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ℐ 𝒽𝓊𝓇𝓉 𝓈ℴ 𝓂𝓊𝒸𝒽 𝒿𝓊𝓈𝓉 𝒷𝓎 𝓎ℴ𝓊𝓇 𝓌ℴ𝓇𝒹𝓈 𝒶𝓃𝒹 ℐ 𝒸𝒶𝓃'𝓉 𝒾𝓂𝒶ℊ𝒾𝓃ℯ 𝓉𝒽ℯ 𝓅𝒶𝒾𝓃 𝓎ℴ𝓊 𝒻ℯℯ𝓁 𝓎ℴ𝓊𝓇𝓈ℯ𝓁𝒻

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ℐ 𝒽𝓊𝓇𝓉 𝓈ℴ 𝓂𝓊𝒸𝒽 𝒿𝓊𝓈𝓉 𝒷𝓎 𝓎ℴ𝓊𝓇 𝓌ℴ𝓇𝒹𝓈 𝒶𝓃𝒹 ℐ 𝒸𝒶𝓃'𝓉 𝒾𝓂𝒶ℊ𝒾𝓃ℯ 𝓉𝒽ℯ 𝓅𝒶𝒾𝓃 𝓎ℴ𝓊 𝒻ℯℯ𝓁 𝓎ℴ𝓊𝓇𝓈ℯ𝓁𝒻

"Es ist nicht deine Schuld."

Die Bettdecke raschelte und Jimin rückte näher an Yoongi heran. "Zwar sind sie losgefahren, weil du es wolltest, aber du hast ja nicht den Autounfall verursacht." Sie waren reingegangen und hatten sich unter Yoongis Bettdecke gekuschelt. Denn sie beide hatten in der kühlen Morgenluft gefroren.

Der Ältere drehte sich um, wandte sich dem Jungen mit dem ganzen Körper zu. Ihre Gesichter waren dicht voreinander, sie konnten den Atem des Anderen auf ihrer Haut spüren.

"Es ist also nicht deine Schuld", widerholte Jimin.

Yoongi seufzte und gab nickend nach. Denn der Blick des Jüngeren war so eindringlich und bestimmt, dass an Widerspruch gar nicht zu denken war. "Okay."

Ein sanftes Lächeln legte sich auf Jimins Lippen und seine Augen hellten sich auf. "Geht doch."

Er hielt inne, schien innerlich mit sich zu ringen, dann rückte er noch ein Stückchen näher an Yoongi, griff nach dessen Händen und legte sie um seine Taille. "Ich möchte dir etwas erzählen. Aber es ist schwierig für mich." Es war eine stumme Aufforderung, dass Yoongi ihn festhalten würde und ihm die Sicherheit geben würde, die er jetzt brauchte.

Der Ältere schlang die Arme um den Jungen, zog ihn dicht an sich und Jimin vergrub sein Gesicht in Yoongis Halsbeuge.

"Du weißt, dass ich dich zu nichts zwinge, nicht wahr? Wenn du nicht reden möchtest dann ist das okay."

Ein leises, warmes Lachen ertönte. "Danke. Aber manchmal muss man reden. Auch, wenn es schwer ist."

Kurz herrschte Stille im Raum. Nur ihre Atemzüge waren zu hören. Yoongis gleichmäßigen und Jimins stockenden. Und dann begann der Junge zu reden.

"Meine Mutter hat sich umgebracht." Seine Stimme klang klein und verletzlich und fast wollte Yoongi nicht, dass er weitersprach. Zu groß war der Schmerz, der durch die schweren Worte sickerte, die Jimins Mund verließen. "Mein Vater und ich haben sie gefunden, wie sie in der Küche hing, das Seil um einen Balken gebunden, die Schlinge um ihren Hals fest zugezogen. Es war schon längst zu spät. Ich weiß nicht wie lange sie da hing. Es war vier Uhr Nachmittags und Papa und ich waren beide den Tag über nicht zu Hause gewesen."

Jedes der Worte stach in Yoongis Herz und er fühlte sich hilflos. Da er wusste, dass er nicht mehr tun konnte, als Jimin in den Armen zu halten und für ihn da zu sein. Er wünschte sich er könnte dem Jungen seine Mutter wiedergeben. Ihm damit den Schmerz nehmen. Doch das war leider unmöglich.

"Wie alt warst du damals?", fragte er leise. Jimins Körper fing an zu beben. "Vierzehn."

"Oh Gott." Der Ältere schloss die Augen, um seine eigenen Tränen zurückzuhalten und strich dem Jungen über den Rücken.

"Mein Vater hat sich verändert. Nicht das typische Cliche', dass er alkoholabhängig wurde. Eigentlich war es noch viel schlimmer. Er richtete bei vollem Bewusstsein seinen Hass auf mich. Gab mir die Schuld. Weil Mama und er schon arm waren, als sie mich gekriegt hatten und ich die Situation nur noch schlimmer gemacht hatte. Ich war ungewollt, weißt du? Sie haben die Schwangerschaft erst bemerkt, als es zum Abtreiben zu spät war."

Yoongi fehlten die Worte. Er war geschockt. Die Grausamkeit, die dem Jungen widerfahren war, raubte ihm den Atem. Und er konnte nicht glauben, dass er immer noch nicht fertig mit Erzählen war.

"In der Schule habe ich mich abgeschottet. Ich war für sie alle der seltsame Außenseiter, dessen Mutter Selbstmord begangen hatte. Ich fiel durch. Bekam meinen Schulabschluss nicht. Sobald ich achtzehn war, setzte mein Vater mich auf die Straße. Ich hatte nichts. Nur die Klamotten, die ich aus der Altkleidersammlung gestohlen hatte. Einen Job kriegte ich nicht. Ich sah ihnen wohl zu heruntergekommen aus. Niemand will einen Obdachlosen als Kellner haben oder so, weißt du."

"Oh Jimin-" Yoongi begann zu verstehen. Er begann zu verstehen, warum der Junge sich in der Vergangenheit so verhalten hatte, wie er es getan hatte. Einerseits hoffend auf Hilfe aber gleichzeitig abweisend, da er es nicht gewagt hatte zu glauben, dass ihm jemand wirklich freundlich gesinnt war.

"Irgendwie schlug ich mich mit Betteln durch. Und irgendwann habe ich durch Zufall bei einem Gespräch von zwei Männern in der Nähe mitbekommen, dass es hier einen Club gibt, in dem es illegale Fights gibt. Ich ging hin. Machte zunächst bei den Übungskämpfen ohne Einsatz mit. Trainierte. Und irgendwann fing ich an das erbettelte Geld als Einsatz bei einem Kampf zu nehmen. Manchmal hatte ich Glück. Manchmal Pech. Und hier bin ich."

Die Stimme des Jungen hatte einen bitteren Unterton angenommen. "Immerhin bin ich noch am Leben, nicht wahr?"

Und damit hatte er Recht. Er war noch am Leben. Und das war unglaublich.

"Gibst du dir die Schuld für den Tod deiner Mutter?" Jimin schüttelte den Kopf. "Habe ich lange getan. Aber ich habe eingesehen, dass es ihre Entscheidung gewesen war sich das Leben zu nehmen, nicht meine. Es ist nicht meine Schuld, dass sie gestorben ist."

Yoongi schluckte. "Du bist so stark Jimin, weißt du das eigentlich? So unglaublich stark!"

𝐃𝐄𝐂𝐄𝐌𝐁𝐄𝐑 𝐍𝐈𝐆𝐇𝐓𝐒【𝐘𝐨𝐨𝐧𝐦𝐢𝐧】✓ Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt