Nach dem Gespräch, aßen wir noch den Inhalt des Korbes auf. Als es schon dämmerte brachte Milo mich dann zu meinem Zimmer. Es war echt spaßig gewesen, aber der Prinz schien nach der Geschichte in Gedanken woanders zu sein. Vielleicht war es auch einfach unpassend von mir die Geschichte zu erzählen. Keine Ahnung. Am Morgen war ich jedenfalls noch wach, und als meine Zofen mich zum Frühstück wecken wollten, stand ich schon gewaschen und schön müde vor ihnen. Erstaunt waren sie schon, aber dann fragend sie mich über das Treffen aus, ich musste jedes Detail erwähnen und war ziemlich froh als sie mich zum Frühstück ließen. Im Essenssaal merkte ich als erstes die gemeinen, neidischen und saueren Blicke der anderen. Bis auf Bella musterten mich alle mit solchen Blicken, selbst Sarah und Maria, wobei Maria sich noch etwas zurückhielt. "Na, wie war dein Treffen mit dem Prinzen?",fragte Bella und schaute mich mit einem Ich-will-auch-die-schmutzigen-Details-wissen Blick an. Seufzend wiederholte ich das Gespräch mit meinen Zofen, da die königliche Familie nicht kam und wir ohne deren Anwesenheit nicht essen durften, plapperte mich Bella noch mehr voll als meine Zofen. Sie war viel gesprächiger als angenommen, ich war froh sie als Freundin oder besser gesagt als Verbündete zu haben. Auf Sarah und Maria konnte ich mich offensichtlich nicht ganz so verlassen. Als ich schon dachte, es würde ewig mit Bellas Fragerei weitergehen, kamen endlich die königliche Familie und wir verneigten uns. Das Mittagessen, Hähnchen mit Curryreis, wurde serviert während unangenehmes schweigen herrschte. Die Königin versuchte einige Male ein Gespräch zu beginnen, aber nur der König machte mit, sodass es jedesmal wieder still wurde. Der Prinz schien einfach nur zu essen und alle andren musterten mich mit bösen Blicken. Am liebsten würde ich ihnen sagen, dass ich nichts vom Prinzen will, aber dann könnte ich auch direkt gehen. Nach dem Essen gingen Bella und ich in ihr Zimmer, ihre Zofen besorgten uns Süßes und wir unterhielten uns über alles mögliche. Als das Süße dann leer wurde, streiften wir gelangweilt durch das Schloss, wir untersuchten einige Räume, einen Salon, ein Musikzimmer und schließlich fanden wir eine Bibliothek. Die Bücher türmten sich bis an die Decke, der Schöne Büchergeruch war überall. Natürlich teilten wir uns auf, jede suchte sich ein Buch. Ich streifte durch die Gänge, es war echt beruhigend zwischen den Büchern. Doch aufeinmal stach mir ein Buch ins Auge:'Romeo&Juliet'. Sofort eilte ich zum Buch und griff danach, doch eine Sekunde bevor ich es hatte, wurde es rausgenommen. Verwundert schaute ich durch die entstandene Lücke zwischen den Büchern:"Prinz Milo? Was macht Ihr den hier?",fragte ich. "In Anbetracht dessen, dass das Schloss mir gehört, denke ich darf ich hier sein.",gab er verwirrt von sich. Offenbar hatte er nicht mit mir gerechnet. "Warum nehmt Ihr euch Romeo&Juliet? Ich hab Euch die Geschichte doch schon erzählt.",sagte ich und deutete auf das Buch in seiner Hand. "Bevor wir das Gespräch hier weiterführen, komme ich lieber zu Ihnen rüber.",kaum hatte er dies gesagt, war er weg und kurz Zeit später hinter mir:"Nun sagt Ihr mir jetzt warum Ihr das Buch lesen wollt?",fragte ich leicht ungeduldig. "Ich will nicht lügen, deswegen muss ich sagen, dass die Geschichte mir nicht aus dem Kopf geht. Wisst Ihr, mir hat man immer erzählt das es keine alten Geschichten mehr gibt, deswegen hatte ich auch gedacht Ihr hättet Euch die Geschichte ausgedacht um mich zu verführen, aber kaum stöbere ich durch die Bibliothek, tada, Romeo&Juliet!",erklärte er während ich erst schockiert blickte, dann jedoch anfing loazulachen. "Ich wollte Euch beim besten Willen nicht verführen! Gott allein die Vorstellung!",rief ich und schüttelte mich angeekelt. Obwohl der Prinz oben ohne bestimmt nicht schlecht aussah. Bei diesem Gedanken ohrfeigte ich mir verbal selbst eine. "Es wär hätte auch nichts gebracht. Ich verführen lieber selbst... ",flüsterte er und kam gefährlich nah. Nervös wich ich zurück und fühlte mich schon fast wie in einem dieser Liebesschmöcker. Doch bevor er mir noch näher kommen kannte, rannte Bella aufgebracht um die Ecke:"Claaaaraa! Du musst dir den Klappentext von diesem Buch duechlesen, es ist einfach-",erschrocken musterte sie uns. Für sie musste es so aussehen als ob wir uns jeden Moment geküsst hätten! "Unglaublich!",flüsterte sie. Ohh nein, sie dachte wirklich, dass wir uns küssen wollten. "Ja, ähmm dann zeig mal her.",sagte ich peinlich berührt und wich von dem Prinzen zurück zu Bella. "Tschüss Prinz Milo!",rief Bella über ihre Schulter als ich sie wegzerrte. Ich zog sie aus der Bibliothek hinaus, kaum standen wir vor der Tür fing es an:"Wolltet ihr euch küssen?",fragte sie forsch. "Nein wollten wir nicht. Du hast doch schon gemerkt das der Prinz etwas eigen ist; er wollte mich nur ärgern!",erklärte ich aber ihr zweifelnder Blick ging nicht weg. "Nagut. Ich will mich da jetzt auch nicht einmischen, also du kannst machen was du willst, und ab jetzt werd ich immer an deiner Tür klopfen, wenn ich denke das du alleine bist!",versprach sie. Ungläubig schüttelte ich den Kopf:"Bella! Glaub mir ich werd ganz sicher nichts in der Art mit dem Prinzen machen! Bah, allein die Vorstellung! Deute sowas niemals mehr an!",befahl ich und schüttelte angeekelt meinen Kopf. "Und was ist das für ein Buch?",fragte ich um die Stimmung aufzulockern und deutete auf das Buch in ihrer Hand. "Ach nur so ne Liebesschnulze. Da passieren so Sachen wie das was du und der Prinz grade 'nicht' machen wollten.",meinte sie und betonte das nicht besonders.
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FanfictionClara und ihre Familie sind 4er. Sie sind nicht sehr arm, eher reich. Sie wohnen in einem grossem Haus, und weder sie noch ihr Bruder müssen arbeiten. Sie beide drücken die Schulbank um studieren zu können und Lehrer zu werden. Doch Clara will mehr...
