„Endlich ist der Unterricht vorbei", denkst du und packst deine Schulsachen zusammen.
Normalerweise macht dir die Schule total Spaß, doch in letzter Zeit kannst du dich nicht mehr wirklich auf den Unterricht konzentrieren.
Ständig musst du Tenya ansehen, der zwei Reihen vor dir sitzt.
Du hast dich nämlich erst vor kurzem über beide Ohren in ihn verliebt.
Doch leider kannst du mit niemandem darüber sprechen.
Denn die ganze Klasse glaubt bereits das ihr ein Paar seid.
Allerdings sind Tenya und du nur beste Freunde.
Er ist dein Fakefreund.
Tenya und du tun also so, als ob ihr zusammen seid.
Er hat es dir vor ein paar Monaten angeboten da dein Exfreund dich nicht in Ruhe gelassen hat und dich beschützen wollte.
Seit dem verbringt ihr viel mehr Zeit zusammen, du hast keine Probleme mehr, hast ihn noch besser kennengelernt und dich verliebt.
Niemals hättest du dir vorstellen können, das so ein Nerd wie Tenya, dein Typ ist.
Aber man sucht sich schließlich nicht aus in wen man sich verliebt.
Eigentlich könnte es so einfach sein, du gestehst ihm deine Liebe und ihr werdet glücklich.
Ja, das würde wirklich passieren, denn du weißt das er Gefühle für dich hat.
Doch das hast du dir verbaut, weshalb du zurzeit verzweifeln könntest.
Durch die Mädels in der Klasse hast du erfahren, das Tenya wohl schon ewig in dich verliebt ist.
Das hast du nie bemerkt, denn du hast in all seinen Taten und netten Worten immer nur Freundschaft gesehen.
Als ihr dann "zusammen" kamt, hast du ihm eine Ansage gemacht.
Hast gesagt das du dich niemals in so jemand wie ihn verlieben könntest.
Wenn du so darüber nachdenkst, hast du damals total verletzende Worte verwendet.
Doch Tenya blieb ruhig, wie immer und schluckte das wohl alles herunter.
Dass du ihn bestimmt sehr gekränkt hast, war dir bis vor kurzem gar nicht bewusst.
Und jetzt bist du verliebt und zu sagen, dass es sich geändert hat, geht nicht mehr.
Zum einen bist du sehr stolz.
Aber viel mehr hast du Angst, dass er durch deine Worte nun das Interesse an dir verloren hat.
„(D/N), kommst du mit zurück?", fragt Tenya plötzlich und reißt dich so aus deinen Gedanken.
Er steht vor deinem Tisch und hält dir lächelnd seine Hand hin.
„Ja klar", antwortest du und nimmst seine Hand „danke, dass du immer auf mich wartest".
„Du weißt doch...", beginnt er „sowas macht man eben als Freund".
Gemeinsam verlasst ihr händchenhaltend das Klassenzimmer und macht euch auf den Weg zurück zum Wohnheim.
Seine Hand zu halten fühlt sich so schön und gleichzeitig falsch an.
„Stimmt irgendwas nicht mit dir?", fragt Tenya „bist in den letzten Tagen ruhiger geworden".
Du bleibst stehen.
„Du hast recht, es stimmt ganz und gar etwas nicht", antwortest du „ich glaube ich kann das alles nicht mehr".
„Was meinst du?", hakt er nach „unser Schauspiel?".
Du nickst nur.
„Aber wieso das denn?", fragt er in einem etwas verwirrt klingendem Ton.
„Es ist nicht so leicht zu sagen", antwortest du leise.
Tenya nimmt nun auch deine andere Hand und sieht dich ernst an.
„Macht dein Ex wieder irgendwelche Probleme?", hakt er nach „ich dachte das hat sich erledigt, man (D/N) ich fange langsam an mir wirklich Sorgen zu machen".
Du schüttelst nur wild den Kopf.
An eine Frage musst du ständig denken.
„Tenya...", sagst du leise „kannst du eigentlich verzeihen?".
„Ich?", hinterfragte Tenya „Wieso fragst du das?".
„Weil..", willst du beginnen doch du zögerst.
„Hey... was ist denn auf einmal los mit dir", meint Tenya und drückt dich leicht an sich „du weißt das du mit mir über alles reden kannst".
Er umarmt dich, du tust es ihm sofort gleich und kuschelst dich an ihn.
„Ich glaube, ich habe mich in dich verliebt", sagst du leise.
Tenya wird rot und bekommt kein Wort heraus.
„Ich weiß, dass du auch mal in mich verliebt warst", erzählst du „haben mir die Mädels verraten".
„War?", fragt Tenya vorsichtig nach.
„Ja, ich bezweifle das es nach meiner Ansage unverändert ist", antwortest du und fängst an zu weinen „meine Worte müssen dich extrem verletzt haben".
Tenya streicht dir durchs Haar.
Ohne ihn zu Wort kommen zu lassen redest du einfach weiter.
„Es ist doch so, hab ich recht?", hakst du nach „ich fühle mich so schlecht deswegen".
Tenya schmunzelt und legt eine Hand auf deine Wange.
„(D/N), jetzt lass mich doch mal sprechen", sagt er in einem sanften Ton.
„Du hast ja recht", meinst du „was willst du sagen?".
Er zögert, doch statt etwas zu sagen, küsst er dich einfach.
„Reicht dir das als Antwort?", fragt Tenya und läuft noch roter an „das wollte ich schon so lange tun".
„Heißt das du...", sagst du und streichst mit dem Finger über deine Lippen.
„Ja, was soll das denn sonst heißen", meint Tenya, grinst und küsst dich erneut.
Seine Küsse fühlen sich wirklich wunderschön an und all deine Sorgen sind wie weggeblasen.
