James Barnes war mit dem Konzept, dass sich Realität auf seltsame, unlogische Weise verbiegen konnte, ziemlich vertraut. Als beinahe hundertjähriger Super Soldier trug er viele Erinnerungen mit sich, die ihn bis heute begleiteten. Er hatte Dinge gesehen, die so verstörend waren, dass sie jede Halluzination rechtfertigten. Doch wenn ihn selbst die geisterhaften Gesichter seiner Vergangenheit nicht erschreckten – dann sollte es der Anblick ihres Lächelns tun.
Viele Dinge machten Bucky Angst. Es ergab Sinn: Wer so viel erlebt hatte wie er, war auf eine andere Weise wachsam. Aber was ihm wirklich den Atem raubte, war, wie sehr sie ihn berühren konnte – nicht nur körperlich, sondern in jeder Hinsicht. Er hatte nie gedacht, dass jemand wie sie überhaupt in sein Leben treten würde. Und schon gar nicht, dass sie bleiben würde.
Sie hatte nie versucht, ihn zu ändern. Sie war einfach da. Mit ihrer Ruhe, mit ihrer Wärme, mit einer Geduld, die ihn manchmal mehr bewegte als jedes Wort. Er fühlte sich lebendig, wenn sie bei ihm war – wirklich lebendig, nicht nur funktionierend. Sie war keine Rettung, keine Erlösung. Sie war einfach sie – und das war genug.
An diesem Morgen lag sie neben ihm in seinem Bett. Die Decke lag locker über beiden, der goldene Schein der Morgensonne tauchte den Raum in warmes Licht. Ihre Wimpern bewegten sich leicht, ihre Atmung war ruhig. Er liebte diesen Anblick – mehr als alles andere auf der Welt.
Seine Fingerspitzen, kühl und metallisch, berührten sanft ihre Hand. Ihre Haut war weich, echt, warm – ein starker Kontrast zu dem, was er glaubte zu sein. Seine Hand glitt ihren Arm entlang, legte sich an ihre Wange, als wolle er sich vergewissern, dass sie wirklich da war. Seine Daumen zogen leichte Kreise über ihre Haut.
Er hatte dieses Zimmer nicht zufällig gewählt – es war das einzige, das morgens so viel Licht abbekam. Er hatte es getan, weil sie im Sonnenlicht aussah wie aus einer anderen Welt. Für ihn war sie das auch. Ein Engel, den er sich nie verdient hatte, der aber trotzdem geblieben war.
Sie regte sich leicht unter der Decke, ihre Lippen öffneten sich zu einem kaum hörbaren Seufzen. Dann flüsterte sie: „Guten Morgen, Bucky."
Seine Stimme war rau vom Schweigen der Nacht. „Hab ich dich geweckt?"
Ein leises Kopfschütteln. Ihre Augen öffneten sich langsam, blinzelten gegen das Licht, dann suchten sie seinen Blick. Statt einer Antwort schmiegte sie sich gegen seine Hand, und in diesem Moment hatte Bucky das Gefühl, als würde etwas in ihm aufatmen.
Sie schob ihre Finger unter seine, drehte seine Hand so, dass die raue Metallfläche nach oben zeigte, und legte ihre Lippen sanft auf die Innenseite seines Handgelenks. Dann küsste sie jeden seiner Finger – mit einer Zärtlichkeit, die ihn gleichzeitig erschütterte und heilte.
Er erstarrte, sah sie an, als hätte sie gerade etwas Magisches getan. Vielleicht hatte sie das auch.
„Warum tust du das?", flüsterte er fragend.
„Weil ich dich liebe."
Ihre Worte trafen ihn wie ein Stromstoß – nicht weil sie neu waren, sondern weil sie sich so echt anfühlten. So vertraut. Und doch unmöglich.
„Ich liebe dich auch", sagte er. Leise. Fast atemlos.
Sie sah ihn an, ihr Lächeln breitete sich langsam aus wie ein Sonnenstrahl über ihr Gesicht. „Ich weiß."
„Du weißt es?"
„Natürlich." Ihre Stimme war weich, ihre Augen klar. „Ich spüre es. In allem, was du tust. In der Art, wie du mich ansiehst, wie du mich berührst. In dem, was du nicht sagst, aber fühlst."
Er sagte nichts. Er konnte nicht. Alles in ihm war still, erfüllt von ihr. Von ihrer Nähe, ihrem Atem, der seine Haut streifte, der Art, wie ihre Hand noch immer seine hielt, fest und doch sanft.
„Ich weiß nicht, was ich getan habe, um dich zu verdienen," murmelte er schließlich, seine Stirn gegen ihre lehnend.
Sie legte ihre Hand an seinen Nacken, zog ihn näher zu sich. „Du hast überlebt. Du bist geblieben. Und du hast mich hereingelassen. Das reicht."
Seine Lippen berührten ihre Stirn, dann ihre Schläfe, langsam, tastend. Er spürte, wie sie die Augen schloss, wie sich ihre Atmung vertiefte. Er küsste ihre Wange, dann ganz vorsichtig ihre Lippen – als würde er etwas Zerbrechliches halten, das ihm jeden Moment entgleiten könnte.
Aber sie entglitt ihm nicht. Sie zog ihn zu sich, ihre Arme um seinen Nacken, ihre Finger fuhren durch sein Haar. Der Kuss wurde tiefer, voller, verlangender, aber nicht fordernd. Er war ruhig. Ehrlich. Und als sie sich voneinander lösten, blieben ihre Stirnen aneinandergeschmiegt.
„Ich hab so lange auf diesen Moment gewartet," sagte sie leise.
„Ich auch," gab er zurück. „Ich hatte nur Angst, ihn zu zerstören."
„Tust du nicht. Du tust das Gegenteil."
Er lachte leise, ein kaum hörbares, raues Geräusch – und sie sah überrascht zu ihm auf. „Hast du gerade gelacht?"
Er nickte. „Ich glaub schon."
„Das will ich jeden Tag hören."
Er küsste sie erneut, dieses Mal länger, sicherer. Und während draußen der Tag begann, blieb die Zeit für ihn stehen. Ihre Hand war noch immer in seiner verschränkt, ihre Beine unter der Decke an seine geschmiegt. Es gab keinen anderen Ort, an dem er lieber gewesen wäre.
Denn der Himmel war nicht oben.
Der Himmel war genau hier – in ihren Armen.
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Marvel Oneshots
Cerita PendekHi Leuteeeee, ich schreibe Marvel Oneshots und ihr könnt mir gerne Ideen privat schicken. Hier gibt es: Tom Holland Peter Parker Tom Hiddleston Loki Laufeyson Pietro Maximoff Tony Stark Steve Rogers Bucky Barnes Clint Barton Wanda Maximoff Thor...
