In einer Welt in der es nur ums nackte Überleben geht, in der es heißt friss oder werde gefressen, in dieser Welt hat sie überlebt. Als Alexandra Grimes ihre Familie zurücklassen musste dachte sie nie, dass sie ihren Bruder jemals wieder sehen würde...
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„Das Schicksal ist wie ein hungriger Wolf. Manchmal hört man ihn jaulen, manchmal sieht man ihn, doch meist schlägt er aus dem Hinterhalt zu."
Gildamere, Autor
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Donnie und Paula waren vor ein paar Tagen zusammen mit Molly und Michelle zum Kraftwerk aufgebrochen. Die anderen hatten wohl Craig aus Hilltop entführt und wollten ihn als Druckmittel benutzen. Ich hatte nur am Rande mitbekommen das Hilltops Vorräte diesmal nicht genug waren und jetzt forderte Negan Gregorys Kopf. Eine logische Schlussfolgerung.
Ich hatte Negan angeboten mit Gregory zureden, als ehemalige Bewohnerin von Hilltop hörte er vielleicht auf mich. Jedoch wollte mich Negan nicht mal das Tor passieren lassen. Als würde ich flüchten... Ich wusste was passiert wenn man abhaut und geschnappt wird.
Dwights Schreie verfolgten mich jede Nacht und sein Gesicht ließ einem das auch nicht so schnell vergessen. Er wollte fliehen mit Sherry. Mit etwas das Negan gehörte. Niemand betrog Negan. Das war die oberste Regel.
Der Asphalt knirschte unter meinen festen Stiefeln und ich ging zielstrebig auf die Gruppe Menschen zu in deren Mitte Negan stand und den Erzählungen und Spekulationen zuhörte. Über seine rechte Schulter gelehnt thronte Lucille.
Als hätte er mein herannahen gespürt ruckte sein Kopf in meine Richtung und seine volle Aufmerksamkeit richtete sich auf mich. Ein Lächeln schlich sich auf sein Gesicht als wären wir alte Freunde, die sich ewig nicht gesehen hatten und er freue sich auf die Wiedervereinigung. Ich hätte das Lächeln erwidert, wenn ich nicht wüsste welches Monster hinter diesem Mann lauerte.
„Alexandra. Haben wir dich geweckt?", seine Stimme war angenehm männlich und gleichzeitig wie schwarzer Samt. Ein Schauer jagte mein Rückgrat hinunter und ließ mich zittern. Selbst wenn er dir dein Todesurteil ins Gesicht schrie, hatte sie immer diese samtene Note.
Die Frage war nicht ernst gemeint. Er wusste das ich nie länger als drei Stunden Schlaf bekam, sind wir uns doch nachts wenn Negan keine Verpflichtungen nachging, auf dem Gang begegnet. Wir redeten dann immer... fast freundschaftlich. Man könnte es als normale Konversation bezeichnen und genau das war das erschreckende. Negan wusste wie man die Menschen dazu brachte, das zutun was er wollte. Und Negan bekam immer das was er begehrte. Das war Gesetz, genau wie die neue Weltordnung.
Ich schenkte ihm ein leicht sarkastisches Lächeln, das einzige was er von mir überhaupt bekam, und antwortete gelangweilt: „Ich war schon wach. Allerdings hab ich mich gefragt was dieser Aufruhr soll? Sind Paula und die anderen noch nicht zurück?"
Ich sah in die Runde und tatsächlich fehlte noch immer jede Spur von Paula und Michelle. Das war nicht gut. Sie wollten nur einen Kontrollgang durch das Kraftwerk machen um sicherzugehen das diese bescheuerte Geiselnahme nicht schief ging. Jedes Leben war kostbar. Das war jedenfalls Paulas und auch meine Meinung. Warum Blutvergießen, wenn man es auch umgehen kann.