind zwar nicht verschwunden, doch zumindest weiß er, dass ihr nichts passiert. Zumindest nichts derartiges, doch dem kann Toula nicht zustimmen.

Sie verrottet in einem düsteren, eiskalten Kerker und trägt nichts außer ihrem T-Shirt, welches sie nicht besonders warm hält. Sie kann nicht einmal ihre Hände sehen, sie weiß nur, dass sie noch da sind. Jedenfalls glaubt sie es, denn die Kälte betäubt langsam aber sicher ihre Extremitäten. "Erfroren.", bibbert sie mit blauen Lippen. Ihre Stimme hallt an den niedrigen Wänden empor und verliert sich in der Unendlichkeit der Nacht. Oder des Tages? Sie weiß es nicht. Sie kann nicht einschätzen, wie viel Zeit vergangen ist, seitdem sie in dieser tiefen Dunkelheit aufgewacht ist. Oder gar wie viel vergangen ist, als sie schlief. Seufzend setzt sie sich auf, versucht angestrengt die Kälte auszublenden und ihre Magie zu finden, doch irgendwie fällt ihr das schwer.

Das Versteckspiel... geht weiter (Severus Snape FF)Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt