» Chapter Twenty-Four «

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Das Spiel neigte sich dem Ende zu, Nils Mannschaft hatte sich wieder den Sieg geholt. Keine Ahnung, was ich erwartet hatte, doch nicht, dass Clay einfach wieder verschwinden würde. Er hatte mich weder gegrüßt noch den Anschein gemacht, überhaupt auf mich zukommen zu wollen und genau deshalb wollte ich nicht herkommen.

Ich wartete auf Nils und wollte einfach so schnell wie möglich von hier verschwinden, doch natürlich würde das Gegenteil eintreffen. Denn Nils kam auf mich zugelaufen und sagte, dass ich mit ihm kommen müsste, um etwas zu unterschreiben. Irritiert folgte ich ihm und fragte mich, was ich unterschreiben sollte, da ich kein Familienangehöriger war.

Er zog mich an der Hand ins Gebäude bis hin zu seiner Umkleide. Direkt daneben befand sich ein Büro, in dem sich Clay befand, wie ich es durch die Fensterscheibe der Rollos erkennen konnte.
,,Das solltest du lieber mit deinem Bruder klären'' versuchte ich mich aus der Situation zu befreien, doch Nils sagte, dass nach mir gefragt wurde. Das alles kam mir etwas seltsam vor und irritierte mich immer mehr. Seufzend nickte ich ihm zu und betrat das Büro.

Clay stand mit dem Rücken zu mir und kramte auf dem Schreibtisch herum, doch er schien mich bemerkt zu haben und drehte sich mit verschränkten Armen zu mir um. Die Luft im Raum fühlte sich mit jeder Sekunde dicker und unerträglicher an. Wieso hatte er mich herbestellt?
,,Du weißt doch, dass ich nichts für Nils unterschreiben kann'' entfuhr es mir nun direkt. Er starrte mich weiterhin einfach nur an, ehe er etwas sagte.
,,Ich weiß, deshalb sollst du das für seinen Bruder mitnehmen. Heute hast du ihn anscheinend herbegleitet und die Unterschrift muss bis nächster Woche da sein'' er drehte sich um, griff nach einem Blatt und hielt es mir hin.

Ich nahm es entgegen, doch schaute es mir nicht einmal wirklich an. Mein Blick hing eher auf dem Boden. Es kränkte mich mehr als es sollte, es war einfach nicht aushaltbar.
,,Alles ok?'' hörte ich ihn fragen, woraufhin ich wieder zu ihm aufschaute. War das jetzt sein Ernst? Fragte er mich gerade wirklich, ob alles ok wäre? Sah ich denn so aus, als wäre alles ok? Bedeutete es ihm denn wirklich nichts mehr als ein One-Night-Stand?

Mein Mundwinkel zuckte, ich spürte das Blut in meinen Adern kochen und gleichzeitig, wie ich mich immer schlechter fühlte. Doch ich hatte gar kein Recht dazu sauer zu werden, es war einvernehmlich. Ich wollte es genauso sehr wie er in dem Moment und wie es aussah, war es auch einfach nur ein Moment. Wie konnte ich mich dermaßen selbst täuschen und auch nur ansatzweise glauben, dass es ihm auch mehr bedeutet hatte?

,,Alles ok'' antwortete ich trocken und verließ das Büro ohne ihm noch einen Blick zu würdigen. Ich musste meine Gefühle wieder unter Kontrolle bekommen, bevor ich mich noch zum Affen machen würde. Selbst wenn es bedeutete, dass die Dinge zwischen uns ihren alten Lauf wieder nahmen. Selbst das wäre noch immer besser gewesen als die jetzige Situation. Ich hätte einfach nie mit ihm schlafen sollen, geschweige ihn überhaupt in meine Nähe lassen, wie ich es zuvor auch nie getan hatte.

Nachdem ich Nils zu Hause wieder abgesetzt und Nick den Zettel überreicht hatte, machte ich mich mit einer bedrückenden Stimmung auf den Weg nach Hause. Meine Eltern bemerkten sofort, dass etwas nicht stimmte, doch das war mir egal. Gerade war mir einfach nur danach mich in meinem Bett zu verkriechen, so bescheuert das auch klang und war. Ganz egal wie sehr ich mich zum Affen machen würde, war nicht zu leugnen, wie sehr mich das Ganze wirklich traf. Ich wollte es nicht bereuen, doch nun tat ich es. Zu wissen, dass ich ihn in wenigen Stunden wiedersehen würde, machte die Sache auch nicht besser. Nachdem ich mich in mein Bett verkrochen hatte, schlief ich tatsächlich sogar ein, ohne es bemerkt zu haben.


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𝒮𝒽𝒾𝓃𝑒 𝒜𝓃𝒹 𝒮𝓅𝒶𝓇𝓀𝓁𝑒Where stories live. Discover now