20.KAPITEL (PREMIERE)
Ein quietschendes Geräusch riss mich aus meinem Halbschlaf.
Blinzelnd erkannte ich, dass es schon wieder mitten in der Nacht war – wieso konnte ich nicht normal schlafen?
Vielleicht wegen dem großen Durst, welchen ich verspürte?
Meine Kehle fühlte sich seltsam rau an, also befreite ich mich schweren Herzens von der warmen Bettdecke – die kalte Luft vertrieb meine Müdigkeit vollkommen.
Mit schlurfenden Schritten machte ich mich auf den Weg zur Küche – quer durch den Store, vorbei am Food Sale und in den Around the world.
Mickey hatte die Gläser in das oberste Regal gestellt, sodass ich mir einen Stuhl holen musste, um überhaupt hinauf gelangen zu können.
Manchmal war meine Größe eben denkbar unpraktisch.
Aber solange es nichts Schlimmeres war, konnte ich damit leben.
Auf der Kücheninsel fand ich eine Mineralwasserflasche, die allerdings schon die Zimmertemperatur erreicht hatte.
Seufzend öffnete ich die Kühlschranktür – und stutze augenblicklich.
Verwundert rieb ich mir dir Augen, aber die Gesamtsituation wurde auch auf den zweiten Blick nicht besser.
Der Schrank war nämlich nur halbvoll – und das war in der Zeit, die ich nun schon hier verbrachte, noch nie –kein einziges Mal- vorgekommen.
Denn 1.) war Lukey so gut wie immer hungrig und 2.) kam Niall ziemlich oft zu Besuch. Waren das nicht ausschlaggebende Punkte?
Eine Stimme, die definitiv nicht aus meinen Gedanken stammte, ließ mich aufschrecken.
>>Snow? Was machst du? <<
Mickeys blauer Haarschopf erschien in der Küche.
Er trug ein babyblaues T-Shirt und eine grau-weiße Boxershort, die blauen Haare standen ihm wirr vom Kopf ab.
Michael setzte sich zu dem Tisch und als ich mich zu ihm begab, bemerkte ich seine schwarzen Augenringe.
>>Ich hatte Durst. Weshalb bist du da, Mickey? <<
Eigentlich hätte ich damit gerechnet, dass er etwas essen wollte oder auch trinken – die Antwort die er mir stattdessen gab, ließ mich augenblicklich erröten.
>>Cal und Ali haben Spaß. Zu lauten Spaß. << grummelte er.
Mit geweiteten Augen sah ich ihn an, meine Wangen brannten förmlich und ich fing an zu stottern.
>>A-Aber Mickey! D-Das kannst du doch nicht s-so sagen! <<
Warum war mir das so unglaublich peinlich?
Auch Michael schien aufgefallen zu sein, das man über dieses Thema nicht reden sollte, wenn ich dabei war.
>>Uhm… sie erleben „Schlaflose Nächte Runde 3“? <<
Das war auch nicht gerade das, was ich hören wollte.
So ins Detail gehen musste er nun wirklich nicht.
>>V-Vergiss es, Michael… <<
Tiefrot starrte ich auf mein Wasserglas, eine peinliche Stille breitete sich auf dem Tisch aus.
Dadurch fiel mir auf, dass der Wasserhahn tropfte – das leise Platschen erklang sekündlich.
Hatte er schon immer getropft?
Ich hielt das Schweigen nur schwer aus, doch gerade als ich zu einer Frage ansetzten wollte, kam Mickey mir zuvor.
>>Was machst du morgen, Snow? <<
Überrascht hob ich den Kopf, um direkt in seine blaugrauen Augen schauen zu können.
>>I-Ich … uhm, ich weiß es nicht <<
Michaels Grinsen wurde breiter und er strahlte mich regelrecht an.
>>Uh, ich weiß aber! Du kommst morgen mit ins Hallenbad – damit Ash und ich auch ein Mädchen haben <<
Ins Schwimmbad?! Oh nein!
>>Äh… Ihr habt doch Luke <<
Der Satz rutschte mir ungewollt von den Lippen und als ich realisierte, was genau ich da sagte, schlug ich mir erschrocken die Hand vor den Mund.
Der Australier stutze einen Augenblick lang – dann verstand er offenbar, was ich gerade gemeint hatte.
Und was soll ich sagen?
Er bekam sich kaum noch ein vor Lachen.
Er lachte und lachte und lachte und irgendwann musste ich sogar mitlachen.
Was waren wir nur für ein seltsamer Verein?
Es war noch nicht einmal besonders lustig gewesen, geschweige denn respektvoll.
Und warum konnte ich nicht aufhören zu lachen?
>>D-Den muss ich mir merken, ich hätte niemals von dir gedacht, dass du sowas sagen kannst <<
Der Blauhaarige wischte sich eine Lachträne aus dem Augenwinkel und grinste mich an.
Dann stand er auf und zwinkerte mir zu.
>>Also, du kommst morgen auf jeden Fall mit! <<
Und bevor ich wiedersprechen konnte, zog er mich hoch und beförderte mich in den Golden Turtle.
Ich wollte ihm gerade eine Gute Nacht wünschen, als ich bemerkte, dass er immer noch im Gang stand – offensichtlich kratzte er sich ziemlich unbehaglich am Hinterkopf.
>>Kann ich bei dir schlafen? Bitte! Ich will Runde 4 nicht auch noch mi- <<
Bevor er aussprechen konnte, nickte ich hastig und beförderte ihn mit roten Wangen in mein Zimmer, indem immer noch ein altes Klappbett stand.
Erleichtert seufzend schmiss sich Mickey auf die Matratze, woraufhin der Lattenrost quietschte.
Ich stand am Anfang etwas verlegen im Zimmer herum, dann fiel mir ein, dass ich ja auch mit Luke in einem Bett geschlafen hatte – also wäre Michael auch kein großer Unterschied; Bruder gegen Onkel.
Schüchtern legte ich mich auf eine Betthälfte, doch der Australier brummte nur und zog mich näher an sich.
Leicht lächelnd schloss ich die Augen – wie es morgen weiter gehen sollte, wusste ich noch nicht.
|#^-^#| Mutter :D
>>Was wird das Mickey?! <<
>>Was denn? <<
>>Du weißt genau, was ich meine! <<
>>Hmm… nee… Lass mich schlafen, du bist doch sonst auch nicht so früh munter, Luke! <<
Etwas zog mich näher an einen warmen Körper.
>>D-Du kannst dich doch nicht einfach so zu Snowflake legen! Das Bett ist doch viel zu klein! <<
>>Na und? Kuscheln wir halt ein bisschen, ist doch nichts dabei! <<
Eine wütende Stimme unterbrach Michael.
>>Doch ist eben schon! Sie ist meine Traveller! Das Possessivpronomen steht nicht umsonst davor! <<
>>Luke, chill deine Basis! Snow ist kein Tier, das du betiteln kannst. Was regst du dich denn überhaupt so auf? <<
Ich wollte, dass es wieder ruhig wurde. Also kuschelte ich mich aus Trotz an Michael – schön warm.
>>Siehst du? Sie mag es auch! <<
Man hörte ein Aufschnaufen, dann stapfte etwas laut davon.
Kurze Zeit war es still, ich spürte gerade, wie ich wieder in den Halbschlaf zurückglitt, als plötzlich etwas gewaltig krachte.
Sofort saß ich senkrecht im Bett, die Türe war zugeknallt worden.
Was war denn bitte los?
Fragend sah ich zu Michael, der sich verärgert über die Augen fuhr.
Für mich brachte er trotzdem ein Lächeln zustande.
>>Morgen, Snowflake <<
|§^-^§|
Das Frühstück war von Ash schon vorbereitet worden – notgedrungen hatte Cal auch mitgeholfen, Ali hatte sich bedienen lassen.
Als ich in die Küche trat, war meine Mum aka Ashton schon fleißig am Spiegeleier braten, Calum saß am Tisch und sah ziemlich übermüdet aus – Alina ging es nicht wirklich besser,
Michael drückte einmal wieder fleißig die Kaffeemaschinenknöpfe und Lukey saß auf seinem Stammplatz in der Ecke – er sah ziemlich beleidigt aus.
>>Moin, Baby Irwin! <<
Der Mützenträger wirbelte herum und strahlte mich breit an.
>>Ich habe gehört, du leistest mir und Mickey Gesellschaft? <<
Mickey bejahte von der Kaffeemaschine aus euphorisch – nur ich wusste nicht, wie ich es ihnen beibringen sollte.
Ashton grinste breit und legte mir einen Arm um die Schulter.
>>Sehr gut, du hast doch einen Bikini? <<
Eifrig schüttelte ich den Kopf – es wäre die perfekte Gelegenheit für mich, das Hallenbad zu schwänzen.
>>Nein, ich habe keinen Ash. Ist egal, ich bleibe einfa- <<
>>Nichts da! Ich bin mir zu hundert Prozent sicher, dass Pezz dir einen Bikini borgt! <<
Ich starrte ihn misstrauisch an.
>>Pezz kommt mit? <<
Calum lachte leicht.
>>Klar, was hast du denn gedacht? Es kommen Dani, Sophia, Perrie, Niall, Liam und Zayn. Bitte Snow! Sei Mickeys und Ashs Begleitung – sogar Lukey hat jemanden <<
L-Luke hatte jemanden?
Wen denn?
Anscheinend konnte man mir meine Verwirrung ansehen, denn Alina kicherte los.
>>Eine gewisse Megan, ich bin schon sehr gespannt auf sie! <<
Oh.
Megan.
Ich setzte ein Lächeln auf und nickte Luke zu, der spöttisch eine Augenbraue hochzog.
>>Beachte ihn einfach nicht, er ist immer noch beleidigt, weil Mickey bei dir geschlafen hat <<
Verblüfft sah ich zwischen Luke und Michael hin und her.
Bevor aber irgendjemand etwas darauf erwidern konnte, wurde die Stille unterbrochen.
>>Bin ich nicht! << fauchte Luke zornig, knallte seine Tasse auf den Tisch und verschwand aus der Küche.
Calum sah ihm nach und flüsterte leise: >>Ist er doch <<
|§^-^§|
Perrie hatte mir tatsächlich einen Bikini geborgt – zu meiner großen Verwunderung und leider auch Problem – und nun waren wir gerade im Schwimmbad angekommen.
Ashton bezahlte, Alina und Calum knutschten, Luke unterhielt sich mit Megan (die mich ignorierte, genau wie er), Sophia und Danielle unterhielten sich mit Zayn, Liam spielte Handy und Niall stand mit mir und Perrie neben der künstlichen Palme und beobachtete interessiert, wie Pezz mir zu erklären versuchte, dass mir die Farbe des Badezeugs ausgezeichnet stehen würde.
>>Oh doch! Dir steht der sicher per-fect! <<
Ich verstand es nicht, aber Niall fing an zu kichern und sagte: >>Cute as a button, every single one of you << woraufhin Pezz auch lachen musste.
>>HEY! HORAN FLIRTE NICHT MIT MEINER FREUNDIN! << brüllte Zayn vom anderen Ende der Halle herüber.
Niall lachte, streckte beide Daumen in die Höhe.
>>ICH FLIRTE MIT SNOWFLAKE! <<
Wie auf Kommando drehten sich Luke und Ashton zu uns um, meine Wangen wurden rot.
Ashton runzelte die Stirn, Luke sah etwas … verunsichert aus.
>>FINGER WEG VON BABY IRWIN! << kreischte Ash dann schließlich.
Luke nickte heftig.
>>MIT WEM SOLL ICH DANN FLIRTEN?! <<
Sophia lachte.
>>Mit deinem Snickers! <<
Die Jungs lachten, Niall schmollte und aß aus Trotz die Süßigkeit auf.
Wenig später gingen wir zu den Umkleiden, wo Louis und Calum sich in den Spinden versteckten – mit Mickeys Handy.
Das würde definitiv interessant werden mit den Jungs – ein Problem blieb aber.
Wie sollte ich ihnen nur beibringen, dass ich nicht schwimmen kann?

DU LIEST GERADE
Lukeys Snowflake
RomanceIn einem Zugwaggon der dritten Klasse begegnet man für gewöhnlich keinen Popstars - auch wenn sie noch nicht wirklich bekannt sind. Und nein, es ist nicht die Rede von One Direction, vielmehr von 5 Seconds of Summer. Was passiert also, wenn man das...