Mein womöglich hunderter Seufzer ließ Nick nach einer Weile selbst seufzen, ehe er die Lampe auf seinem Schreibtisch anknipste und mich anschaute. Sein Blick verriet mir, dass er darauf wartete, dass ich ihm endlich sagte, was los war.
,,Es ist gleich ein Uhr Nachts und seit gefühlten zwei Stunden - nein, die ganze Woche schon, höre ich dich nur schnauben. Was ist los mit dir?'' Ich starrte ihn schweigend an. Was los mit mir war? Ich wusste es selbst nicht. Nachdem wir vor einer Woche von der Küste zurück nach Hause gefahren waren passierte nichts mehr und wahrscheinlich war auch das der Grund für mein Verhalten, weil nichts mehr passiert war - rein gar nichts.
Es war Freitagnacht, ich übernachtete bei Nick Zuhause und alles, was ich tat, war mich selbst zu bemitleiden. Was hatte ich denn aber auch gedacht? Hatte ich wirklich erwartet, wir wären nun irgendetwas nur, weil wir miteinander geschlafen hatten? Ich war selbst schuld. Ich hatte mich darauf eingelassen und wollte es selbst. Doch auch nur, weil ich eben dachte, dass irgendetwas wäre.
Aber nicht einmal eine Nachricht? Wirklich gar nichts? Ich hatte wirklich geglaubt, dass er mehr als nur das eine wollen würde. Aber genau das zu glauben war wohl auch mein Fehler. Ich hatte mich selbst hereingelegt und hätte es besser wissen müssen. Clay war ein Aufreißer...
,,Erde an Georgeee?'' hörte ich Nick sagen, wieder starrte ich ihn an. Er hatte ja keine Ahnung, was an dem Wochenende wirklich passiert war und ich traute mich selbst kaum es ihm zu erzählen. Dabei war er mein bester Freund. Ich würde jedoch noch den Verstand verlieren, wenn ich es weiter in mich herein fressen lassen und nicht darüber reden würde.
Vom Klappbett aus schaute ich ihn weiter an und spielte nervös mit meinen Händen umher. Wie sollte ich beginnen? Wo sollte ich beginnen?
,,Ich hatte Sex'' begann ich zunächst und diesen Part meinte ich nicht.
,,Was?'' kam es völlig verblüfft von ihm.
,,Wann? Wie? Wo? Mit wem?'' Würde er auch noch so aufgeregt klingen, wenn ich ihm sagen würde, dass es mit Clay gewesen war? Den ich zuvor nicht einmal in meiner Nähe haben wollte?
Doch ehe ich weitersprechen konnte, schien er das Puzzle selbst zusammenzufügen.
,,Warte...du verhältst dich schon so seit du wieder da bist und du hast weder irgendetwas erzählt noch ein Wort über Clay verloren...'' fing er an und musterte mich.
,,Sag mir nicht...nein, oder?'' sein Kinn hing ihm schon beinah zu Boden.
,,Das musst du mir jetzt erklären, wie ist das passiert?!'' Er klang tatsächlich noch aufgeregt, doch auch völlig verwirrt. Ich erzählte ihm in der Kurzfassung, was alles passiert war seit der in die Welt gesetzten Gerüchte von mir und es war nicht gerade wenig.
Völlig sprachlos starrte er mich nun an.
,,Ich kann nicht glauben, dass ihr beide Sex hattet...'' war dennoch das Erste, was er danach sagte.
,,Ich meine...ich dachte, du hasst ihn? Aber so wie es sich anhört wohl eher das Gegenteil.''
,,Was soll das denn jetzt bedeuten?'' fragte ich.
,,Bro, du bist total verschossen in den Typen'' sagte er.
,,Was? Wie kommst du auf so einen Mist?'' Er neigte seinen Kopf zur Seite und verdrehte leicht die Augen.
,,Du bist alleine die ganze Woche schon frustriert unterwegs, weil er sich nicht meldet. Du beschäftigst dich anscheinend durchgehend gedanklich mit ihm, sodass du nicht einmal schlafen kannst und nachdem ich alles weiß, kann ich dir versichern, dass du auf ihn stehst.''
,,Zudem hast du dich von ihm vögeln lassen...selbst wenn du einfach nur horny gewesen wärst, hättest du dich nicht ohne solche Gefühle dazu bringen lassen, just sayin'' grinste er, ehe er das Licht wieder ausknipste und sich hinlegte. Ich wollte ihm nicht das letzte Wort lassen, doch konnte auch nichts dagegen sagen, da er recht hatte.
,,Du solltest mit ihm darüber reden'' hörte ich ihn noch murmeln, ehe er in seinen Tiefschlaf verfiel.
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𝒮𝒽𝒾𝓃𝑒 𝒜𝓃𝒹 𝒮𝓅𝒶𝓇𝓀𝓁𝑒
FanfictionGeorges und Clays Verhältnis war von allem anderen als einem Leuchten geprägt und das war ihnen bewusst. Dennoch konnten sie die wöchentlichen Treffen jeweils beider Eltern nicht verhindern, denn diese waren von klein auf schon die besten Freunde. S...
