Kapitel 9.

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(Karins Sicht)

Mir war es echt peinlich, denn ich musste hier wohl schon ewig gestanden und die Tür angesehen haben.
K: „Ähm nein habe ihn gerade gefunden." Damit zog ich demonstrativ meinen Schlüssel hervor und hielt ihn hoch. Sofort tat ich so, als würde ich die Tür aufschließen und ging jetzt schlussendlich auch hinein. Bereits als ich den Raum betrat sah ich Stefan auf dem Tisch in der Mitte, mit dem Rücken zu mir sitzen. Es schien, als hätte er mich noch nicht bemerkt. Ich merkte wie die Panik in mir aufstieg, doch ich wollte ein letztes Mal seine unverwechselbare Stimme hören.
K: „Hey" sagte ich ganz vorsichtig.
Ich merkte wie er sich ruckartig umdrehte und sich in seinem Gesicht das blanke Entsetzen breit machte. Na super genau das hatte mir jetzt noch gefehlt... Seine Reaktion war mir momentan aber ziemlich gleichgültig, denn ich sah ihn jetzt ja eh das letzte Mal. Ich setzte mich also neben ihn auf den Tisch und sah das gegenüberliegende Regal an.
K: „Du bist gerade eben einfach so gegangen, wieso?"
S: „Dachte du hättest es nicht so gern wenn ich dort bin."
K: „Was privat ist bleibt privat! Das hier ist rein geschäftlich."
S: „Geschäftlich also ja?! Na dann..."
Natürlich wusste ich sofort worauf er hinaus wollte, immerhin hatten wir das mit der Trennung der beiden Dinge schon einmal versucht. Das Resultat aller Dinge war dann schließlich, dass es nicht funktionierte.
Ich wusste wir hatten uns beide nicht viel zu sagen und so wollte ich gerade aufstehen um zu gehen.
S: „Wie geht es dir?"
Als wenn er nun plötzlich doch mit mir reden wollte. Doch genau dafür war ich ja gerade hierhergekommen.
K: „Soweit ganz gut ist nur alles ein bisschen stressig gerade mit dem Umzug und der neuen Stelle..."
S: „Achso ja stimmt ja du bist ja ab Montag Direktorin und dein großer Traum hat sich erfüllt."
K: „Hmm naja vor allem der meiner Mutter, aber genug über mich. Wie geht es dir so?"
S: „Schätze ganz gut..."
Es herrschte eine unangenehme Stille, die dann Gott sei Dank durch das Klingeln beendet wurde.
S: „Na dann, war schön dich noch einmal zu sehen." Damit stand er auf und ging ohne sich noch einmal nach mir umzudrehen.

Zeit kann alle Wunden heilen oder?!Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt