Ich wusste nicht, wie lange ich schon hier war und was ich überhaupt hier sollte. In der Höhle war es dunkel, sodass ich nicht einmal die eigene Hand vor Augen sehen konnte. Zitternd zog ich meine Knie an und legte meinen Kopf darauf ab. Tränen liefen im schnellem Tempo mein Gesicht runter und klopften stetig auf den rauen Felsboden unter mir. Verzweiflung machte sich in mir breit, denn ich war sicher, dass ich hier schon mindestens ein Tag drin war... Soweit funktionierte mein Zeitsinn noch, aber genau konnte ich es wie gesagt nicht festlegen.
Wo waren sie alle?! Wo war Vater? Wo war Sasuke? Wo war Kabuto?! Ich wollte zu ihnen, Sasuke in die Arme schließen, meinen Vater frech angrinsen und Kabuto die Hand schütteln. Ach... Wie ich sie vermisste! Es war schrecklich... Traurig... Verzweifelt knotete ich mein Haar und heulte still und heimlich vor mich hin. Ich wusste, dass ich beobachtet wurde und dieser Umstand machte mir meine Lage nicht gerade einfacher. Außerdem hatte ich große Angst vor der Dunkelheit. Es war so, seitdem mein Vater mich und meine Mutter gerettet hatte als ich noch ganz klein war. Und wie auch immer ich versuchte, diese Angst zu bezwingen, es klappte nicht. Vor allem wusste ich nicht, wie es Sasuke und den anderen Beiden ging, was sie gerade dachten und machten. Auch das brachte mich zum verzweifeln.
'Andererseits...' dachte ich und lachte kurz auf ' Ist es vollkommen absurd und blöd... Mein Benehmen zurzeit und diese verzwickte Situation.' Wenn man mein ganzes Leben so anschaute hatte ich doch im Grunde nichts gemacht ausser zu dienen, oder? Ja. Zuerst der Familie Hyūga und dann meinem Vater. Nie habe ich irgendetwas alleine entschieden. Ich wusste nicht, woran es lag, aber in dieser Höhle begann ich mir mein Leben noch mal gründlich anzuschauen: Die Gesichter der Teams 7, 8 und 10 zogen an mir vorbei, genauso wie die Erinnerungen an unsere gemeinsame Zeit. Neji hatte mich ihnen allen näher gebracht, aber mit Team sieben habe ich mich nie wirklich auseinandergesetzt, ich war eher mit den Anderen zusammen wenn ich konnte. Dann wurde es mir klar: Ich vermisste sie alle auch... Und wenn es noch irgend möglich war, noch mehr als die Nuke-Nins. Und da tauchte auch Sasuke vor meinem geistigen Auge auf: Sein Lachen, wenn ich mich blöd bei unserem gemeinsamen Training mit Orochimaru angestellt hatte, sein zorniger Blick und sein Durst nach Rache, wenn er an seinen Bruder Itachi, an das Dorf Konoha und vor allem an den Clan der Uchiha dachte. Sein ernstes Gesicht mit einer Spur an Mitleid und Trauer, wenn ich wegen der Erinnerung an meine und Nejis gemeinsame Zeit dachte und anfing zu weinen. Zuletzt der Augenblick, wo wir zusammen auf der Wiese saßen. Es waren schöne Erinnerungen. Niemand würde sie mir nehmen.
Ich lächelte und umklammerte meine Knie. 'Vater.' Er war der Einzige aus meiner Familie, der mir noch geblieben war und ich würde für ihn sterben. Inzwischen war ich mir absolut und auch wirklich vollkommen sicher, dass er es auch für mich tun würde. Und doch... War er nicht hier... Nicht mal Kabuto! Ach ja... Kabuto: Mein Trainer in Heilkunst und das Anwenden von den Chakraklingen, die er so wunderbar beherrschte. Aber sein Unterricht in dieser Art von Kampfkunst hatte mir nicht viel genutzt, denn ich hatte rein gar kein Talent dazu. In Heiljutsus hingegen war ich gar nicht so schlecht. Mein Lächeln wurde noch breiter, als ich mich wieder genervt vor ihm stehen sah. Wieder mal erzählte er etwas über das Kämpfen mit den blauen Chakraklingen und ich hörte wie immer nicht zu... Diese Erinnerungen an meine Freunde lösten die in den letzten Jahren angesammelte Kälte ins Nichts auf und ließen ein heiß lodernde Flamme der Zuneigung und Liebe zurück. Komisch, dass mir erst so etwas passieren musste, damit ich wieder die Alte wurde.
Ich hob meinen Kopf und legte ihn in den Nacken, nur um kurz darauf einen lauten und langen Schrei ertönen zu lassen. Doch es war nicht der Schrei des Schmerzens, der Verzweiflung, Trauer oder Rache, es war ein Schrei aus purer Freude, Zufriedenheit und Glück. Kurz nachdem mir der Hals schon anfing wehzutun, hörte ich auf und brach in schallendes und fröhliches Gelächter aus. Ich hörte nicht auf, als der Stein vor meinem 'Gefängnis' weg geschoben wurde und auch nicht, als ich in die grelle Helligkeit hinausgezerrt wurde, auch wenn da eigentlich nur Fackeln im dunklen Flur waren, sie taten meinen Augen nach langen Stunden in vollkommener Dunkelheit sehr weh. Auch unterbrach ich mein Gelächter nicht, als ich geschlagen und getreten wurde, sogar mit Kunais wurde ich gestochen. Wellen puren Glücks erfüllten mich voll und ganz. Es schien, als ob nichts mich dazu bringen könnte, aufzuhören.
Doch ich irrte mich: Pain machte kurzen Prozess und jagte mir drei Katanas in den Oberkörper. Mein Lachen wurde durch gequältes Husten ersetzt und mit einem leicht vor Schmerz verzerrtem Gesicht, blickte ich zu ihm hoch. Er schaute nur abfällig und verachtend auf mich runter und sagte kein Wort. Auf den Knien hockend und mit ziehmlich zerrissener Kleidung grinste ich ihn an und blickte herausfordernd in seine Augen. Hinter ihm stand Itachi Uchiha. Auch ihn schaute ich an, konnte jedoch keinerlei Gefühlsregung in seinem Gesicht erkennen. "Du!" hörte ich Pain sagen und guckte wieder zu dem angeblichen Anführer von Akatsuki. "Hol Sasuke Uchiha auf der Stelle her! Ich weis, dass du es kannst." Mein hämisches Grinsen wurde durch ein Entschlossenes ersetzt, als ich laut und deutlich verneinte. "Niemals!" Dieses Wort spuckte ich ihm förmlich ins Gesicht. "Tu es oder du stirbst."
Ich tat so, als würde ich ernsthaft überlegen und sah für einige Sekunden Angst, Trauer, Wut und Enttäuschung in Itachis Augen aufblitzen. 'Aha!' Langsam stand ich auf, den auf mir ruhenden skeptischen Blicken vollkommen bewusst: "Nein." Pain packte mich am Hals und hob mich hoch in die Luft. Ich wehrte mich nicht, auch wenn ich es hätte tun können. Es war mir egal, dass Pain mir die Luftröhre langsam zudrückte und es mir immer dunkler vor Augen wurde. Es war mir egal, dass ich womöglich sterben würde... Hauptsache, meine Freunde und mein Vater lebten.
Grinsend schaute ich auf den Orangenhaarigen hinab und sagte kein Wort. Mit einem verrächtlichem Schnauben ließ er mich los und ich klatschte nach Luft ringend auf den kalten Boden. "Bringt sie... In den Raum." Seine kalte Stimme dultete wie immer keinen Widerspruch, was auch irgendwie klar war und so wurde ich gepackt und auf die Füße gestellt. "Ach ja... Wartet!" 'Was will er denn noch?!' "Itachi! Lös das Jutsu, dass ihr ihren zweiten Arm gibt, auf. Ich will sehen, wie sie ab jetzt mit nur einem zurechtkommt." Stimmt... Beim Kampf gegen Akatsuki hatte ich ihn verloren... Mit leichtem Bedauern spürte ich, wie das vertraute Gewicht verschwand und einer gruseligen Leichtigkeit Platz machte. Ein Aufblitzen von Wut und Ärger in meinen Augen verriet meinen Feinden, dass sie einen wunden Punkt getroffen hatten, doch es war mir egal... Ich musste nun mit nur einem Arm leben... Man konnte nichts mehr daran ändern. Und egal, was man mir in 'diesem Raum' an tun würde... Ich würde nie im Leben was sagen!_______________________
Hallo Leudis,
Ich bin auch wieder da! ^_^ Das Problem ist, ich bin bei Naruto Shipuuden nicht gerade weit... also gerade kämpft Naruto gegen Sasuke und Sasukw hat schon gegen Danzo gekämpft... das ist auch egal im Moment. Aber kann mir bitte jemand sagen, welche Folge mit dem Krieg anfängt? Oder brauche ich die anderen, vorherigen Folgen, um ihn zu verstehen? Weil wenn ja... Dann müsst ihr euch so lange gedulden, bis ich diese knappe 60 Folgen angeschaut habe... sry! ^_^"
Na dann... eure lostgirl *winke winke!*
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The path I've gone (Naruto FF)
FanfictionWas tun, wenn der dir liebste Mensch auf Erden gestorben ist? Was tun, wenn er Geheimnisse hatte, von denen keiner weiß? Was tun, wenn die Freunde dich nicht verstehen? Was tun, was soll man tun? Sich zurückziehen und in Selbstmitleid versinken? Käm...