Wir ließen einander los und der Älteste von uns begann sich grundlos aufzulösen.
"Das Edo Tensei nimmt jetzt ein Ende." Die Stimme des- wieder- Sterbenden erklang gespenstisch hallend vor mir.
Man musste mir wirklich erklären, was während meiner 'Abwesenheit' passiert war.
Als Sasuke wieder so ein Gesicht machte, als würde er von innen heraus verbrennen, nahm ich seine Hand in Meine und drückte sie: Ich war da.
Doch auch mich machte das Geschehen fertig und ich schaltete ab, so gut es ging.
"Arigatou, kleiner Bruder." Diese Worte holten mich aus meinem tranceähnlichen Zustand. Ich sah noch, wie Itachi sich ins Nichts auflöste, bevor Sasuke schwer aufatmete und kurz an mir abstützte.
Aber dieser Moment ging schneller vorbei, als ich gedacht hatte. Suigetsu und Yugo tauchten auf... Wobei ich mir beim besten Willen nicht vorstellen konnte, was die beiden hier wollten. Ich kannte sie aus Vaters Akten und hatte den Wassermenschen auch schon mal in echt hinter einem verspiegelten Glas gesehen, sodass er mich wiederrum nicht erkennen konnte.
Sofort war mein... Freund- in der allgemeinen Weise, meine ich- wieder die kalte und unnahbare Person, die wirklich jeder kannte.
"Suigetsu... Yugo."
"Heeeyyy, Sasuke! Wir haben dich ja ewig gesucht." rief der Weißhaarige freudig.
"Stimmts, Yugo?" Sein Partner nickte bloß.
"Hn." Ja. Das war eindeutig der Sasuke, den jeder im Gedächtnis hatte.
"Kureiko." wandte er sich scheinbar völlig emotionslos an mich. "Das hier sind, wie vorhin schon erwähnt, Suigetsu und Yugo." Als er die Namen sagte, zeigte er auf die dazugehörigen Personen.
"Und sie sind Mitglieder im Team..."
"Boah, sieht die heiß aus! Wo hast du die denn aufgetrieben?" Suigetsu stellte sich, mich großäugig anschauend direkt vor mich hin, sodass ich den Reflex, nach hinten zu gehen, unterdrücken musste. Dass er Sasuke unterbrochen hatte, schien ihn überhaupt nicht zu interessieren, aber mein Eindruck war, dass er großen Respekt vor seinem- offenkundig- Anführer hatte.
Als der Uchiha sich leicht vor mich schob und eine abwehrende Haltung annahm, zupfte ich leicht an seinem Ärmel: Ich würde es selber in die Hand nehmen.
"Mein Name ist Kureiko. Und mehr brauchst du im Moment nicht zu wissen." Um mich nicht so kaltherzig zu zeigen, lächelte ich ein bisschen.
"Ok." lautete die Antwort, wenngleich ich sehen konnte, dass er sich damit nicht zufrieden gab, mich aber in Ruhe ließ und für nicht so eisklotzmäßig hielt wie Sasuke.
"Was macht eigentlich Kabuto da? Er sieht ja echt verdammt gruselig aus."
Während Yugo sich gelangweilt auf einen Felsbrocken setzte, hüpfte sein Partner in der Gegend herum wie ein zu groß geratener, blau-weißer Flummi.
Bei einer jungen Frau, die auf dem Boden lag und die ich bis jetzt weder bemerkt, noch in meinem Leben je gesehen habe, blieb er stehen.
"Was macht denn die hier?"
Na klar, die Frage musste ja kommen. Obwohl ich sie mir auch gestellt hatte.
"Wir holen Orochimaru zurück." lautete Sasukes Antwort und er blickte mich bedeutungsvoll an.
Ich erstarrte. Das... Konnte nicht wahr sein.
Langsam drehte ich mich nach Rechts, legte den Kopf leicht in den Nacken und sah den jungen Mann vor mir ungläubig an.
"Waaass?!" kreischte der auf Beinen laufende Fisch. Fehlten nur noch die Kiemen. Wie bei Kisame.
Offensichtlich versuchte mein Gehirn irgendwas Logisches zu denken, damit ich nicht daran zerbrach, dass mein Vater wieder leben würde. Bestimmt fragt ihr euch, woran ich kaputt gehen sollte. Aber es war... So unerwartet. Es war einfach zu viel. Zu viel auf ein Mal.
"Spinnst du, Sasuke?!" Noch immer regte sich Suigetsu auf. "Er ist verrückt. Und verdammt am Töten interessiert. Es macht ihm Spaß, Andere zu quälen!"
Etwas in mir klickte. So durfte auf gar keinen Fall irgendjemand über meinen Vater reden. Ein Alles sagender Blick direkt in die Augen des schreienden Jungen und schon war Stille.
"Es wird gemacht. Und damit ist es beschlossene Sache."
Danke, Sasuke.
"Yugo!" versuchte es der Hai- was auch immer- erneut. "Sag doch auch mal was!"
Doch als auch der Angesprochene nichts tat, drehte sich sein Partner laut schimpfend von uns weg und begann statt uns, die Wand anzukeifen. "Bin ich hier etwa der Einzige, der bei klarem Verstand ist?!"
Interessiert beobachtete ich mein Gegenüber. Es war spannend, wie lange er hier noch dastehen und Tiraden in alle Richtungen schmeißen würde.
Eine Berührung am Arm ließ mich leicht erschrocken zusammenzucken. Und als mir eine allzu bekannte Stimme von der Seite her meinen Namen sagte, gefror alles in mir. Es konnte nicht wahr sein!
Wie in Zeitlupe drehte ich mich zu dem Mann zu meiner Rechten um: "Vater?"
Meine leise Stimme brach, als ich wirklich in sein Antlitz blickte.
"Ich habe dich vermisst!" Diesmal lauter und mit, mal wieder, Tränen auf meinen Wangen, warf ich mich in die Arme Orochimarus.
"Kleines." flüsterte er nur für mich hörbar. "Ich dich auch."
"Wa...?!" Suigetsu starrte mich und Vater mit großen Augen an. Sogar sein, bis jetzt völlig neutral dasitzender Tierfreund richtete sich überrascht auf.
Sasuke ließ mir genügend Zeit und dafür war ich ihm mehr als dankbar. Als ich schließlich wieder ruhig war, verwandelte ich mich in meine altbekannte Schlangenform, jedoch in so einer Größe, dass ich wie ein dicker Schal um den Hals des Sann-Nins aussah.
Der Erklärung Sasukes hörte auch nicht mehr zu: Seelisch und körperlich war ich erschöpft, hatte ich doch meine ganze Kraft gebraucht, um mit der Situation von vorhin fertig zu werden.
Ich ließ die Schwärze willkommen, die mich mit dem Schließen meiner Augen in die Welt des Traumes mitnahm. Zum ersten Mal seit langer Zeit träumte ich etwas Angenehmes und Lustiges.
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The path I've gone (Naruto FF)
FanfictionWas tun, wenn der dir liebste Mensch auf Erden gestorben ist? Was tun, wenn er Geheimnisse hatte, von denen keiner weiß? Was tun, wenn die Freunde dich nicht verstehen? Was tun, was soll man tun? Sich zurückziehen und in Selbstmitleid versinken? Käm...