Kapitel 20.

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(Karins Sicht)

Die letzten Wochen seit der Trennung von Michael vergingen wie im Flug. Es fühlte sich so gut an und seit einer langen Zeit fühlte ich mich wieder Frei. Michael hatte schon einige Sachen aus unserer Wohnung geholt, in welcher ich glücklicherweise wohnen bleiben konnte. Der einzig negative Aspekt hierbei lag darin, dass ich nun so viel Freizeit hatte, dass ich nichts wusste damit anzufangen. So bestanden meine Nachmittage hauptsächlich darin Arbeiten zu kontrollieren, Unterricht vorzubereiten oder irgendwelche Veranstaltungen zu planen. Ich blieb sogar extra länger in der Schule um nicht so lang zu Hause allein sein zu müssen. Der positive Nebeneffekt war, dass ich nicht ständig Michael vor meiner Tür hatte, der eine neue Chance erbetteln wollte. Ich dachte echt er hätte meine Ansage verstanden, doch dem war nicht so.
Da es jetzt nun aber schon halb 6 war packte ich alle meine Sachen zusammen und machte mich auf den Weg nach Hause. Auf dem Weg fuhr ich noch an einigen Pizzerien vorbei. Dies erinnerte mich sofort wieder an Stefan, was in letzter Zeit jedoch ziemlich selten geworden war. Eigentlich sollte ich doch froh sein ihn endlich vergessen zu können, doch tief in mir drin tat es weh, dass die Gedanken an ihn seltener wurden...
Da half nur eins: Ablenkung!
Da ja eh bald Herbstferien waren beschloss ich Barbara mal in Köln einen Besuch abzustatten. Das hatte ich eh schon lange vor und auch wenn wir fast täglich telefonierten fehlten mir unsere gelegentlichen Shoppingtrips. Diese müssten dann in der Zeit alle nachgeholt werden...
Genau das war der Plan, ich würde die Herbstferien in Köln verbringen, so würde ich erstens Michael loswerden, zweitens mal wieder Zeit mit Barbara verbringen und drittens möglicherweise Stefan sehen. Beim dritten Punkt war ich mir noch nicht ganz sicher ob ich das wirklich wollte, doch etwas in mir stimmte dafür. Also warf ich in der Wohnung angekommen meine Tasche in die Ecke und schnappte mir das Telefon um Barbara von meinem Plan zu unterrichten.
B: "Hey Blondie alles gut bei dir?"
K: "Ja klar, nur wie immer Langeweile pur und bei euch so?"
B: "Hier läuft alles wie am Schnürchen, vorhin war noch die Trulla vom Schulamt da und hat sich ein letztes Mal von der Schule und vor allem Stefan überzeugt."
K: "Du Barbara..."
B: "Oh ja sorry falsches Thema..."
Ich wusste nicht wieso ich so sensibel war wenn jemand von Stefan sprach, immerhin hatte ich ja selbst vor ein paar Minuten noch an ihn gedacht...
K: "Du Barbara es sind doch bald Herbstferien und da wollte ich mal fragen..." doch weiter kam ich nicht.
B: "Natürlich kannst du zu uns nach Köln kommen, dann machen wir uns endlich wieder nen paar schöne Mädlstage."
K: "Danke Barbara."
B: "Hey dafür sind Freunde da. Was ist jetzt eigentlich mir Michael, hast du in letzter Zeit wieder was von ihm gehört?"
So erzählte ich ihr noch lange von den letzten Tagen, in denen er fast immer vor meiner Tür stand.
B: "Oh man der kann es echt nicht lassen, aber wenn du hier bist hast du wenigstens zwei Wochen Ruhe vor ihm."
Kurz darauf beendeten wir unser stundenlanges Telefonat und ich ging ins Bett.

Zeit kann alle Wunden heilen oder?!Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt