~Ich bin deine Dunkelheit~Band 3
------------------
Die Wahrheit über Sky's Vergangenheit kommt nach und nach ans Licht. Endlich erfährt sie, wer ihre Mutter wirklich war. Diese Erkenntnis hat jedoch Folgen, denn nun wird der jungen Frau bewusst, we...
Hoppla! Dieses Bild entspricht nicht unseren inhaltlichen Richtlinien. Um mit dem Veröffentlichen fortfahren zu können, entferne es bitte oder lade ein anderes Bild hoch.
„Nein!", rief Stenja.
„Jascha!", dröhnte Demjans Stimme.
„Du unterschreibst damit ihr Todesurteil!", sagte Kirill.
„Sie hat letzte Nacht, ohne mit der Wimper zu zucken auch mein Todesurteil unterzeichnet!", schrie ich die Russen an. Mein Blick landete erneut auf ihr. Ich beugte mich zu mir, sodass mein Atem ihre Haut streifte. Ihr vertrauter Duft stieg in meine Nase. In ihren Augen konnte ich pure Panik erkennen.
„Du willst Spielen, Baby?", raunte ich mit gefährlicher Stimme. „Dann lass uns spielen. Du bist das Vögelchen und ich der Jäger. Flieg, solange du kannst, aber lass dich nicht einfangen. Das nächste Mal breche ich dir nämlich beide Flügel und reiß dir sämtliche Federn aus!"
Sie schrak von meiner Stimme zurück und konnte nur fassungslos blinzeln. Tränen liefen ihr noch immer wie Bäche über die Wangen. All den Hass, den ich ihr gegenüber empfand, warf ich ihr wie Giftpfeile entgegen. Es schmerzte noch immer so unfassbar stark, aber ich würde mich von ihrer Verletzlichkeit nicht mehr täuschen lassen.
„Nate", hauchte sie tonlos. Etwas in mir wollte sich gegen den Hass wehren, als sie mich so voller Trauer ansah und mich beim Spitznamen nannte. Aber ein anderer Teil, ein wesentlich größerer, wollte sie vernichten. Ich machte einen Schritt nach vorne, doch schon stellte sich Stenja vor mich. Es war gut, dass er es tat, denn ich wusste nicht, ob ich mich noch lange beherrschen konnte.
„Du solltest dich ausruhen, Jascha", sagte er mit vorsichtiger Stimmlage. Jeder im Raum wusste, dass die Luft so aufgeladen war, dass nur ein falsches Wort reichte, um eine tödliche Explosion zu verursachen. Alles in mir war angespannt und meine Dämonen warteten nur darauf endlich ausbrechen zu können.
„Nenn mich nie wieder so!", grollte ich, löste mich von der Stelle und drehte mich herum. „Schafft sie hier endlich raus."
Mein Körper fühlte sich noch immer schlaff an. Kein Wunder, man musste mir im Krankenhaus mein verlorenes Blut mittels einer Blutspende zurückgeben. Die Kugel wurde aus der Schulter entfernt und die Wunde genäht. Die Schmerzmittel ließen allmählich nach, was eventuell meine schlechte Laune nur verstärkte.
Doch nichts und absolut niemand konnte die Wunde in meinem Herzen reparieren. Dieses klaffende Loch, dass mich leblos fühlen ließ. Sie hatte mein Vertrauen missbraucht, mich hintergangen, mich getäuscht und vor allem hatte sie mich gebrochen.
Ich ging wenige Schritte und spürte plötzlich Schwindel aufkommen. Allerdings hinderte es mich nicht daran, weiterzugehen. Ich musste weg. Ganz weit weg von ihr!
Warum auch immer, löste der Anblick etwas in mir aus. Ich hatte keine Ahnung, was das letzte Nacht war und vor allem, warum sie plötzlich wieder wie ausgewechselt war. Auf einmal war da wieder diese Anziehung und die Wärme. Ich konnte ihren Schmerz fühlen. Wobei, wahrscheinlich war es mein eigener Schmerz.