Der Freitag kam meiner Meinung nach viel zu schnell. Pünktlich klingelte es an der Tür, doch weder Florian noch Amy stand vor dieser. Es war ein mir unbekannter Junge, der sich mir als Elias vorstellte. Ich hatte Florian bis jetzt noch nicht gefragt, wie viele Mitglieder seine Gang hatte. Jetzt wurde mir aber bewusst, dass es mehr als nur die fünf waren, mit denen ich immer meine Freizeit verbrachte.
Ich hatte Angst vor diesem Elias. Ich kannte ihn nicht und konnte ihn deswegen sehr schlecht einschätzen. Ich hatte ja selbst von Florian geglaubt, dass er mir nie etwas antun würde, doch dem war nicht so. Florian hatte mich, ohne mit der Wimper zu zucken, ins Gesicht geschlagen. Tränen stiegen mir wieder in die Augen bei diesem Gedanken. Was war nur mit ihm los gewesen? So kannte ich Flo überhaupt nicht! Da stellte ich mir auch schon die nächste Frage. Kannte ich Florian überhaupt?
"Ich tippe mal auf deinen Freund." Elias deutete auf meine Wange. Sie war von dem Schlag etwas geschwollen und blau angelaufen. "Das geht dich gar nichts an!", blockte ich ab. "Das wird Tom aber gar nicht gefallen!", murmelte er zu sich selbst, als wir die Wohnung verließen. Ich blieb stehen und guckte ihn erschrocken an. "Was?", fragte ich noch einmal nach, weil mir Elias keine Antwort geben wollte. "Warum interessierst du dich für Tom?", hakte ich noch einmal nach, da er mir einfach keine Antwort geben wollte. "Sagen wir es mal so..." Elias guckte mir einmal kurz in die Augen und setzte sich wieder in Bewegung. Ich folgte ihm. "Tom hat überall seine Augen!" "Du bist ein Spion von Tom?", fragte ich verblüfft, denn damit hätte ich nicht gerechnet. Elias grinste nur. Dann sagte er "Wir sind gut befreundet!" Irre,dachte ich mir.
Wir liefen die Treppen zur U-Bahn Station hinunter. Dann stiegen wir in eine der Züge ein. Ich konnte nicht erkennen wo wir hinfuhren. Wir beide setzten uns auf zwei freie Stühle. Elias begann wieder zu sprechen. "Aber sag es niemanden, denn dann bin nicht nur ich, sondern auch Tom geliefert. Und ich möchte nicht, dass es mir so ergeht, wie Andi!" Ich wurde langsam neugierig. "Wieso, was war denn mit ihm?" Elias guckte mich immer noch an. "Tom hat dich gesehen, als er Andis Strafe eingesteckt hat!", sagte er nun leise, weil gerade noch andere Personen unseren Wagon betraten. "Ich weiß", sagte ich nur. "Andi war Toms zweiter Spion, doch leider ist es irgendwie heraus gekommen. Jeder unserer Gangs hat eine andere Art diese Bestrafung zu machen. In Flos Gang sind es ja, wie du weißt, Schläge." Er machte eine Pause. "Der Anführer der Gang muss dann entscheiden wer diese Strafe einstecken soll. Florian würde sich nie die Finger dreckig machen. Er lässt immer den bestrafen, der es verbockt hat!" Jetzt ging mir ein Licht auf. "Also deswegen hat er Amy bestrafen lassen, weil sie damals in der Gasse das Graffiti gesprayt hatte?", fragte ich noch einmal nach. "Genau. Tom setzt sich für seine Mitglieder ein. Er hat die Strafe von Andi übernommen." Das ist echt tapfer! "Bedeutet das, dass Andi gar keine Strafe bekommen hat?",fragte ich, denn wenn Tom alle Strafen einstecken würde, dann würden seine anderen Mitglieder ja nie bestraft werden. "Doch, er hat eine Strafe bekommen, jedoch nicht so eine harte. Bei Spionage gibt es in Florians Gang ganze dreißig Schläge. Bei Sachbeschädigung aber nur zehn!", gab Elias leise von sich. "Tom hat ein Graffiti gesprüht, das ist Flo natürlich nicht unentdeckt geblieben. Das war ja auch Toms Absicht. Er hat das Graffiti dort hingesprüht, wo er sicher sein konnte, dass Flo es sieht!" "Bei mir ins Zimmer!?" Ich war verblüfft und verärgert zugleich. "Genau. Doch nicht Tom hat die zehn Schläge eingesteckt, sondern Andi!" "Das heißt, sie tauschen einfach nur die Strafen?" Elias nickte.
"Komm, wir müssen hier raus!" Er zog mich am Handgelenk hoch und verließ mit mir den Wagon. Wir liefen die Treppe hoch und befanden uns ganz im Osten der Stadt.
"Okay, also wir sind gleich da. Benimm dich bitte so unauffällig wie möglich! Das Gespräch eben, dass hat nie stattgefunden!" Ich nickte und wir bögen um die letzte Ecke. Von weitem sah ich schon die beiden Gangs.
Doch ich lief nur schweigend neben Elias auf die beiden Gruppen zu...
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Graffiti
FanfictionDie Graffitigangs wüten in Hamburg und Layla ist mitten drin! Sie trifft einen Jungen in einer Gasse, der viele Fragen aufwirft, und auf rätselhafte Weise wieder verschwindet. Panik! Sie hat Panik! Doch alles scheint wieder normal zu werden bis sie...
