Ich wusste nicht wie viel Zeit vergangen war, seit ich in der undurchdringlichen Dunkelheit meines Geistes schwebte. Jegliches Zeitgefühl hatte mich verlassen, genauso wie alle anderen Sachen, die man fühlen können sollte, wenn man ein Mensch ist. Sogar die Verzweiflung und der Schmerz waren abgestumpft. Nur ein dumpfes Gefühl der Einsamkeit war geblieben, doch drohte ständig zu verblassen.
Ich, jedoch, krallte mich verzweifelt daran fest, denn dies war der einzige Anhaltspunkt in dieser Hölle, die ich gerade durchlebte: Die Erinnerungen an Sasuke und meinen Vater. Die guten... Geschehnisse. Sie tauchten in meinem Kopf als Abschnitte auf, wurden durchlebt und danach ging es sofort weiter.
Einen Ausweg daraus gab es nicht... Jedenfalls sah ich dort keinen. Und ich hatte, mal wieder, aufgegeben. Und wieder... Und wieder. Und wieder.
Mein Geist schien gebrochen zu sein, mein Wille...
Auch.
Trostlos. Das war ich. Und nicht mehr.
Es heißt doch: Wenn du denkst es geht nicht mehr, kommt von Irgendwo ein Lichtlein her. Aber in diesem Tunnel der Nicht- Hoffnung war es fast unmöglich, einen hellen Ausgang am Ende von eben Diesem zu sehen. Dort, und überall, war nur eine tiefe Schwärze, ab und zu durchdrungen von Erinnerungen an eine längst vergangene Zeit.
An eine schöne Zeit.
An eine wundervolle Zeit.
An eine Zeit, die es galt, nie zu vergessen, egal was geschah.
Eine Zeit, die die Wichtigste war, die ich je erlebt hatte.
Zeit... Zeit... Zeit.‡‡‡
"Komm schon, Kohana!" Naruto lief lachend vor mir her. Ich kichernd hinterher.
Wir waren unterwegs zu Sensei Iruka, der anscheinend eine Überraschung für Naruto bereithielt. Und mein guter Freund durfte sich jemanden aussuchen, den er mitnehmen wollte. Obwohl ich nicht sicher war, ob wir wirklich Freunde waren.
"Seinsei Iruuukaaa!" krähte der blonde Junge aus vollem Hals los. Durch diesen plötzlichen Schrei völlig aus dem Konzept gebracht, stolperte ich über eine Rinne zu meinen Füßen und flog geradeaus, dem Boden entgegen.
"Uff!" kam es überrascht und etwas schmerzvoll aus meinem Mund, der bereitwillig, und ohne meine Erlaubnis, den sandfarbenen Boden küsste. Als ich hingefallen war, hatte ich mir unglücklich die Hand verletzt, die jetzt tiefe Kratzer hatte und wie Schwein blutete.
"Alles in Ordnung?!" Iruka und Naruto liefen mit Panik in den Augen auf mich zu und sahen mich besorgt an.
Wortlos hielt ich dem Shunin meine linke Hand hin, die es ziemlich mitgenommen hatte... Und Naruto fing an, aus vollem Hals zu lachen. Zornig schaute ich ihn an.
" Dein Mund..." schrie der Blonde, während er sich vor Lachen kaum noch halten konnte: " Dein Gesicht! Es ist... Voller Sand!"
Während der ach so nette Junge von Lachkrämpfen geschüttelt wurde, wischte ich mit der rechten Hand den körnigen 'Dreck' weg.
"Na kommt, die Zeit läuft uns davon! Und Kohana, Kleines, es ist nichts... Nur ein paar Kratzer. Ich mache dir ein Verband rum und schon ists erledigt. Und nach ein paar Tagen ist da nichts mehr. Wirst schon sehen." Ein Lächeln.
"Ich bin nicht klein!" rief ich laut und schmollte gespielt, während der Shunin mir die weiße Stoffrolle aus seinem Erste-Hilfe-Kasten um meine Hand band...
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The path I've gone (Naruto FF)
Hayran KurguWas tun, wenn der dir liebste Mensch auf Erden gestorben ist? Was tun, wenn er Geheimnisse hatte, von denen keiner weiß? Was tun, wenn die Freunde dich nicht verstehen? Was tun, was soll man tun? Sich zurückziehen und in Selbstmitleid versinken? Käm...