Kämpferin

38 4 1
                                    

...Ich stehe in einem leeren Raum. jeden Moment müssten sie kommen. Sie werden sich rein schleichen. Sie werden alle auf einmal angreifen. Ich muss auf der Hut bleiben.

Jetzt ! Ich vernehme ein leises rascheln: ich spürte ihre Anwesenheit, ich wusste aus welchen Winkeln sie auf mich lauerten. Sie schafften es nicht meinem aufmerksamen Kampfsinn zu entkommen. Es spürte jeden Einzelnen von ihnen auf!!! Der erste sprang mich an und ich wehrte ihn ohne Mühe gleich ab. Auch der zweite, der wie aus dem nichts kam hatte keine Chance. Nun griffen alle auf einmal an und ich war vollkommen in meinem Element. Ich machte sie alle fertig ,einen nach den anderen. Meine Highkicks und Fäuste trafen sie überall. Überall krachten Gegner gegen den Boden. Sie klatschten gegen die Wand und knockten sich sogar gegenseitig aus. Und das nur weil ich sie beim kämpfen gegeneinander rammte. Mir machte das alles ziemlichen Spaß. Mein hart erarbeitetes Kampfgeschick zahlte sich immer wieder aufs Neue aus. Ich geriet oft in solch gefährliche Situationen. Mir gefiel es all dem gewachsen zu sein. Es gab mir eine Befriedigung, ohne die ich mittlerweile nicht mehr Leben konnte. Ich brauchte diese Adrenalinschübe. Es war eine Sucht.

Ich erledigte einen nach dem anderen. Plötzlich schlossen sich zwei von ihnen zusammen und begangen eine spezielle Kampftechnik, die mich ein wenig überforderte. Ich brauchte jetzt Durchhaltevermögen um als Einzelne gegen sie anzukommen. Mist!!! Diese Gegner kannten offensichtlich meine Schwachstellen. Sicher kannten sie mich inzwischen ziemlich gut von anderen Kämpfen zuvor. Ich aber konnte nicht ausmachen, um wen es sich da handelte. Durch ihre vermummte Kleidung verschafften sich diese Feiglinge gewisse Vorteile. Außerdem waren diese Angreifer immer in der Mehrzahl. Glücklicherweise waren sie dumm genug nicht miteinander zu kooperieren. Ihr Team bestand aus etwa einem dutzend Einzelkämpfern, die offensichtlich zu hohl zum zusammen arbeiten waren. Jeder von ihnen kämpfte frei nach eigener Schnauze und so war es ein leichtes für mich das ganze Pack zu bewältigen. Würden sie nämlich zusammen halten, dann hätte ich sicher nicht mal den Hauch einer Chance sie zu besiegen. Um so besser für mich..
Doch diese zwei ziemlich bedrohlichen Kämpfer, die wie ich zugeben musste, wie ein eingespieltes Team wirkten, müssten meinen Berechnungen nach zu urteilen etwas intelligenter als die restliche Truppe sein. Sie bedrängten mich immer weiter. Ich spürte wie meine Angriffsmöglichkeiten immer kleiner wurden. Ich wurde von der aktiven Angreiferrolle in die Verteidigungsposition gedrängt. Die Luft wurde immer knapper. Ich spürte, dass sie mich gleich bezwingen würden und trotz dieser traurigen Erkenntnis, gab ich mein bestes. Ich strengte mich an, mein Durchhaltevermögen beizubehalten. Die beiden dreschten immer aggressiver auf mich ein. Als wären sie eine einzige Kampfmachine, die sich zum Ziel genommen hatte, mich zu erledigen. Ich war ziemlich verzweifelt und bangte zum ersten mal in einem Kampf um mein Leben. Ohne darüber nachzudenken, fing ich an aggressiver zu werden, ich wusste mir nicht weiter zu helfen. Mein gesamtes Wissen über Kampftechniken ging mit einem Mal verloren und ich schlug Angstgesteuert nur noch um mich herum. Durch den plötzlichen Strategiewechsel, der jedoch nur Verzweiflung von meiner Seite war, irritierte ich meine Gegner. Ich gewann wertvolle Sekunden für mich die ich nutzte, um einen von den beiden schnell einen Fausthieb ins Gesicht zu rammen. Ich meinte seine Zähne beim harten Aufprall knirschen zu hören. Nun konnte ich dem zweiten Kämpfer meine ungeteilte Aufmerksamkeit schenken.
Doch als ich auch ihm einen Fausthieb, aber diesmal in die Magengrube verleihen wollte, löste er sich komplett in Luft auf. Sie waren so plötzlich weg, wie sie auch gekommen waren. Mein ausholender Hieb traf ins Leere.Ich wollte eigentlich noch einen schnellen Sightkick hinterherschieben. Doch alles geschah so abrupt, dass ich aus dem Gleichgewicht kam. Ich taumelte so stark nach vorne, dass ich mich nicht mehr auffangen konnte und schließlich heftig auf den Boden krachte...

doomed fighter- zum Scheitern verurteiltWo Geschichten leben. Entdecke jetzt