-Menschen ändern sich. Auch der Teufel war mal ein Engel.-
-NF
Es sind Wochen vergangen, seit dem ich im Freibad war und Cem dort getroffen habe. In der zwischen Zeit habe ich viel mit Cem geschrieben. Aber auch viel mit Alex. Sodass es auch öfter dazu kam, dass ich mich mit Alex getroffen habe. Immer, wenn wir uns getroffen haben, hat er mir Blumen mitgebracht. Es waren zwar nicht meine Lieblingsblumen, aber die Geste hat es aus gemacht. Es ist Freitag, aber ich hab keine Lust zur Schule zu gehen. Lukas, Gino, Sanchez und Julius genauso wenig. Deswegen treffe ich mich mit den vier. Gerade als ich mich fertig machen wollte um „zu Schule" zu gehen, kriege ich eine Nachricht. Alex hat geschrieben. -Hey, ich schwänze heute. Hab kein Bock auf Schule. Treffen?- eigentlich will ich mich ja mit den anderen treffen ... ach, die werden das schon verstehen, wenn ich absage. -Hey, hab auch kein Bock. Treffen klingt gut. Wann und wo?- -Beim Kiosk um 12?- klingt gut. Bis dann.- -Bis dann. Freu mich.- Gut dann muss dann nur noch den anderen Absagen. -Hey, ich komme heute doch nicht. Treffe mich mit Alex :)- Ja klingt gut so. Die Nachricht kann ich so Gino schicken. Ich schick die lieber Gino als Lukas, weil der mich sonst wieder voll bombardiert mit: GeH dA nIcHt HiN, Er IsT nIcHt GuT fÜr DiCh, Bla, Bla, Bla. Nervt halt schon.
Ich gehe nach unten, nachdem ich mich fertig gemacht habe. „Ich gehe zu Schule" „Soll ich dich fahren?", fragt mein Vater, „Ne, passt schon. Ich laufe, is ja gutes Wetter." Ich gehe aus der Haustür raus, gehe so lange bis ich außer Sichtweite bin, verstecke mich und warte, bis das Auto von meinem Vater an mir vorbeifährt. Warum muss er den erst so spät los? Es ist schon halb 9. Ah endlich. Da is er ja. Mein Vater ist außer Sichtweite, und ich gehe wieder nach Hause. Ich geh sofort hoch in mein Zimmer und leg mich ins Bett schlafen. Bevor ich einschlafe, stelle ich mir aber noch ein Wecker auf 11 Uhr. Weiß ja auch schon, was ich anziehe, also brauch ich nicht lange. Mein Wecker klingelt und ich werde wach. Am liebsten würde ich weiter schlafen, aber ich muss mich frisch machen. Es dauert nicht lange und es ist schon halb 12. Heißt, dass ich losmuss, damit ich nicht zu spät komme. Ich schnapp mir meine Sachen und gehe aus dem Haus. Ich mache mir meine Kopfhörer in die Ohren, und gehe zum Kiosk. Komme an der Lipschitzallee an und hab ein Déjà-vu. Es ist genauso, wie beim ersten Mal, wo ich und Alex uns getroffen haben. Nur das ich zuerst da bin. Ich stelle mich neben den Kiosk und warte.
Ich träume vor mich hin, und bemerke dabei nicht, dass sich jemand neben mich stellt. Es ist Alex. „Hey Alex" „Hey, wie gehts dir?" „Ganz gut. Und dir?" „Ja mir auch. Gehen wir wieder Spazieren?" „Gerne" Jedes mal, wenn wir uns getroffen haben, sind wir immer spazieren gegangen. Wir machen uns auf den Weg. Den wir immer gehen. Wir unterhalten uns wie immer. Aber irgendwie ist es heute anders. Ich weiß nicht was, aber irgendwie ist der Vibe anders. Wir kommen an einer Kreuzung an. Ich bin gerade dabei denselben Weg zu gehen wie immer, als er mich am Arm zurückzieht und mich in die andere Richtung lenkt. „Wieso gehen wir hier lang? Wir gehen immer den anderen Weg?" „Mal etwas Neues ausprobieren. Ist doch langweilig immer denselben Weg zu gehen" „Ja, hast recht." antworte ich ihm.
Ich fühle mich total unwohl. Mein Bauch hat ein ganz komisches Gefühl. Irgendetwas ist nicht richtig. Irgendetwas wird passieren. Wir reden gerade nicht, seit dem wir den anderen Weg gehen. Kein einziges Wort. Er drängt mich plötzlich in eine Gasse. „Ey! Was soll das, Alex?!" „Sei ruhig! Du machst jetzt das, was ich sage! Und kein mugs! Verstanden?!" „Was? Warum?" „Denkst du ernsthaft, dass ich dich wegen deines Charakters mag? Ich will nur dein Geilen Körper mehr nicht!" „Was?" Mein Kopf kommt nicht hinterher. Er will nur meinen Körper? Er fässt mich an. Unter meinem Shirt fahren seine Hände lang. Er zieht mir mein Shirt über meinen Kopf, sodass ich nur noch oben herum im BH vor ihm stehe. Mir laufen Tränen aus den Augen. Ich kann nicht realisieren, dass das hier gerade echt passiert. Ich versuche zu schreien, aber es kommt kein Ton aus meiner Kehle. Er küsst meinen Hals entlang, runter zu meinem Schlüsselbein. Ich wehre mich mit aller Kraft, aber es bringt nichts. Ich bin zu schwach. Das einzige, was ich noch probieren kann, ist zu Schreien. Ein letztes Mal. Und es funktioniert, ich schreie um Hilfe. So laut es geht.
Aber kaum hab ich geschrien, hab ich eine Backpfeife bekommen. „Ich hab dir gesagt, du sollst leise sein! Du Schlampe!" Ich kann meine Tränen nicht noch weiter zurück halten. Ich kann nur noch auf ein Wunder hoffen. Er ist gerade dabei meine Hose zu öffnen als er von mir weg gezogen wird. Ich mache meine Augen auf. Ich hatte sie die ganze Zeit geschlossen. Ich konnte nicht dabei zu sehen. Ich sehe, wie Alex von jemanden verprügelt wird. Kann aber nicht erkennen, wer das ist. „WAS FÄLLT DIR EIN! SIE ANZUFASSEN! UND VERSUCHEN SIE ZU VERGEWALTIGEN", die Stimme kommt mir bekannt vor. Alex haut schnell ab. Sodass der Typ und ich alleine sind. Der Typ dreht sich um, mit meinem Shirt in der Hand.
Es ist Cem. Cem ist mein Retter. Ich kann nicht mehr und sacke zusammen und weine. Cem hockt sich neben mich. Er umarmt mich. Keiner sagt ein Wort. Wofür ich ihm echt dankbar bin.
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Sonne und Beton
Hayran KurguEs geht um ein Mädchen, dessen Vater im Gefängnis saß. Sie und ihre Mutter wohnten bis sie 7 war in Gropius. Im selben Wohnblock wie Lucas. Als sie 7 war, wurde ihr Vater aus dem Gefängnis entlassen und sie zogen weg. Zogen aber wieder zurück, weil...
