10

131 21 7
                                        

𝒜𝓃𝒹 ℯ𝓋ℯ𝓇𝓎 𝓉𝒾𝓂ℯ 𝓎ℴ𝓊 𝓈𝓂𝒾𝓁ℯ ℐ 𝓌𝒶𝓃𝓉 𝓉𝒽𝒾𝓈 𝓂ℴ𝓂ℯ𝓃𝓉 𝓉ℴ 𝓁𝒶𝓈𝓉 𝒻ℴ𝓇ℯ𝓋ℯ𝓇

Hoppla! Dieses Bild entspricht nicht unseren inhaltlichen Richtlinien. Um mit dem Veröffentlichen fortfahren zu können, entferne es bitte oder lade ein anderes Bild hoch.

𝒜𝓃𝒹 ℯ𝓋ℯ𝓇𝓎 𝓉𝒾𝓂ℯ 𝓎ℴ𝓊 𝓈𝓂𝒾𝓁ℯ ℐ 𝓌𝒶𝓃𝓉 𝓉𝒽𝒾𝓈 𝓂ℴ𝓂ℯ𝓃𝓉 𝓉ℴ 𝓁𝒶𝓈𝓉 𝒻ℴ𝓇ℯ𝓋ℯ𝓇

"Möchtest du noch mit zu mir nach Hause kommen? Mir wird langsam echt kalt, aber ich möchte mich noch nicht von dir verabschieden." Der Junge zögerte, seine Augen blickten Yoongi wachsam und prüfend an. Dann, kaum wahrnehmbar ein leichtes Kopfnicken als Zeichen seiner Zustimmung.

Erleichterung durchströmte Yoongi. Immer noch fürchtete er, dass der brodelnde, tödliche Schneesturm, der unter Jimins friedlich wirkendem Äußeren lag, bei einem einzigen falschen Wort unter der sanften, unschuldig glänzenden Schneedecke hervorbrechen und ihn mit seiner ganzen Wucht treffen würde.

"Hier geht es lang." Er wies in die Richtung, wo seine Wohnung lag. Ihre Füße versanken knöcheltief im Schnee, zu dieser Tageszeit nutzte niemand mehr die Wege am Han River und binnen weniger Stunden hatten die Schneeflocken eine dichte, weiße Decke über dem grauen Asphalt ausgebreitet. Morgen früh würde wieder jemand kommen, der die Wege für die täglichen Besucher freiräumen würde.

Inzwischen hatte der Schnee bereits Schuhe und Socken von Yoongi vollständig durchnässt und seine Füße waren so kalt, dass er sie nicht mehr spürte. Er nahm sich vor in naher Zukunft Winterstiefel zu kaufen, bis jetzt hatte er sich mit seinen Nike Turnschuhen zufrieden gegeben.

"Keine Sorge, es ist nicht weit", murmelte er. Jimin lächelte ihn an. "Okay."

Und Yoongi fragte sich, was hinter der Fassade steckte. Hinter dem unschuldigen, zarten Äußeren des Jungen. Hinter dem freundlichen Lächeln und der kindlichen Begeisterung für Schnee. Und hinter der kalten Distanz, die in den Worten Jimins mitschwang.

Er war froh, als sie den gestreuten Bürgersteig einer breiten Straße betraten. Keine weitere Nässe mehr, die durch den dünnen Stoff seiner Nikes drang und wie Nadelspitzen in seine, bereits gereizte, Haut stach.

Die Oberfläche der Straße glänzte nass im orangenen Schein der Straßenlaterne und auf dem Bürgersteig knirschte das gestreute Salz unter ihren Füßen.

"Wenn es nur nicht so kalt wäre", grummelte Yoongi. Jimin widersprach. "Ich mag die Kälte. Es tut weh. Ich mag, dass es wehtut." "Bist du deswegen vor kurzem ohne Jacke durch die Gegend gerannt?" Doch Jimin schüttelte den Kopf. "Ich musste sie abgeben. An dem Tag, als du mir deine gegeben hast."

Yoongi spürte, dass er jetzt nicht weiter nachhaken sollte. Deswegen ließ er das Thema fallen. "Da vorne ist meine Wohnung." Er wies auf den richtigen Hauseingang und begann dann in seiner Jackentasche nach seinem Schlüssel zu kramen.

Ihre Schuhe quietschten über den glatten Steinfußboden im Treppenhaus und, als sie die Treppe zu Yoongis Wohnung hochgestiegen waren, atmete Yoongi schwer. Jimin hingegen schien eine gute Kondition zu haben, seine Atmung war so leise und gleichmäßig, wie zuvor.

"Fühl dich wie zu Hause." Mit einem metallischen Klirren drehte Yoongi den Schlüssel im Schloss und die Wohnungstür schwang auf. Ein Schwall angenehmer Wärme schlug ihnen entgegen. Zusammen mit einem vorwurfsvollen Maunzen. Karma saß auf dem Flurteppich und schien sehr unzufrieden über die Tatsache zu sein, dass man ihm noch nicht sein Abendessen serviert hatte.

"Du hast eine Katze?" Jimin ging in die Hocke, seine Augen funkelten begeistert, als er dem Kater die Hand unter die Nase hielt. Dieser schnüffelte prüfend daran, dann gestattete er dem unbekannten Zweibeiner ihm das Fell zu kraulen, was Jimin mit Begeisterung tat. "Er heißt Karma." Mit einem dumpfen Knall ließ Yoongi die Wohnungstür ins Schloss fallen und begann dann sich aus Jacke und Schuhen zu schälen. Die nassen Socken schmiss er ins Badezimmer.

"Möchtest du etwas trinken?" Jimin hockte immer noch auf dem Boden und kraulte den schnurrenden Kater zwischen den Ohren. "Gerne." Karma erhob sich und folgte Yoongi dicht auf den Fersen in die Küche. "Komm einfach nach, wenn du dir Schuhe und Jacke ausgezogen hast." Der Junge nickte.

Im Vorbeigehen machte Yoongi den Wasserkocher an, dann öffnete er den Küchenschrank, um das Katzenfutter hervor zu holen. Ungehalten maunzte der Kater und schlug mit der Pfote nach Yoongis Bein. Das Ganze ging ihm eindeutig nicht schnell genug. "Ist ja gut, ich beeile mich doch schon", murrte der Schwarzhaarige. "Olles Biest." Er füllte das Futter in den Katzennapf und stellte es seinem Haustier vor die Nase. "Bitteschön, eure Hoheit."

Ein Kichern ertönte. Jimin stand in der Küchentür und schien die ganze Szene beobachtet zu haben. "Dein Kater ist goldig." Yoongi schnaubte. "Er ist ein anstrengender Miesepeter, dem man es nie recht machen kann." Doch er konnte das Lächeln nicht zurück kämpfen, das sich auf seine Lippen schlich. Jimin legte den Kopf in den Nacken und lachte. Seine Augen verformten sich dabei zu kleinen Schlitzen und seine geraden Zähne blitzten auf. Es war das erste Mal, dass Yoongi dieses Geräusch hörte. Das Lachen des Jungen. Und sein Bauch kribbelte ihm, alles wirkte auf einmal leicht und unbeschwerlich. Er wollte nicht, dass Jimin jemals wieder aufhörte so glücklich zu lachen.

𝐃𝐄𝐂𝐄𝐌𝐁𝐄𝐑 𝐍𝐈𝐆𝐇𝐓𝐒【𝐘𝐨𝐨𝐧𝐦𝐢𝐧】✓ Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt