Jetzt gehts erstmal weiter bei Jimin und Yoongi ^^'
Viel Spaß~
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"Es gibt da noch was...worüber ich gerne mit dir reden würde."
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Langsam schlendern Yoongi und ich nebeneinander her. Da ich dieses Gespräch ungerne in der Sporthalle unserer Schule führen wollte, sind wir in den naheliegenden Park gegangen. Seit Minuten schweigen wir uns an, laufen quälend langsam die Wege entlang, während die Zeit um uns herum zu rasen scheint. Die ganze Zeit schon, halte ich seinen gewissen Abstand zu ihm ein, er mag für andere nicht groß erscheinen, aber für uns umso riesiger. Er hatte versucht meine Hand zu nehmen, doch ich hab ihn nicht gelassen, aus Angst es dann nicht mehr zu können. Ihm nicht sagen zu können was mir auf der Seele lastet.
"Willst du mir endlich sagen, worüber du reden wolltest? Oder soll ich es etwa erraten?", bricht der Ältere schließlich diese grausame Stille. Ich weiß dass Yoongi eigentlich kein sehr geduldiger Mensch ist, dennoch liegt keinerlei Vorwurf in seiner Stimme. Leise seufze ich und sehe von dem Boden vor mir auf, richte meinen Blick kurz in den Himmel hinauf. Ich hatte echt gehofft, dass das nicht so schwer werden würde.
"In letzter Zeit...schwirren mir so unheimlich viele Gedanken durch den Kopf...Zweifel...Bedenken...Ängste...", fange ich schließlich an. Meine Hände krallen sich in den Gurt meiner Sporttasche um wenigstens etwas Halt zu finden.
"Sie sind so laut, dass sie mich nächtelang wach halten und mich wahnsinnig machen."
Stumm hört er meinen Worten zu und folgt mir auf die Brücke die über den kleinen Teich führt. Oben angekommen bleibe ich stehen, stütze meine Arme auf dem Holzgeländer ab und sehe runter in das dunkle Wasser. Es ist schon spät und der Tag wird langsam immer mehr von der Nacht abgelöst. Der Mond spiegelt sich schon in der glatten Wasseroberfläche und nur die Straßenlaternen erhellen die Umgebung.
"Weißt du Yoongi, ich habe Bedenken, ob meine Entscheidungen die richtigen waren...Zweifle ständig an mir selbst und habe Angst...die Menschen zu verletzen die mir wichtig sind. Lieber leide ich selbst, aber...langsam gehe ich daran kaputt.", erkläre ich ihm mit brüchiger Stimme das Chaos in meinem Inneren, schaffe es aber nicht ihn dabei auch nur ein einziges mal an zu sehen. Dabei spüre ich genau wie sein Blick die ganze Zeit an mir haftet.
"Das klingt, als wärst du mit all dem ziemlich überfordert.", stellt er fest, was ich mit einem nicken bestätigte.
"Oh ja! Maßlos überfordert...", gebe ich kraftlos zu. Angespannt fahre ich mir mit beiden Händen durchs Gesicht, in der Hoffnung ich würde mich dadurch irgendwie besser fühlen. Tu ich nicht.
Trotzdem muss ich das jetzt sagen.
"Aber...mein Kopf ist nicht der einzige der überfordert ist...", rede ich weiter.
"...mein Herz auch."
Als ich mich doch endlich überwinden kann meinen Blick Yoongi zu zuwenden, muss ich augenblicklich schlucken. Klar und deutlich spiegelt sie sich in seinen Augen wieder, etwas was ich noch nie zuvor in ihnen gesehen habe.
Unsicherheit.
"Wie...meinst du das?", fragt er vorsichtig und versucht sich seine Unsicherheit nicht auch noch anhören zu lassen. Ich fühle mich jetzt schon furchtbar, dass ich es so weit habe kommen lassen. Ich brauche einen Moment um mich zu sammeln und endlich wieder den Mund auf zu machen.
"Yoongi, ich...ich mag dich...wirklich, sehr sogar. Ich fühl mich wohl bei dir, es ist immer lustig, auch wenn wir uns mal nicht einig sind. Aber..."
"Aber du liebst mich nicht.", unterbricht er mich und beendet an meiner Stelle meinen Satz. Der Blick des Älteren liegt so eisern auf mir, dass ich mich nicht traue mich zu bewegen. Nur ein sachtes Nicken bringe ich zustande um seine Vermutung zu bestätigen. Ungläubig ziehen sich seine Augenbrauen zusammen, bevor er es ist, der seinen Blick abwendet und in die Ferne wandern lässt. Erst jetzt finde ich meine Stimme wieder.
"Ich bin mir einfach so unsicher. Ich hab es versucht...wirklich. Ich wollte ehrlich, dass es funktioniert, aber es ist dir gegenüber einfach nicht fair...wenn ich uns beiden weiter was vor mache." Ich lege eine kurze Pause ein, atme nochmal tief durch, bevor ich die wohl noch schlimmere Bombe platzen lasse.
"Ich...es gibt da...noch jemanden den ich schon lange mag.", sage ich mit zittriger Stimme und schiele vorsichtig zu ihm herüber.
Ich weiß nicht genau, was für eine Reaktion ich von ihm erwartet habe.
Einen Wutausbruch.
Vielleicht einen Heulkrampf?
Von mir aus auch totale Gleichgültigkeit.
Einfach irgendeine Reaktion! Bitte!
Stattdessen straft er mich mit Schweigen, während er völlig verloren auf das Wasser unter uns starrt und gesagtes erstmal verarbeiten muss.
Zweifel kommen in mir auf. Hätte ich es besser für mich behalten sollen? Aber er hat ein Recht darauf die Wahrheit zu erfahren, oder nicht? Immerhin kann er nichts dafür, das hier ist allein meine Schuld.
Nervös kaue ich auf meiner Unterlippe herum und überlege was ich sagen könnte, ohne es noch schlimmer zu machen.
Doch mir fällt beim besten Willen nichts ein.
Ein langes, schweres Seufzen geht von dem Älteren aus, bevor er sich mit einer Hand kurz über die Augen reibt.
"Sowas hätte ich echt von vielen erwartet, aber nicht von dir, Jimin!", verlässt es, bemüht ruhig, seine Lippen. Erst jetzt richtet er seinen Blick wieder auf mich, unter welchem ich mich noch kleiner und schuldiger fühle. Wie Messerstiche bohren sich Yoongis Augen in meine Haut.
"Also war ich die ganze Zeit nur eine Ablenkung für dich?!", erklingt seine Frage mit deutlich mehr Nachdruck in der Stimme. Der Stich ging direkt ins Herz, aber das habe ich verdient. Denn so gerne ich diese Frage verneinen würde, ihm sagen möchte, dass das nicht Stimmt. Ich kann es nicht, denn genau das ist die Wahrheit.
Ich habe versucht mich mit Yoongi von meinen Gefühlen für Tae abzulenken, gehofft ich könnte sie endlich los lassen, aber ich habe mich geirrt. Und nur weil ich so egoistisch war, nur an mich gedacht habe, habe ich Yoongi verletzt. Schuldgefühle kommen in mir auf, treiben mir die Tränen in die Augen und schnüren mir den Hals zu.
Ich öffne den Mund, will etwas sagen, doch meine Stimme gleicht nur noch einem kratzigen flüstern.
"Es tut mir leid."
Da ihm das wohl als Antwort auf seine Frage ausreicht, stößt Yoongi sich etwas von dem Holzgeländer der Brück ab und wendet sich mir zu, was ich ihm gleich tue.
"Ja...das sollte es auch.", sind seine letzten Worte, ehe er sich umdreht und geht. Die Worte haben gesessen, doch ich versuche den Kloß in meinem Hals runter zu schlucken.
"Yoongi...warte!", rufe ich und laufe dem Älteren mit großen Schritten nach, stoppe aber abrupt, als dieser wirklich stehen bleibt. Ich wage es gar nicht ihm näher zu kommen, auch wenn er sich nicht einmal zu mir rum dreht, sondern stumm auf meine Worte wartet.
"Können...wir trotzdem noch Freunde sein?", frage ich mit einer furchtbaren Unsicherheit in der Stimme, denn wenn ich ehrlich bin würde ich selbst nichts mehr mit mir zutun haben wollen. Umso überraschter bin ich von Yoongis Antwort.
"Ich...weiß es nicht. Gib mir ein bisschen Zeit."
Dieses mal geht er wirklich und ich lasse ihn. Ich weiß, dass diese Frage unheimlich viel verlangt ist, nachdem was ich ihm angetan habe und ich habe zu 99% mit einem Nein gerechnet. Aber ein Vielleicht lässt mich hoffen, dass ich nicht ganz bei dem Älteren verkackt habe und wir irgendwann vielleicht wirklich einfach nur Freunde sein können.
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Langsam laufe ich durch den Park. Also, so wirklich langsam, jede Oma mit Rollator könnte mich überholen, so schleiche ich hier vor mich her. Begebe mich dann doch mal nach Hause, immerhin ist es schon lange dunkel. Die Kälte sitzt mir in den Knochen, doch schneller bewege ich mich deshalb auch nicht.
Auch wenn ich mich tatsächlich etwas leichter fühle, da ich mit Yoongi endlich reinen Tisch gemacht habe, alles in allem fühle ich mich echt beschissen. Seufzend fahre ich mir durch die blonden Haare, bevor ein vibrieren in meiner rechten Arschtasche, mich aus meinem Selbstmitleid zieht.
Schnell ziehe ich mein Handy aus besagter Tasche und schaue drauf.
"Hey, Tae.", gehe ich dran und höre sein erleichtertes Schnauben.
"Gott Chim, endlich gehst du ran! Wo um Himmelswillen steckst du? Es ist gleich 21 Uhr und du bist noch nicht zuhause. Mum dreht schon durch und Dad ist glaube ich kurz davor die Cops zu rufen.", schildert mein Bruder mir aufgebracht die Lage zuhause, was mir ein kleines Schmunzeln auf die Lippen zaubert.
"Tschuldige, ich...musste noch was klären und naja...ehrlich gesagt gehts mir gerade nicht so toll.", erkläre ich mich, wobei mir ein leises, kleines Schluchzen entfleucht.
"Chim?", höre ich Taes besorgte Stimme. Sofort fange ich nervös an zu lachen und wische mir die Tränen aus den Augen, als ich merke wie mir die Sicht verschwimmt.
"Meine Motivation alleine nach Hause zu laufen is nicht so riesig, würdest du mir vielleicht ein Stück entgegen kommen?", frage ich vorsichtig und ziehe meine laufende Nase hoch.
"Klar!", brüllt er mich fast an.
Das rumpeln am anderen Ende der Leitung lässt mich vermuten, das er gerade auf gesprungen ist und wohl irgendwas um geschmissen hat.
"Taehyung, pass doch auf. Was treibst du denn?", höre ich Mum im Hintergrund rufen und kann mir ein kichern nicht verkneifen.
"Au! Ich bin gleich da, wo bist du?", fragt mein Bruder und übergeht die Worte unserer Mutter damit komplett.
Nachdem ich ihm gesagt habe, dass ich im Park nahe der Schule bin und zum Südausgang gehe, haben wir diesen als Treffpunkt ausgemacht und ich habe aufgelegt. Während ich mich also dorthin begebe, kann ich mir schon mal überlegen wie ich ihm sage, dass ich Yoongi das Herz gebrochen habe. Jetzt mache ich meinem Spitznamen als Heartbreaker der Schule also auch noch alle Ehre.
Was Tae wohl dazu sagen wird?

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Is it Wrong?
FanfictionIch weiß es ist falsch auf ihn zu stehen, aber wie könnte ich nicht? Je länger das alles noch geht, desto schwerer wird es für mich sein ihn irgendwann los zu lassen. Aber...kann etwas das sich so gut anfühlt...wirklich falsch sein? Ich kann einfach...