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Na super. Und bei meinem Glück würde ich dabei dann vermutlich noch nicht einmal sterben, sondern "nur" vergewaltigt werden. Aber es half ja nichts. Ich musste mir selber helfen. Wo wie es schon immer gewesen ist.

Ich war alleine.

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Gerade als ich mich zusammen gerafft hatte und loslaufen wollte, sah ich Mrs Miller und Mr Lorenzo herauskommen. Aufgeregt hüpte mein dummes Herz in meiner Brust auf und ab.

Als hätten sie mein überdehtes Herz gehört, schautem sich beide in meine Richtung. 

Mrs Miller sagte bestimnt etwas zu Mr Lorenzo,  woraufhin dieser entschieden den Kopf schüttelte. Doch sie schien seinen Wiederspruch überhört zu haben und ging mit langen Schritten auf mich zu.
Himmel, wie konnte eine Person nur so elegant laufen? Ich wäre bei der kurzen Strecke wahrscheinlich schon wieder 10 mal gestolpert. Aber das war eben auch mein Körper. Zu unfähig für alles. Es konnte ja nicht jeder so ein Pech damit haben wie ich. Einen Meter vor mir blieb sie stehen.
"Mrs Elton, sie sind ja immer noch hier, ist Mr McCartney etwa ohne sie gefahre? Sollen wir sie vielleicht irgendwohin mitnehmen?", fragte sie mich freundlich aber dennoch kühl. Unsicher sah ich auf. Mr Lorenzo hielt sich im Hintergrund und erstach den Boden mit seinen Blicken. Er war eindeutig nicht einverstanden mit ihrem Angebot. Leicht gekränkt sah ich wieder zu Mrs Miller. "Ich glaube nicht, dass Mr Lorenzo das sonderlich gut heißen würde, ich laufe einfach schnell heim. So lange dauert das schließlich nicht." Ich schenkte ihr ein strahlendes Fake Lächeln. Langsam fingen meine Wangen an zu schmerzen. Sie warf ihm einen wütenden Blick zu. "Ach er hat nur beleidigt. Wie ein Kind wenn es ein Lieblingsspielzeug nicht bekommt. Er soll sich einfach zusammenreißen. Und mal ernsthaft? In diesen Schuhe und ohne Jacke? Sie würden sich vermutlich den Tod holen. Na kommen sie, steigen sie schon ein!",erwiederte sie bestimmend und schob mich zu einem Mercedes. "Hätte ich ja vermutlich auch verdient", murmelte ich sehr leise. "Wie bitte?" "Ach nichts" erwiederte ich nur abweisend. Es musste ja nicht jeder wissen wie krank ich wirklich im Kopf war. Vorallem nicht unsere Kunden. Obwohl, jetzt wohl eher die Kunden meiner alten Firma. Ich unterdrückte ernneut ein ironisches Lachen. Schöne Scheiße. Als ob es nicht reichen würde das ich hässlich war.
Sie schloss die Tür auf und schob mich in das Auto.
"Na dann, machen sie es sich kurz bequem, ich komme gleich wieder." Verdammt, jetzt drängte ich mich ihnen auch noch auf. Aber ihr Auto war wirklich schön. Deutlich schöner aus, als meine alte kleine Knutschkugel, die ich früher gehabt hatte. Alles war hier mit hochwertigen schwarzem Leder überzogen und die Amaturen bestanden aus rot braunem Mahagoni Holz. Die hatten ihr Geld wohl nicht so lieb. Ich wollte gar nicht wissen wie viel nur die ganzen Extras gekostet hatten die hier eingebaut waren. Obwohl. Irgendwie wollte ich es schon wissen. Ich war einfach zu neugierig.

Tief sank ich in den weichen Sitz, richtete meinen Blick aus der Windschutzscheibe und beobachtete das Geschehen außerhalb des Autos.

Mrs Miller ging gerade auf Mr Lorenzo zu der seinen Blick weiterhin stur gen Boden gerichtet hatte. Sie sagte etwas zu ihm woraufhin er seinen Kopf hochriss und sich vor ihr aufbaute. Verdammt war er rießig, das war mir vorhiun gar nicht richtig aufgefallen. Sie ging ihm gerade noch bis zur Nasenspitze, und das obwohl sie mich schon um ein paar Zentimeter überragte.  Und dann fingen sie an aufgebracht zu diskutieren. 

Anfangs konnte man leider durch die Scheibe kein Wort verstehen, doch dann wurde das Gespräch immer hitziger und sie schrien sich regelrecht an. "Ich ... dein Alpha. Du... mir gehorchen!", schrie Mr Lorenzo wild. Doch sie ließ sich nicht einschüchtern und schrie zurück. "Sie... nur mitfahren. Stell ... nicht an. Sie... Luna." Verdammt sie konnte ich noch deutlich schlechter verstehen, da sie mir den Rücken zugewendet hatte. Was sie sagten schien für mich nämlich einfach keinen Sinn zu ergeben. "Wenn ... falle ich über ... her. ...keine Kontrolle! ... sie wird Angst ...! Und ... darf nicht... Ich brauche sie doch", brüllte Mr Lorenzo aufgebracht herum. Was war das? Sie konnten doch nicht mich meinen. Sie hattze meinen Namen sowieso falschaudgesprochen. Wahrschienlich sprachen sie von seiner Freundin oder so.  Für was sollte er mich denn brauchen? Ich war schließlich ... naja, nur ich halt. Nichts wert, nutzlos und arbeitslos.
Als hätte er meine Gedanken verstanden schoss sein funkelnder Blick plötzlich auf mich und ich zuckte heftig zusammen. Seine Augen, die wenige Minuten zuvor noch so wunderschön gold gestrahlt hatten, leuchteten nun in einem satten Kirschrot und durchbohrten mich durch die Scheibe regelrecht mit einem wütenden Blick. Wieder verhakten sie sich regelrecht mit meinen und ein warmer Schauer durchfuhr meinen Körper. Ich wurde wieder ganz ruhig, entspannte mich und konnte an nichts mehr denken. Außer ihn. Und ich hatte noch nicht einmal Angst vor diesen rot glühenden Augen, obwohl ich meiner Meinung nach jeden Grund dazu hätte mich zu fürchten. Doch ihm schien es nicht anders zu ergehen. Er entspannte sich, sackte in sich zusammen und fuhr sich mit seiner Hand müde über das Gesicht. Er wirkte auf einmal so undendlich erschöpt und ich hatte das starke Bedürfniss ihn tröstend in meine Arme zu schließen. Okey, ich wurde definitiv verrückt. Einen fremden Mann umarmen, der auch noch rot glühende Augen besaß. Ja, definitiv verrückt. Er drehte seinen Kopf leicht zurück zu Mrs. Miller, murmelte etwas, bevor er sich aprupt abwendete und in den anliegenden Wald lief. War er denn irre? In den Wald? Alleine? Mitten in der Nacht? Scheinbar war ich nicht die einzige die heute etwas zu lange in der Sonne stand.

Die Autotür öffnete ruckartig sich und mit einem entnervten Seufzen stieg Mr Miller ein: "Dieser verdammte Sturkopf, da will man ihm helfen und er führt sich auf als würde man ihn geradewegs zur Schlachtbank führen." Es schien als würde sie sich erst da wieder daran erinnern das ich neben ihr saß und sie setzte augenblicklich ein Lächeln auf und drehte sich zu mir. "Wo kann ich sie denn eigntlich hinbringen? Und keine Sorge Thilo kommt klar. Er ist quasi in den Wäldern aufgewachsen. Er findet heim. Wahrscheinlich hat er nur das Abendessen nicht sonderlich gut vertragen." Joa, so konnte man das sicher auch begründen. Oder auch nicht. Trotzdem nannte ihr schnell die Straße, in der Hoffnung bald zuhause sein zu können, verstummte wieder und zog mich weiter in das weiche Leder zurück. Hoffentlich dauerte die Fahrt nicht zulange, denn bei einem war ich mir in der zwischenzeit sicher. Von den beiden sollte ich mich vermutlich besser fernhalten. Ob nun zu meinem Wohl oder zu ihrem war diskutabel. Schließlich war ich das Problem. Schon immer gewesen. 

Ich war einfach verloren.

Bone MateWo Geschichten leben. Entdecke jetzt