Rhion POV.
"Sie fühlt sich nicht wohl und Sie halten es nicht für nötig mir Bescheid zu geben?!" Braden schwieg am anderen Ende der Leitung, was ihm in meinem jetzigen Zustand auch wirklich zu raten war.
Ich hatte ein blasse und schwitzende Shae auf ihrem Bett vorgefunden als ich meine Überwachungskameras gecheckt hatte und sofort hatte sich Panik und Sorge in mir breit gemacht. Wie konnte mir mein eigenes Personal solch wichtige Details über das befinden meiner Shae verschweigen.
"Ihre Frau wollte sie nicht beunruhigen." gab Braden nun bekannt und damit auch den Grund für sein Schweigen. Vielleicht war es nicht ganz so durchdacht von mir gewesen Shae als meine Frau vorzustellen, denn damit übergab ich ihr auch ein gefährliches Maß an Kontrolle und Macht. Natürlich wollte Shae nichts mit mir zu tun haben und schon gar nicht wenn sie die Angst hatte das ich zurück kommen würde. Um ehrlich zu sein war ich kurz davor. Die Buinessmeetings waren nutzlos und langweilig, da keiner der sich vorstellenden Geschäftspartner auch nur einen Funken Mühe gab mich von seiner Idee zu überzeugen. Doch gerade jetzt musste ich mich zurück halten. Ich wusste das es nicht mehr lange dauern würde bis ich etwas tun würde das zu bereuen eine halbe Ewigkeit dauern würde,
Dieses bestimmte Gefühl in der Magengegend ließ es mich ahnen.
Geduld war noch nie ein Stärke gewesen auf die ich stolz sein konnte. Selbst Menschen die mich erst seit kurzen kannten, nannten mich sprunghaft, arrogant und temperamentvoll.
"Geben sie mir Shae."
"Mister Carter, ich bin mir nicht sicher ob..."
"VERDAMMT BRADEN!" herrschte ich ihn an, nicht in der Lage meine Frustration zurück zu halten.
Ich hatte eine Obsession, die mich und mein Inneres vollkommen hatte. Ich konnte nicht schlafen, nicht essen und fühlte mich absolut verloren ohne sie und er wollte meinem Wunsch widersprechen mit ihr zu sprechen.
"Sie werden mir sofort Shae geben oder sie waren die längste Zeit in ihrem Beruf tätig! Haben sie mich verstanden?"
Braden keuchte hörbar auf, scheinbar schockiert von meinem Ausbruch "Sehr wohl Sir." murmelte er hastig und ich hörte für kurze Zeit nur Rauschen und Rascheln. Ungeduldig trommelte ich mit den Fingern auf der Tischplatte und tappte mit den Fuß, ignorierte gekonnt die lasziv lächelnde Kellnerin die nach meinen Wünschen fragte. Warum konnte hier denn niemand erkennen das ich beschäftigt war!
"Sie sind sicher das nicht etwas..." ich schoss auf, überragte die nervende Frau um mindestens zwei Köpfe. Sie schluckte als sie meine ganze Größe in sich aufnahm und ich hätte sie am liebsten zur Seite geschoben.
"Nein." schnappte ich und sie zuckte zurück "Ich will werden einen ihrer billigen Drinks noch das schlechte Essen das sie hier vertreiben! Lassen sie mich verdammt noch mal in Ruhe!"
Die Kellnerin sah, und dieser Fakt befriedigte mich ungemein, zutiefst eingeschüchtert ein und hastete verschreckt davon.
"Du scheinst ja sehr viel Spaß da drüben zu haben." Mein Herz setzte für einen Moment aus, als ich ihre Stimme hörte. Sie klang müde, als wäre sie gerade erst aufgestanden und ein ungewöhnliches Maß an neckendem Humor lag in ihren Worten.
"Shae."
"Du wolltest mich sprechen." schon war der Humor wieder verschwunden und sie hörte sich monoton und emotionslos an.
"Du bist krank."
"Ich würde mit solchen Behauptungen an deiner Stelle vorsichtig sein..." murmelte sie, mehr zu sich selbst doch ich hörte ihre Worte. Ich hatte mit meiner Aussage ihre körperliche Gesundheit gemeint, sie spielte wohl auf meine psychische Gesundheit an.
"Wie geht es dir."
"Gut." ich konnte förmlich spüren wie sie log und es machte mich rasend.
"Lüg mich nicht an!" fauchte ich und für eine kurze Weile herrschte Ruhe auf der anderen Seite.
"Ich habe eine Grippe. Es geht mir schon besser." nun war ihre Stimme leiser geworden. Ich hatte sie verängstigt. Ich blickte auf meinen reservierten Tisch und warf einen fünf Dollarnote darauf, dann verließ ich den Raum ohne die Bediensteten auch nur eines Blickes zu würdigen. Sie waren es eh nicht wert.
"War Bailey bei dir?"
"Ja." ich stoppte vor dem Aufzug und verdrehte die Augen. Selbst aus dieser Entfernung war ich mir ziemlich sicher, das Shae gerade ebenfalls ihre Augen verdrehte.
"Wenn du mich anlügst..." ich kam gar nicht dazu meinen Satz zu beenden weil sie mich augenblicklich unterbrach.
"Ich lüge nicht! Er war hier! Er sagte ich einen Grippe! Ende."
"Wag es nicht so mit mir zu sprechen." knurrte ich genervt. Gespräche wie dieses brachte sämtliche Emotionen in mir in Wallung.
"Dann ruf nicht an um mit mir zu sprechen." Was in aller Welt war in das Weib gefahren?
"Was soll das Frau?" giftete ich zurück "Ich habe das Gefühl ich sollte zurück kommen und dir einige wichtige Regeln anschaulich erklären."
Wut durchflutete meinen Körper und ich sah rote Punkte. Ihr unverschämtes und aufmüpfiges Verhalten, brachte mich nur noch mehr auf. Ich hasste es wenn mir Menschen widersprachen und sie schien Distanz als Anlass zu sehen genau das permanent zu tun.
Ein plötzliches heftiges Husten riss mich aus meinen morbiden Gedanken und Besorgnis brandete in mir auf.
"Shae?" keine Antwort. Ein weiterer Hustenanfall war zu hören und meine Sorge stieg ins unermessliche.
"Wasser..." krächzte ihre Stimme und schrak zusammen als ich realisierte wie schwach sie sich anhörte.
Es knackte und Braden war nun derjenige der sprach "Ich Frau braucht Ruhe. Sie hatte gerade einen kleinen Anfall und ist sehr müde."
"Ich verstehe. Sagen sie ihr ich werde mich heute Abend noch einmal bei ihr melden. Wenn diese Grippe bis morgen Mittag ist, fliege ich zurück."
Im Hintergrund hörte ich Shae stöhnen, ob nun weil sie meine Worte gehört hatte oder weil sie Schmerzen hatte konnte ich daraus nicht erkennen, dennoch stand mein Entschluss fest.
Shae hatte noch so vieles zu lernen und ich würde so viel Spaß haben ihr diese Dinge zu lehren...
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In my veins
Mystery / ThrillerShae wird auf offener Straße überfallen und kann von Glück reden, als ihr ein mysteriöser Fremder zu Hilfe eilt. Das dieser jemand allerdings eine noch viel größere Gefahr darstellt, bemerkt sie erst als sie Tage später in einem Zimmer aufwacht das...
