In einer Welt in der es nur ums nackte Überleben geht, in der es heißt friss oder werde gefressen, in dieser Welt hat sie überlebt. Als Alexandra Grimes ihre Familie zurücklassen musste dachte sie nie, dass sie ihren Bruder jemals wieder sehen würde...
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Das Dröhnen von Motoren drang an meine Ohren und jetzt schloss ich doch kurz die Augen um meine Gedanken und Gefühle ordnen zu können. Angst und Panik kämpften um den ersten Platz und ich musste alle Kraft aufwenden um diese Gefühle hinter einer Maske aus Gleichgültigkeit verstecken zu können.
Wenn ich heute sterben sollte, dann sicher nicht wimmend und ängstlich. Ich würde nicht betteln und weinen. Diese Genugtuung würde ich Negan nicht geben.
Die Zeit verging und das Motorengeheul wurde immer lauter. Mein Herz raste und schnürte mir die Kehle zu. Schluckend setzte ich mich auf und sah auf die Straße. Die Savoirs kamen immer näher. Seufzend schlang ich meine Arme um meinen zitternden Körper und zog meine Beine an. Das stöhnen der Beißer nahm ich schon fast nicht mehr wahr. Das einzige Geräusch das mich interessierte waren die herannahenden Autos.
In rasendem Tempo fuhren sie auf die Kreuzung und hielten schlitternd in einer Reihe, einige Meter von der Herde die mich umzingelte, an. Ich blieb still und sah nur auf den einen Wagen aus dem nun Negan ausstieg. In seiner schwarzen Lederjacke, der grauen Jeans und seinem festen Gang wirkte er wie immer präsent und gefährlich. Wie ein Anführer.
Lucille in seiner Hand, fröhlich hin und herschwingend, grinste er und kam auf mich zu. Angst war nun wirklich nicht mehr der treffende Begriff meines Gemütszustandes. Es war eher so etwas wie Akzeptanz. Dieses Lächeln war der Beweis dass ich heute sterben würde. Shit Happens.
Negan legt Lucille über seine rechte Schulter und Pfiff eine mir unbekannte Melodie während er auf mich zu schlenderte, natürlich mit genügend Abstand zu den Beißern, stehen blieb.
„Na, wen haben wir denn da?"
Ich biss angestrengt meine Kiefer aufeinander und schluckte die Beschimpfungen hinunter, die mir auf der Zunge lagen.
Seine Augen glänzten und auch von hier aus konnte ich sehen, dass sie Blutunterlaufen waren. Genugtuung breitete sich in mir aus, wenn ich daran dachte, dass es ihm genauso scheiße gehen musste wie mir. Er musste vor wenigen Stunden erst wachgeworden sein.
Hoffentlich hatte er auch gekotzt, dachte ich bitter und schlug mir mental gegen die Stirn, bei diesem kindischen Gedanken. Obwohl ich mir bei der Vorstellung an einen verkaterten Negan ein Schmunzeln verkneifen musste.
Negan lächelte immer noch dieses abgefuckte Lächeln und sah kurz über die Herde, bis er wieder mich fixierte.
„Bist ja nicht weit gekommen, Liebes."
Lachen erklang über das Gelände und vermischte sich mit den Lauten der Beißer. Die Savoirs amüsierten sich köstlich. Vergessen war, dass ich vielen von ihnen den Arsch gerettet hatte. Miese Wixer.
Ich sah Negan fest in die Augen und wartete das er weiter sprach. Alles was aus meinem Mund kommen würde, wären wüste Beschimpfungen und das war in dieser Situation kontraproduktiv.