Vier Jahre später
Er vermisste sie. Schrecklich.
Auch, wenn er eine Familie gegründet hatte, so basierte es nicht auf Liebe, wie seine Frau es sich so dringend gewünscht hatte, sondern weil sie es so gewollt hatte.
Und seine Tochter war nicht das Kind seiner Frau, sondern... Von jemand anderen. Und auch, wenn er in dem kleinen, dreijährigen Mädchen auch irgendwo sich selbst sah und sie auch etwas mochte, so machte sie nicht das wett, was er eigentlich hätte haben können.
Die bunten Blätter auf ihrem- von ihm immer mühsam ordentlich gehaltenem Grab- wirbelten in einem Kreis umher und der Geruch nach Herbst kam ihm entgegen. Sie hatte diese Jahreszeit geliebt. Sie... Sein Ein und Alles.
Er merkte erst, dass ihm Tränen das Gesicht runterliefen, als sein engster Freund sich zu ihm gesellte. Einer der Wenigen, der seine wahre Person kannte und den er auch an sich ranließ.
"Du vermisst sie schrecklich, oder, Sasuke?" Der Hokage legte ihm eine Hand auf die Schulter und schaute ihn liebevoll an. Nicht, dass er ihn liebte- er hatte eine eigene Familie und war sehr glücklich- doch wie er einst zu ihm gesagt hatte: Sie waren sowas wie Brüder.
"Ja, Naruto, das tue ich." Die Worte kamen ihm schwer über die Lippen, schließlich wollte er immer noch nicht Schwäche gegenüber anderen zeigen. Doch da er sich eben Diese schon eingestand, ließ er auch die Flüssigkeit, die immer steter aus seinen Augen trat, fließen, ohne ihre Bahnen, die sie auf seinem Gesicht zog, wegzuwischen.
Naruto zog ihn in eine freundschaftliche Umarmung und sein bester Freund, und Anführer der Anbu, ließ seine ganze Trauer und Frust einfach los. Und es tat gut. Sehr gut sogar.
"Papi!" rief plötzlich eine süße Mädchenstimme und schon bald war der dazugehörige Körper am Eingang zum Friedhof zu sehen.
Schnell versteifte sich der Angesprochene, befreite sich wortlos aus dem Armen des Hokage der sechsten Generation und wischte sich die Tränen aus den Augen.
Gemeinsam- nebeneinander- liefen sie aus dem abgesperrten Bereich, Sarada entgegen.
Doch Sasuke wollte jetzt nichts mit seiner 'Familie' unternehmen. Leise und sorgfältig verschloss er das kleine Tor zur Grabstätte Kureikos. Ihr zu Ehren hatte man auf dem Friedhof Konohas einen kleinen Platz genommen und sie dort bestattet. Sie galt als ein Symbol der Liebe und Freundschaft.
Im Dorf, in der ungefähren Mitte, hatte man ein Denkmal für sie errichtet.
Dort stand sie, auf einem Sockel, umgeben von ihren beiden vertrauten Geistern. Man hatte von Madara über Mandas Existenz erfahren und so galt auch er als ein wichtiger Teil aus Kureikos Leben.
Er und Kuroko schlängelten sich ein paar Mal um das Mädchen, hatten die Köpfe über ihr überkreuzt, genauso wie ihre- wiederum gekreuzten- Schwanzspitzen vorne ein Schild andeuteten. Kurokos Körper lag aber immer über Mandas um zu demonstrieren, dass dieser vertraute Geist mehr für das Mädchen getan hatte.
Sie selbst stand in der Mitte, in ihrer üblichen Kleidung und das Katana auf dem Rücken. Die linke Hand hatte sie flach vor sich ausgestreckt und auf demselben Arm hockte ein Falke, der aus der Hand fraß.
Das hieß, dass sie gerne anderen half und es stand auch als Zeichen für ihre Liebe.
Ihre rechte Hand ruhte auf einer Überkreuzung von Mandas und Kurokos Körpern. Dies symbolisierte ihre immerwährende Bereitschaft zum Kampf um das, was ihr sehr am Herzen lag, verteidigen zu können.
Ihr Blick war liebevoll und achtsam zugleich auf den fressenden Vogel gerichtet...
Er vermisste sie. Kureiko. Oder: Kureiko Kohana Hyūga. Sein Mädchen. Sein Herz.Er hatte nicht gemerkt, wie schon fast automatisch seine Beine ihn zu der eben beschrieben Statue aus dem reinsten weißen Marmor getragen hatten. Gedankenverloren las er einige ihrer letzten Worte, die auf dem Sockel eingraviert worden waren:
"Mach nicht denselben Fehler wie ich und gib dich auf. Denn das hatte ich getan.
Ich habe einen einzigen unverzeilichen Fehler begannen: Ich habe nicht nur mich sondern Alles und Jeden aufgegeben. Lebe, sei frei.""Papi, kommst du denn jetzt endlich?" Sarada. Sie nervte. Genauso wie Karin, die ab und zu mal vorbeikam und noch immer versuchte, ihn für sich zu gewinnen. Wie er sie langsam anfing zu hassen...
Auch Sakura stand neben seiner Tochter und blickte ich an. Sie lächelte zwar, doch er hatte schon vor Tagen gemerkt, dass da irgendwas nicht stimmte. Aber es war ihm herzlich egal was.
Er nickte kurz angebunden, blickte noch ein Mal zu der Statue hoch, die knappe acht Meter maß und lief der Kleinen entgegen, die ihm lachend in die Arme sprang.
Sie nervte.
Sakura nahm seine andere freie Hand und gemeinsam gingen sie die Straßen zum Uchiha-Viertel entlang. Wie eine glückliche Familie... Die sie nicht waren.
Naruto war schon längst wieder zurück in seinem Büro, um die letzten Aufgaben für diesen Tag zu erledigen. Er war ein guter Freund... Und Kureiko hatte ihm sein Leben gerettet.
Sie hatten den Krieg durch ihr großes Opfer gewonnen und er... Wollte sie zurück.
Sie war sein Herz...
Sein Herz, das ihm genommen worden war.Keiner bemerkte den Falken, der alles aufmerksam beobachtet hatte, sich nun vom Kopf der einen Schlange abstieß und in den rötlichen Abendhimmel stieg. Er war frei.
Und er flog zu ihnen, um ihnen eine bestimmte Botschaft zu überbringen...Sein Herz. Sein Herz war ihm genommen worden.
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The path I've gone (Naruto FF)
FanfictionWas tun, wenn der dir liebste Mensch auf Erden gestorben ist? Was tun, wenn er Geheimnisse hatte, von denen keiner weiß? Was tun, wenn die Freunde dich nicht verstehen? Was tun, was soll man tun? Sich zurückziehen und in Selbstmitleid versinken? Käm...