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𝒫𝓁ℯ𝒶𝓈ℯ 𝒿𝓊𝓈𝓉 𝓉ℯ𝓁𝓁 𝓂ℯ, 𝓌𝒽ℯ𝓃 𝓎ℴ𝓊'𝓇ℯ 𝓁ℯ𝒶𝓋𝒾𝓃ℊ
Am Abend wachte Yoongi auf und Jimin lag nicht mehr neben ihm. Er schreckte hoch. Sein ängstlicher Blick schnellte durch den Raum, zu sehr fürchtete er, dass die vorherige Nacht und der Morgen ein Traum gewesen waren.
"Ich bin hier." Jimin trat in den Türrahmen ein bestrichenes Toastbrot in der Hand. Sein Blick war sanft, leicht traurig. Yoongi wollte die Trauer aus den großen, warmen Augen des Jüngeren nehmen und sie mit einem freudigen Funkeln ersetzen. Es tat ihm weh Jimin anzusehen und dabei zu wissen, wie sehr der Junge eigentlich litt.
"Entschuldigung, wenn ich dich erschreckt habe. Ich habe nur abgesehen von der Kleinigkeit gestern in den letzten Tagen nicht wirklich was in den Magen bekommen."
"Ist schon okay." Yoongi schwang die Beine aus dem Bett und lief auf den Jungen zu. "Mach langsam, okay? Wenn du zu schnell isst, könnte dir schlecht werden."
Verwunderung trat in Jimin's Augen. Als könne er es nicht wirklich fassen, dass die fürsorglichen Worte wirklich ihm galten. "Okay. Danke." Und ein Anflug eines Lächelns schlich sich auf die Lippen des Jungen. Yoongi machte einen weiteren Schritt auf ihn zu und schlang die Arme um ihn. "Und sag mir Bescheid, wenn du gehst. Ich zwinge dich nicht dazu zu bleiben, ich will es einfach nur wissen, okay?" Jimin nickte.
"Danke, Yoongi. Wirklich. Danke, dass du dich um mich sorgst aber gleichzeitig meine Grenzen respektierst. Du bist echt..." Er hielt inne und suchte nach dem richtigen Wort. "-unglaublich."
Der Ältere lachte leise. "Das bist du selber, Jimin." Dann wurde er ernst. "Wirklich. Du bist unglaublich. Jemand anderes hätte schon längst Selbstmord begangen, den Verstand verloren, oder wäre verhungert. Du bist so unglaublich stark."
Die Stimmung, die im Raum herrschte, war melancholisch, aber nicht bedrückend. Es war schwierig leichte Konversationen zu führen, wenn man sich zuvor gegenseitig Dinge anvertraut hatte, die man noch nie zuvor jemandem gesagt hatte. Dunkle Gedanken, die man mit sich herumtrug und im inneren seines Herzens verschloss.
Und ein kleines bisschen fühlte Yoongi sich verunsichert. Verletzlich. Er hatte noch nie jemandem gestanden, wie er sich über den Tod seiner Eltern fühlte. Nicht einmal Jin oder Namjoon. Und in seinem Hinterkopf redete diese kleine Stimme ihm zu, dass er vielleicht zu emotional geworden war. Dass Jimin ihn jetzt vielleicht für einen Freak hielt. Doch er hörte ihr nicht zu. Er wollte sich nicht die fragile, und doch innige Bindung, die er zu dem Jungen aufgebaut hatte, von Gedanken zerstören lassen, die mit sehr geringer Chance der Realität entsprachen.
Jimin hatte seinen Toast aufgegessen. Jetzt erwiderte er die Umarmung und sah mit seinen großen, braunen Augen in Yoongis. Sein Blick hatte etwas Unschuldiges an sich und gab dem Älteren das Bedürfnis ihn an sich zu ziehen und nie wieder loszulassen. Ihn vor aller Grausamkeit der Welt zu schützen. Vor den grausamen Worten, die Menschen von sich geben konnten. Vor Abneigung und Ekel.
Denn Yoongi wusste mit welcher Abscheu manche Menschen zu jenen herabsahen, die kein Zuhause hatten. Als wäre jemand, der obdachlos wäre ein ekeliges Insekt, das sie unter ihren Füßen zertreten wollten.
Doch erstens waren Obdachlose keine Insekten, sondern Menschen, die genauso viel Wert waren, wie alle anderen Menschen auch, und zweitens hatte kein Mensch dieser Welt das Recht ein anderes Leben zu zerstören, nur, weil das Lebewesen ein Insekt war. Jeder hatte ein Recht auf dieser Welt zu leben.