Blinzelnd sah Aziraphael der Sonne entgegen...
Ja, so hatte er sich das vorgestellt.
Weißer Sandstrand, so weit er nur sehen konnte, und ein tiefes Blau, das in sanften Wellen an den Strand schwappte.
So ließ es sich aushalten.
Der Engel sah sich einen Moment lang um, dann auf die Uhr an seinem Handgelenk.
Vor etwa fünf Minuten hatten sie sich hier treffen wollen...
Nach einem kurzen Mittagsschlaf seinerseits hatte er sich angezogen und war eilig in Richtung der rauschenden Wellen und dem leisen Rascheln der trägen Palmenblätter gelaufen... hatte er doch die Befürchtung gehabt, sein Treffen mit dem hitzigen Dämonen zu verschlafen...
Nun ja, von Schlafen hatte nicht wirklich die Rede sein können... Ruhen traf es eher...
Waren seine Gedanken doch immer wieder zu einem Paar bernsteinfarbener Augen und einem Körper getriftet, der ihn wach gehalten hatte...
Suchend sah er sich um.
Der Strand schien fast leer zu sein und bis auf ein paar Menschen in der Ferne gänzlich unbesucht.
Die Sonne stand tief und tauchte das Wasser in ein goldenes Licht.
Dann richtete er seinen Blick auf die Wellen und das tiefe Blau.
Am Horizont konnte er eine Silhouette ausmachen.
Leicht gebräunter Teint... Sommersprossen, die sich über das Gesicht, die Schultern und den breiten Rücken zogen...
Besonders der Rücken weckte seine Aufmerksamkeit... konnte er doch fast nicht genug bekommen von dem Zusammenspiel der Muskeln und den langen, gleichmäßigen Bewegungen der Arme, die den Mann immer weiter in Richtung der blauen Wellen trugen.
Gekonnt stand eben jener auf dem schwarzen Board und nahm eine Welle nach der nächsten.
Die Hand ausgestreckt, streifte er das Wasser...
Aziraphael hielt nervös den Atem an... konnte er doch sehen, wie die nächste Welle den Mann ganz verschlang und nicht wieder preisgeben wollte.
Panik stieg in ihm auf.
Doch gerade als er selbst in das Wasser hechten wollte, um nach dem Mann zu sehen, wurde dieser auch schon wieder von der Welle „ausgespuckt".
Fasziniert sah der Engel auf das unruhige Meer und stieß erleichtert den Atem aus, von dem er nicht gewusst hatte, dass er ihn angehalten hatte.
Langsam kam der Rothaarige aus dem Wasser gewatet. Mit nassen Haaren und einem Grinsen auf den Lippen, das den Engel beinahe um den Verstand brachte.
Das schwarze Surfboard hatte er lässig unter den Arm geklemmt.
„Hallo, Engel", raunte dieser schelmisch und sah den Blonden lange an.
„Ich hatte schon gedacht, du kommst nicht mehr."
Der Rothaarige musterte den Blonden eingehend.
„Hattest du nicht vor, nur einen kurzen ‚Powernap' zu machen?"
Der Engel schnaubte und verschränkte die Arme vor der Brust.
„Hätte ich ja, aber du hast mich-... etwas hat mich wach gehalten...", eilig räusperte sich der Engel...
verdammt... nun hätte er sich fast verplappert...
Innerlich rollte er die Augen...
Wenn das so weiterging, dann könnte er ihm auch gleich sagen, dass er ihm seit Monaten schon nicht mehr aus dem Kopf ging und er deshalb immer wieder Probleme dabei hatte, in den Schlaf zu finden...
Schlief er wiederum, so war das Problem schon wieder ein ganz anderes... spielte sein Körper doch dann meist verrückt und ließ ihn beschämt in feuchten Laken und mit geröteten Wangen zurück...
„D- du surfst?" fragte Aziraphael schließlich mit zittriger Stimme und heißen Wangen, die förmlich zu glühen schienen.
Der Dämon runzelte die Stirn, zuckte dann jedoch mit den Schultern und zeigte mit dem Kopf in Richtung des blauen Wassers.
„Das Wasser bringt mich auf andere Gedanken... und stehe ich auf dem Board, so ist es, als würde ich wieder durch die Wolken gleiten... verstehst du?"
DU LIEST GERADE
Killer Queen
FanfictionWas passiert, wenn ein Dämon und ein Engel sich verbünden? Bricht Chaos aus? Die Liebe? Oder vielleicht doch etwas ganz anderes. Hier eine kleine ONS Sammlung von meinen Lieblings Husbands. Ein Nachfolger der 'Good old fashioned lover boy' Reihe...
