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Nova
„Das sieht ja aus wie..."
„Eine Massenaufbewahrungsstelle für viel zu reiche Leute." schlug Gino vor und lenkte den Wagen über den Weg an einem riesigen Springbrunnen und dem riesigen Eingangsbereich vorbei und parkte neben dem Hotel an einer kleineren Tür. Aber auch hier warteten bereits Angestellte auf uns, alle gekleidet in edle dunkelblaue Kleider und Anzüge mit kleinen Namensschildern an der Brust, Einige trugen sogar Handschuhe. Das hier war nicht zu vergleichen mit dem Evergreen. Mein Vater hat teilweise die neuen Gäste begrüßt und ich bin mit meinen Schwestern in Schlafanzügen durchs Haus gerannt.
Gino stieg aus und mir öffnete einer der Angestellten die Tür. Hinten stiegen Romeo und Gibby aus, während Gino Macy aus ihrem Kinder sitz hob und dann neben mich trat.
„Willkommen Mr Martinelli im Hotel Harmony. Darf ich ihr Gepäck hoch in die Zimmer bringen?"
„Ja. Aber warten sie noch kurz, da kommen noch zwei Autos von uns." Gino deutete die Auffahrt hinunter. In diesem Moment rollten Ajax Pick Up und Brix Sportwagen die Auffahrt entlang und hielten hinter Ginos Jeep.
„Was geht Rufus!" rief Ajax als er bei uns angekommen war.
„Mir geht es gut. Ich hoffe ihnen auch Mr Chambers. Sagte der Angestellte höflich.
„Bringt das ganze Gepäck einfach hoch und stellt es in irgendein Zimmer, wir sortieren es gleich selbst." Gino drückte Rufus seinen Autoschlüssel in die Hand und lief Richtung Tür.
„Ich lasse alle drei Autos auf den Parkplätzen der Familie Martinelli parken."
„Alles klar!" rief Gino und ging rein. Rufus sammelte auch Ajax und Brix Schlüssel ein und wir folgten Gino nach drin.
Der Gang durch den wir liefen war schlicht ausgestattet. Ich vermutete es war eher ein Eingang für die Angestellten und nicht für die Gäste. Nach einigen Metern betraten wir eine Art Eingangshalle und mir klappte der Mund auf. 5, 6 Meter hohe Decken, verzierte Säulen und auf Hochglanz polierter Boden. Die Möbel waren in beige Tönen gehalten und hier und da waren goldene und dunkel blaue Akzente gesetzt. Gino steuerte unsere Gruppe zu einer Empfangstheke aus dunkel blauen Stein. Eine Frau im dunkel blauen Kleid sah von ihrem Computer hoch und stand auf.
„Willkommen im Hotel Harmony Mr Martinelli. Wir haben zwei Familienzimmer und drei Doppelzimmer gebucht."
„Ja. Sie haben den gesamten rechten Flügel des 14 Stockwerks. Ich benötige aber trotzdem einmal alle Namen und wer in welchem der Zimmer schläft, um es in das System einzutragen."
„Na klar!" sagte Gino. „Das erste Familienzimmer belegen Giuliano Martinelli, Marceline Martinelli und Novalie Walters." er wartete bis die Angestellte alles eingetippt hat und uns drei Schlüsselkarten über den Tresen schob. „Das andere Familienzimmer belegen Ajax Chambers, Gabriel Gibson und..." Gino sah die anderen an.
„Romeo." sagte Gibby.
„Und Fabrizio Romeo." wieder wartete er. „Dann in einem Doppelzimmer Brixon Bishop und Efina Larson. Das zweite belegen Nathan Adams und Taehoon Kenjihoo. Und das dritte Lui Hawkins und Jasper Duncan."
„Okay. Hier geradeaus und da vorne rechts, dort sind die Fahrstühle. Ein Angestellter wird dort warten und sie nach oben begleiten.
Gino sagte am Fahrstuhl dem Angestellten Bescheid das er keine Begleitung will und wir fuhren hoch. Im Flur zwischen unseren Zimmern stand das Gepäck und jeder suchte sich sein Zeug raus und wir verschwanden in den Zimmern. Unser Zimmer wurde aufgeteilt in ein Wohnzimmer und zwei Schlafzimmer. Es schrie alles nach Geld und Reichtum hier drin.
„Macy du schläfst hier." Gino zeigte ihr eines der beiden Schlafzimmer.
„Und du Daddy?" hörte ich sie beunruhigt fragen.
„Ich schlaf da drüben. Wenn was ist kannst du einfach an der Tür klopfen und ich komme zu dir rüber. So wie zuhause okay?"
„Mhm."
„Soll ich deinen Koffer auf machen, dann kannst du schonmal deine Kuscheltiere ins Bett legen?"
„Ja!"
„Oh wow! Wie schwer ist der denn? Was hast du alles eingepackt?" Gino stöhnte laut auf, als er den kleinen Koffer anhob und in Macys Zimmer trug. Sie kicherte los.
„Daddy! Du hast den doch gepackt."
„Ach stimmt. Vielleicht ist der so schwer, weil wir SOO viele Tiere mitnehmen mussten. Ein Glück hat unsere Nachbarin Zeit um Nugget zu füttern, sonst hätten wir den hier auch noch rein quetschen müssen."
„Aber Nugget hat doch einen eigenen Tragekorb." kicherte Macy wieder.
„Na gut." gab Gino nach. „Räum deine Sachen aus und wenn du fertig bist suchen wir Onkel Sandro." Gino kam zurück ins Wohnzimmer hob mich im vorbei gehen hoch, als würde ich nichts wiegen und warf mich im anderen Zimmer aufs Bett.
„Was wird das?" fragte ich als er sich über mich beugte und mich küsste.
„Wir werden den ganzen Abend unter Beobachtung stehen und nachdem ich heute Nacht schon nicht viel bei dir sein konnte, nutze ich jetzt jede drei Minute." raunte er und küsste mich wieder. Ich habe zwar eigentlich heute Nacht bei ihm geschlafen, aber Macy hatte wohl andere Pläne und wollte partout nicht einschlafen, weshalb Gino den ganzen Abend bei ihr verbracht hat, um ihr vorzulesen und sie irgendwie zum schlafen zu bringen, bis er selbst dort eingeschlafen ist und erst gegen drei Uhr nachts zu mir ins Bett geschlichen war.
„Daddy ich bin fertig." erklang Macys Stimme und wir hörten ihre Schritte durch das Wohnzimmer in unsere Richtung kommen.
„Ja Macy!" als sie unser Zimmer erreichte, standen Gino und ich schon wieder auf eigenen Beinen und lächelten sie an. „Dann holen wir die Jungs und suchen Grandma und Sandro."
Macy flitzte los und während Gino noch die Tür hinter uns schloss, hatte Macy schon an alle Türen geklopft und die anderen kamen reihenweise aus ihren Zimmern.
„Erfolgt jetzt die Einweisung von Königin Isabelle Martinelli?" fragte Brix belustigt und Effie rammte ihm ihren Ellen in die Rippen.
„Ja!" antwortet Gino gequält. Gemeinsam fuhren wir wieder runter und Gino fürchte uns in einen kleinen Speisesaal, der etwas versteckt im hinteren Teil des Unteren Stockwerks lag. Er öffnete die Tür und wir befanden uns in einer Art Wintergarten. Die Wände waren aus Glas und viele Pflanzen und Blumen schmückten den Raum. Eine große Speisetafel stand in der Mitte.
„Giuliano." Ginos Mutter stand auf und begrüßte ihren Sohn mit einem angedeuteten Kuss auf jede Wange.
„Du hast die Snakes mitgebracht." ein Mann stand auf und trat neben Ginos Mutter, vermutlich war er Ginos Stiefvater. „Und zwei Frauen."
„Ja. Das ist Effie, Brix Freundin, ihr müsstet euch auf der Winter-Gala schon kennengelernt haben. Und Nova, meine... Freundin." Gino lächelte mich an und ich konnte es mir auch nicht verkneifen.
„Das ist neu." hörte ich einen der Jungs flüstern.
„Ich bin Henry, Ginos Vater." stellte er sich mir freundlich vor.
„Hey." sagte ich lächelnd.
„Wo ist meine kleine Macy?" Sandro, Ginos Bruder tauchte auf und Macy sprang ihm in den Arm. Ich habe ihn ja bereits kennengelernt, aber auch heute war ich wieder erstaunt, wie ähnlich die beiden sich waren. Die selbe markante Kieferlinie, die selben Augen, gleiche Nase. Nur das Sandro die etwas strengere Version von Gino war, mit tieferliegenden Augenbrauen und ohne das charmante Grinsen, was Gino so oft aufsetzte.
„Alessandro du hast mich gebeten mich zurück zu halten, damit du die... Männer einweisen kannst, also mach das bitte jetzt auch."
„Ja!" Sagte er mit einem geschäftlichen Tonfall. „Ihr habt das ja eigentlich schon letztes Jahr mitgemacht. Wir beginnen um 18 Uhr mit dem Empfang. Wir würden uns freuen wenn ihr vielleicht auch mit auf den Teppich für ein paar Fotos kommt. Ein Team Foto wäre klasse. Danach gehts zum Dinner und währenddessen werden die Reden gehalten von verschiedenen Organisationen die wir unterstützen wollen oder auch Athleten die durch solche Spenden unterstützt worden. Zudem haben sich einige Gruppen gemeldet die beispielsweise eine Turn oder Tanzaufführung machen. Gegen 21 Uhr gibt es hier im Wintergarten die Auktion."
„Und was kann man erwerben?" fragte Ajax.
„VIP Tickets für Sportevents, kostenlose Wochenenden in den unterschiedlichen Harmony Hotels, Kunstwerke von verschiedensten Künstlern unter anderem habe ich einige von Ginos Stücken mit rein genommen."
Ich sah zu Gino rüber der unseren Blicken aus wich und auf den Boden lächelte.
„Und ihr sollt euch einfach unter die Menschen mischen, ihnen zeigen, was aus den Kindern werden könnte, wenn sie gefördert werden und Zugang zu Sportangeboten bekommen. Labert die Leute einfach voll, das könnt ihr ja gut.
„Dir ist aber schon bewusst, dass glaube ich keiner von uns von euch oder ähnlichen Leuten gefördert wurde?"
„Ja! Ihr sollt ja nur als Sportler Präsenz zeigen, sodass eben nicht nur Geschäftsleute hier sind." erklärte Sandro. „Außerdem haben wir mit euch vielleicht Glück und Gino bleibt mal mehr als zwei Stunden auf einer unserer Veranstaltungen." er lächelte seinen Bruder an, der zeigte ihm nur den Mittelfinger.
„Macht eure Veranstaltungen Tagsüber, wo meine Tochter nicht schlafen muss, und ich kann länger bleiben."
„Ihr habt ein Familienzimmer, was bedeutet im Wohnzimmer kann jemand sitzen und aufpassen das nichts anfängt zu brennen, während Macy neben an schläft. Marys Freundin Melli würde das machen. UND du hast deine Kamera die ganze Zeit dabei."
„Und diese Melli sitzt freiwillig den ganzen Abend in irgendeinem Hotelzimmer und passt auf ein schlafendes Kind auf?" spottete Gino.
„Melli arbeitet in unserem IT Team und würde ansonsten in einem der Büros sitzen um aufzupassen, dass die Online Spenden funktionieren." antwortete Sandro und Gino brummte irgendwas unverständliches. „Das war's für euch schon. Gegen 14 Uhr reisen bereits die ersten Gäste an, daher würde ich euch empfehlen jetzt was zu essen, falls ihr was wollt. Danach wird es alles etwas voller."

That goddamn smile Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt