„Und du bist dir sicher, dass wir das machen wollen?", fragt Daiki dich und sieht sich immer wieder um „das gibt großen Ärger, wenn wir erwischt werden".
„Jetzt sind wir schonmal hier, also ziehen wir das auch durch", sagst du „außerdem ist die Wahrscheinlichkeit, dass überhaupt jemand mitbekommt, dass wir hier sind sehr gering".
In weniger als einer halben Stunden wird ein Feuerwerk zum Abschluss eines schönen Stadtfestes entzündet. Du warst mit deinen Klassenkameraden dort und ihr habt einen schönen Abend zusammen verbracht.
Da morgen aber wieder Schule ist, haben sich alle dagegen entschieden noch bis zu dem Feuerwerk zu bleiben, bis auf Daiki und natürlich dir. Du stehst schon ewig auf ihn, daher hast du all deinen Mut zusammengenommen, um ihn zu fragen, ob ihr das Feuerwerk gemeinsam sehen wollt. Dir war klar, dass er nicht zustimmen würde, wenn ihr einfach in der Innenstadt bleibt, du gehst schließlich davon aus, dass er es zu langweilig finden würde, da die Sicht durch die ganzen Gebäude eingeschränkt ist. Und damit wärst du in seinen Augen auch langweilig, um das zu verhindern, hast du dich entschieden etwas zu wagen und vorgeschlagen etwas zu riskieren und sogar kriminell zu werden.
Ein neues modernes und vor allem hohes Bürogebäude wird aktuell in der Gegend gebaut. Die Baustelle war recht leicht zu betreten und der Bau war schon so gut wie fertig, einzig und allein die Fenster und Türen fehlten nur noch. Deswegen wäre es eine Leichtigkeit für euch bis auf das Dach zu kommen.
Du kletterst über den Zaun der Baustelle und siehst Daiki an.
„Kommst du?", sagst du und setzt ein leichtes Grinsen auf, „oder traust du dich doch nicht?".
„Tzz, das glaubst du doch wohl selber nicht", meint Daiki und kletterte auch auf die andere Seite „hätte eher nicht geglaubt, dass du das durchziehst".
„Wie sollen wir von hier unten das Feuerwerk anständig sehen", sagst du und gehst auf das Bürogebäude zu „außerdem sieht es hier nicht mal so aus, als würde es Kameras geben".
Er folgt dir, überholt dich und geht hinein.
„Krass, das ist ja echt riesig", meint er und sieht sich um.
Du gehst auch hinein, nimmst dein Handy heraus und machst die Taschenlampe an.
„So kann man doch viel besser sehen", sagst du und gehst zum Treppenhaus, du leuchtest nach oben und seufzt „wir müssen echt viele Stufen laufen".
„Oder wir nehmen gleich den Aufzug", schlägt Daiki vor.
„Den Aufzug?", hinterfragst du „der funktioniert schlecht ohne Storm".
„Die haben sicherlich schon alles fertig gemacht", meint er, nimmt dir dein Handy aus der Hand und leuchtete das Treppenhaus hinunter „hast doch gesehen das die Fenster schon geliefert wurden und die Tage verbaut werden".
„Da hast du schon recht, aber wir können doch nicht einfach den Strom anmachen", sagst du „das wäre viel zu auffällig":
„Wenn wir nur den Strom für den Aufzug anmachen, dann nicht", behauptet Daiki, nimmt deine Hand und geht mit dir runter in den Keller.
Du bist nicht sonderlich begeistert von seinem Plan, kannst aber auch nichts dazu sagen, da du mit den Gedanken völlig woanders bist.
Du hältst gerade die Hand deines Schwarms und versuchst mit aller Kraft nicht rot zu werden.
Ihr bleibt vor einem großen Sicherheitskasten stehen, Daiki lässt deine Hand los, öffnet den Kasten und sieht sich die Schalter an.
„Der muss es sein", murmelt er und legt einen der Schalter um.
Du zuckst kurz zusammen, da du die Befürchtung hast, dass gleich der ganze Strom angehen würde.
Doch nichts passiert.
„Komm mit", sagt Daiki und ging wieder die Treppen nach oben.
Du folgst ihm, ohne ein Wort zu sagen.
Ihr steht jetzt vor dem Aufzug, Daiki drückte den Knopf und er öffnete sich.
„Du hast den ja wirklich an bekommen", sagst du überrascht „woher kennst du dich damit aus?".
„War der einzige, der nicht wirklich beschriftet war", meint er und geht hinein „komm rein, das Feuerwerk geht jeden Moment los".
Du gehst in den Aufzug.
„Was ist, wenn wir stecken bleiben?", hakst du nach „kann ja sein das er noch nicht getestet wurde".
„Du bist so ein Angsthase", sagt er und drückt den obersten Knopf.
Die Tür schließt sich und ihr fahrt nach oben.
Du seufzt erleichtert als du merkst, dass alles glattläuft.
Wenige Sekunden später öffnet sich die Tür und ihr steigt aus.
„Oh wow, das ist wohl die Chefetage", gibst du von dir.
Daiki nickt nur und sieht sich um.
„Die haben hier sogar eine Dachterrasse", meint er und geht hinaus „(D/N), hier hat man wirklich einen guten Blick auf das Feuerwerk".
Du folgst ihm.
Er stellt sich an das Geländer der Terrasse und sieht nach unten.
Ohne darüber nachzudenken, tust du das gleiche und bekommst sofort zittrige Knie.
Bei deiner Überlegung etwas Besonderes vorzuschlagen, um Daiki zu begeistern, hast du ganz vergessen, dass du unter Höhenangst leidest.
Dein Zittern bleibt Daiki natürlich nicht verborgen.
„Ist alles gut bei dir?", fragt er und legt eine Hand auf deine Schulter „hast du etwa Höhenangst?".
Du bekommst kein Wort heraus und nickst nur, deine Augen füllen sich mit Tränen.
„Ach scheiße, wieso schlägst du dann sowas vor?", hakt er nach.
Er dreht dich zu sich und umarmt dich.
Du brauchst einen Moment, um wieder klarzukommen und genießt die Umarmung von ihm.
„Wo sollten wir sonst das Feuerwerk richtig sehen können", sagst du leise.
„Das ist doch völlig egal", meint er, „wir hätten das auch sicherlich von woanders aus sehen können".
Du merkst, dass er dich noch ein wenig fester an sich drückt.
„Du willst es unbedingt sehen und dann wollte ich eben etwas vorschlagen, damit du voll auf deine Kosten kommst", erklärst du ihm.
Gerade als Daiki etwas dazu sagen wollte, geht das Feuerwerk los.
„Ich hoffe du hast keine Angst nach oben zu schauen", sagte er und sieht in den Himmel.
Du schüttelst den Kopf und siehst auch nach oben.
Ihr seht euch das schöne Feuerwerk an.
„Ich wollte es mir doch nur ansehen, weil du so begeistert aussahst, als du hörtest, dass heute ein Feuerwerk stattfindet", sagt Daiki irgendwann „mir ist sowas völlig egal, wollte einfach Zeit mit dir allein verbringen und dich glücklich sehen".
Du siehst ihm in die Augen und wirst rot.
Er wird auch rot und sieht dann an die Seite.
Du nimmst all deinen Mut zusammen und drehst seinen Kopf wieder zu dir.
„Danke, Daiki", sagst du leise „ich liebe Feuerwerke so sehr".
Dein Herz schlägt wie verrückt.
„Und ich...naja ich, ich...liebe...", stammelt Daiki.
„Ich auch", unterbrichst du ihn und bist nun knallrot.
Er sieht dich überrascht an und küsst dich dann einfach.
